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UN-Flüchtlingshilfswerk: Mehr Menschen als je zuvor sind auf der Flucht

UN-Flüchtlingshilfswerk  

Mehr Menschen als je zuvor sind auf der Flucht

29.12.2020, 16:50 Uhr | dpa

UN-Flüchtlingshilfswerk: Mehr Menschen als je zuvor sind auf der Flucht. Lesbos: Das UN-Hilfswerk zählt 10 Millionen Menschen mehr auf der Flucht, als letztes Jahr. (Quelle: imago images/Danilo Campailla/ ZUMA Wire)

Lesbos: Das UN-Hilfswerk zählt 10 Millionen Menschen mehr auf der Flucht, als letztes Jahr. (Quelle: Danilo Campailla/ ZUMA Wire/imago images)

Das UN-Flüchtlingshilfswerk zählt derzeit weltweit so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie. Viele Konflikte auf der Welt dauern an, und 2020 sind weitere hinzugekommen.

Mehr als 80 Millionen Menschen sind nach Angaben der UN-Flüchtlingshilfe derzeit weltweit auf der Flucht. Das seien so viele wie noch nie, teilte der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) am Dienstag in Bonn mit. Die Corona-Pandemie habe die Situation verschärft. Seit 2019 sei die Zahl der Flüchtlinge um zehn Millionen Menschen gestiegen.

"Corona hat 2020 weltweit die Lebensrealität der Menschen verändert, für viele der 80 Millionen Menschen auf der Flucht kommt jetzt der pure Überlebenskampf an erster Stelle", sagte der Geschäftsführer der UN-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer. "Diese Menschen dürfen wir nicht alleine lassen." Neben akuter Nothilfe brauchten sie Perspektiven für eine bessere Zukunft. Von den für 2020 benötigten rund 7,4 Milliarden Euro für die Flüchtlingshilfe habe das UNHCR bis Anfang Dezember nur gut die Hälfte erhalten.

2020 seien zu Langzeitkonflikten wie im Jemen oder in Syrien neue Brandherde hinzugekommen, etwa in Äthiopien und der afrikanischen Sahelzone mit Ländern wie Tschad, Mali und Niger. In Europa machten die Brände im Flüchtlingscamp Moria mehr als 12.000 Schutzsuchende obdachlos. Die Situation von Flüchtlingen in Bosnien spitze sich ebenfalls weiter zu. Im Mittelmeer seien auch in diesem Jahr mehr als 1.000 Menschen bei der Flucht gestorben oder gelten als vermisst.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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