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Nordkorea testet erneut ballistische Rakete

Von dpa
Aktualisiert am 05.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un: Immer wieder droht der Diktator seinen Nachbarn mit ballistischen Raketen.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un: Immer wieder droht der Diktator seinen Nachbarn mit ballistischen Raketen. (Quelle: Zentrale staatliche Nachrichtenagentur/dpa)
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat offenbar erneut eine ballistische Rakete abgefeuert.

Immer wieder provoziert die Atommacht Nordkorea ihre Nachbarn mit Tests ballistischer Raketen. Nun hat Machthaber Kim Jong-un am Samstagmorgen eine weitere Rakete abgefeuert. Das Geschoss sei nach dem Start in der Nähe der Hauptstadt Pjöngjang in Richtung offenes Meer im Osten geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit.

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Erprobung solcher Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Das Land hatte in diesem Jahr bereits mehrfach Raketen einschließlich einer atomwaffenfähigen Mittelstreckenrakete getestet.

Wie weit die Rakete beim jüngsten Test flog, war zunächst unklar. Der Flugkörper sei außerhalb der "exklusiven Wirtschaftszone" Japans ins Japanische Meer gestürzt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Regierung in Tokio berichtete. In Südkorea trat – wie üblich in solchen Fällen – der Nationale Sicherheitsrat zusammen, um über die Lage zu beraten.

Militärische Provokation – auch Chinas?

Der neue Raketenstart durch die selbst erklärte Atommacht Nordkorea erfolgte nur vier Tage vor der Präsidentenwahl in Südkorea. Die Regierung in Seoul hatte dem isolierten Nachbarland nach einer Reihe von Raketentests im Januar vorgeworfen, neue Spannungen auf der koreanischen Halbinsel schüren zu wollen. Südkorea befürchtet, Nordkorea könnte bald auch wieder eine Interkontinentalrakete testen, die potenziell die USA erreichten könnte. Das Land entwickelt ballistische Raketen unterschiedlicher Reichweiten, die einen Atomsprengkopf tragen können.

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Zudem überschattete der jetzige Test den Auftakt der diesjährigen Plenarsitzung des chinesischen Volkskongresses in Peking. Dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ausgerechnet den Beginn der Sitzung in Peking für seine neue militärische Provokation ausgesucht hat, dürfte beim großen Nachbarn China für Irritationen sorgen.

Druck auf USA

Nordkorea hatte erst am vergangenen Sonntag nach vierwöchiger Pause seine Raketentests wieder aufgenommen. Einen Tag später hatte es von einem wichtigen Test für die Entwicklung eines Erdbeobachtungssatelliten gesprochen. Es sollten demnach Kameras für einen neuen Aufklärungssatelliten überprüft werden.

Experten spekulieren seit Längerem, Nordkorea könnte auch den eskalierenden Ukraine-Konflikt ausnutzen, um mehr Druck auf die USA auszuüben, damit diese konkrete Vorschläge für neue Verhandlungen vorlegen. Die Gespräche der US-Regierung mit Pjöngjang über sein Atomwaffenprogramm kommen schon seit drei Jahren nicht mehr voran.

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Von Fabian Reinbold, Schloss Elmau
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