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Israel rechnet mit 30 Tagen Krieg gegen den Iran

Israel rechnet mit 30 Tagen Krieg gegen den Iran

15.08.2012, 19:54 Uhr | AFP, dpa

Israel rechnet mit 30 Tagen Krieg gegen den Iran. Steht ein Luftschlag gegen Iran kurz bevor? Eine israelische F16 beim Start (Quelle: dpa)

Steht ein Luftschlag gegen Iran kurz bevor? Eine israelische F16 beim Start (Quelle: dpa)

Die Planungen eines israelischen Präventivschlages gegen Irans Atomanalagen sind offenbar weit fortgeschritten. Der scheidende Minister für Zivilverteidigung, Matan Vilnai, betonte, alles sei bereit. Nach Berichten israelischer Medien dringt Regierungschef Benjamin Netanjahu auf einen Angriff im Herbst.

"Die Schätzungen gehen von einem Krieg aus, der 30 Tage dauert und an mehreren Fronten stattfindet", sagte Vilnai der Zeitung "Maariv". Dabei werde mit etwa 500 Toten gerechnet.

"Vorbereitet wie nie zuvor"

Grund für Hysterie sieht Vilnai, der künftig als israelischer Botschafter in Peking arbeiten wird, trotzdem nicht. "Die Heimatfront ist so gut vorbereitet wie nie zuvor", betonte er. "Mit aller Bescheidenheit sage ich, dass ich dabei (...) eine wichtige Rolle gespielt habe".

Die israelische Armee erprobt seit Sonntag ein System, das die Zivilbevölkerung per Kurznachrichten auf Handys vor drohenden Raketenangriffen warnen soll. Am Donnerstag soll es einen landesweiten Test geben. Laut Medienberichten wird das System jetzt eingerichtet, um vor Gegenattacken nach einem möglichen Angriff auf den Iran zu warnen.

Auch der US-Sicherheitsexperte John Hulsman, ein Berater der US-Regierung, hält einen Angriff auf Irans Atomanlagen noch im September für wahrscheinlich. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl im November sei "der Druck, Israel um jeden Preis politisch zu unterstützen, in der amerikanischen Öffentlichkeit extrem hoch", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Zudem schützten die Iraner ihre Atomanlagen immer besser, weshalb nur wenig Zeit bleibe.

Über das ganze riesige Land verteilt: Irans Atomanlagen (Quelle: Grafik: dpa)Über das ganze riesige Land verteilt: Irans Atomanlagen (Quelle: Grafik: dpa) US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte derweil: "Ich glaube nicht, dass sie die Entscheidung, ob sie den Iran angreifen oder nicht, gefällt haben." Allerdings fügte Panetta hinzu, Israel sei ein souveräner Staat, der letztlich in Sachen nationaler Sicherheit eigene Entscheidungen treffe.

Teheran: Angriff wäre "dumme Aktion"

US-Generalstabschef Martin Dempsey gab zu bedenken, dass ein Angriff gegen den Iran dessen Atomprogramm wahrscheinlich nur verzögern, nicht aber stoppen könne. Die iranische Regierung hatte die Bereitschaft Israels zu einer Attacke angezweifelt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran bezeichnete einen möglichen Angriff als "dumme Aktion". Der Iran nehme "die Spekulationen nicht ernst".

Weitere Nachrichten und Links

Israel, die USA und andere westliche Staaten beschuldigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms heimlich an Atomwaffen zu arbeiten, und belegen das Land mit immer neuen Sanktionen. Teheran weist die Anschuldigungen zurück.

Israel, das sich von dem Atomprogramm besonders bedroht sieht, zieht immer wieder einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen in Erwägung. Washington setzt weiter auf eine diplomatische Lösung. Strittig ist, ob Israel ohne US-Unterstützung militärisch in der Lage wäre, die Atomanalagen anzugreifen.

Petition ruft Piloten zur Befehlsverweigerung auf

Mehr als 400 Unterzeichner einer Petition riefen israelische Kampfpiloten unterdessen auf, im Falle eines Iran-Angriffs den Befehl zu verweigern. Der "verhängnisvolle Befehl" könne schon bald kommen, heißt es in dem Internet-Aufruf: "Ihr habt aber die Option, nein zu sagen".

Eine Bombardierung iranischer Atomanlagen gefährde Israelis und Iraner, könne einen globalen Finanz-Crash auslösen und den Piloten drohe der Abschuss. Nicht alle der Unterzeichner nahmen den Aufruf jedoch ernst: In der Namensliste finden sich auch Adolf Hitler, der tote Ex-PLO-Chef Jassir Arafat und die Frau des israelischen Regierungschefs, Sara Netanjahu.

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