Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

Bewaffnete Kämpfe verlagern sich in die Städte

Erschreckender Trend  

Immer mehr Städte werden zu Kriegsschauplätzen

09.05.2017, 15:22 Uhr | dpa , MHa

Bewaffnete Kämpfe verlagern sich in die Städte. Bewaffnete Kämpfe verlagern sich in die Städte  (Quelle: Reuters)

Viele Stadtbewohner sind - wie hier in Mossul - von bewaffneten Gruppen umzingelt. (Quelle: Reuters)

Bewaffnete Konflikte werden zunehmend in Städten ausgetragen – mit verheerenden Folgen für die Einwohner. Auch Flüchtlinge suchen häufiger Schutz in urbanen Zentren.

Dies ergab eine Studie des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London. In knapp der Hälfte der 36 Konflikte, die in der Studie erwähnt werden, spielten Städte eine bedeutende Rolle, sagte IISS-Generaldirektor John Chipman.

Aufständische kämpfen nicht mehr im Wald

"Wenn der typische Aufständische früher in Bergen, Wäldern oder im Dschungel kämpfte, ist er oder sie inzwischen genauso häufig in einer städtischen Umgebung anzutreffen", sagte Chipman. Die Leidtragenden seien oft Zivilisten. Gleichzeitig nehme die Brutalität zu, die von immer stärker zersplitterten und miteinander konkurrierenden Terrororganisationen ausgehe.

Auch Flüchtlinge suchen immer häufiger Schutz in Städten statt in ausgewiesenen Flüchtlingslagern oder in Grenzgebieten. Zum Beispiel ließen sich rund 90 Prozent der syrischen Flüchtlinge nach Angaben des Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen in städtischen und teilweise urbanen Gebieten der Nachbarländer Syriens nieder.

Am meisten leiden Zivilisten

Die Verlagerung der Konflikte in die Städte stellt Regierungstruppen vor große Herausforderungen. Auch Hilfsorganisationen stehen vor Schwierigkeiten, Flüchtlinge in Städten ausfindig zu machen und zu unterstützen. Viele Zivilisten sind von gewaltbereiten Gruppen umgeben und in Städten eingeschlossen.

Blick auf die nach Kämpfen zwischen der irakischen Armee und dem sogenannten «Islamischen Staat» zerstörten Häuser im westlichen Bereich der Stadt Mossul.   (Quelle: dpa/Bram Janssen/AP/Archivbild)Die Kämpfe zwischen dem IS und der irakischen Armee machen aus Mossul ein Trümmerfeld. (Quelle: Bram Janssen/AP/Archivbild/dpa)

Ein bekanntes Beispiel ist die irakische Stadt Mossul, in der sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festsetzte. Auch die Auseinandersetzung zwischen der Kurdischen Arbeiterpartei PKK und der türkischen Regierung spielt sich immer öfter in Städten ab. Mit 3000 Toten kamen in diesem Konflikt im vergangenen Jahr so viele Menschen ums Leben wie seit 1997 nicht mehr.

Gewalttätigster Konflikt in Syrien

Der Organisation Siege Watch zufolge waren Ende Oktober 2016 weltweit rund 1,3 Millionen Menschen in 39 umkämpften Gebieten eingeschlossen.

Die Studie des IISS ergab außerdem, dass der Krieg in Syrien mit etwa 50.000 Todesopfern im fünften Jahr in Folge der gewalttätigste Konflikt weltweit ist. Dahinter rangiert der Kampf Mexikos mit den dort tätigen Drogenkartellen, der bereits 23.000 Menschenleben gefordert habe. Es folgen der Irak, Afghanistan und der Jemen.

Insgesamt ging die Zahl der Kriegstoten leicht zurück. 2016 starben etwa 157.000 Menschen in bewaffneten Konflikten, ungefähr 10.000 Menschen weniger als im Jahr davor.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal