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Nordkorea-Konflikt: Kim droht mit Angriff auf US-Stützpunkt

Reaktion auf Trump  

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf wichtigen US-Stützpunkt

09.08.2017, 09:20 Uhr | dpa, pdi

Nordkorea-Konflikt: Kim droht mit Angriff auf US-Stützpunkt. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un reagiert auf eine Drohung von Donald Trump. (Quelle: Reuters)

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un reagiert auf eine Drohung von Donald Trump. (Quelle: Reuters)

Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel ist ohnehin schon höchst brisant. Binnen weniger Stunden heizen ihn Washington und Pjöngjang nun weiter an. Die Sorgen werden durch das Säbelrasseln immer größer.

Nordkoreas Militär hat den Vereinigten Staaten mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam gedroht und damit einen der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt. Die Streitkräfte zögen eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Laut einem Sprecher der nordkoreanischen Armee könne der Plan "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe. Zuvor hatten schon Berichte über erhebliche Fortschritte des kommunistischen Staats bei seinem Atom- und Raketenprogramm für Beunruhigung im Ausland gesorgt.

Die Stellungnahme aus Pjöngjang kam nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Nordkorea indirekt militärische Gewalt angedroht hatte. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "begegnet mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat", sagte Trump.

Die von KCNA zitierten nordkoreanischen Drohungen wiederum nehmen direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Anderson auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsendet haben. In Erwägung gezogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Raketen des Typs Hwasong-12, um die US-Stützpunkte auf Guam und die dort stationierten Bomber in Schach zu halten - schließlich sei die Insel der potenzielle "Ausgangspunkt für eine Invasion in Nordkorea".

Nordkorea hat "alles riskiert"

Begründet wurde die Drohung Pjöngjangs mit der Mobilisierung des US-Atomwaffenarsenals sowie den jüngsten US-Raketentests und Übungen mit Langstreckenbombern über Südkorea. "Solche Militärmanöver der USA könnten in der momentan extrem heiklen Situation auf der koreanischen Halbinsel einen gefährlichen Konflikt provozieren", hieß es.

Nordkorea habe für die Entwicklung seiner strategischen Waffen "alles riskiert" und nutze sie "weder als Faustpfand, um Anerkennung von Dritten zu bekommen, noch für irgendeinen Tauschhandel". Vielmehr seien sie "ein wichtiges militärisches Mittel, um entschlossen den politischen und wirtschaftlichen Druck der USA sowie ihre militärischen Drohungen zu kontern". Die Frage sei, "ob nur die USA die Option eines von ihnen so genannten "Präventivkriegs" haben".

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen "Präventivkrieg" der US-Streitkräfte mit einem "totalen Krieg" zu reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Vollwertige Atommacht

Inzwischen ist Nordkorea nach Erkenntnissen der USA und Japans in der Lage, seine Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken - auch Interkontinentalraketen. Wie die "Washington Post" am Dienstag unter Berufung auf vertrauliche Geheimdiensterkenntnisse berichtete, habe Nordkorea nach Einschätzung des Geheimdienstes DIA (Defence Intelligence Agency) bei seinem Atom- und Raketenprogramm viel schnellere Fortschritte gemacht als bisher angenommen. Ein in Tokio veröffentlichtes Weißbuch des japanischen Verteidigungsministeriums kommt zu dem gleichen Schluss.

Der jetzt bekannt gewordene Schritt sei für Nordkorea ein entscheidender auf dem Weg zu einer vollwertigen Atommacht, berichtete die "Washington Post". Er vergrößere die weltweiten Sorgen.

Eine ballistische Rakete wird  in Pjöngjang, Nordkorea, auf dem "Kim Il Sung"-Platz während einer Militärparade präsentiert. (Quelle: dpa)Eine ballistische Rakete wird in Pjöngjang, Nordkorea, auf dem "Kim Il Sung"-Platz während einer Militärparade präsentiert. (Quelle: dpa)

Der Konflikt mit dem kommunistisch regierten Land gilt als der derzeit gefährlichste der Welt. Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, dem Erzfeind der Führung in Pjöngjang. Beide Länder fühlen sich durch das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas zunehmend bedroht.

Trotz aller Verbote des UN-Sicherheitsrates sowie aller Warnungen hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10 000 Kilometern. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat am Wochenende die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

Nordkoreas Staatschef Kim hatte nach dem Test gesagt, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Nach Einschätzung amerikanischer Experten wäre eine solche Rakete in der Lage, auch Städte wie Los Angeles oder Chicago zu erreichen.

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