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Rebellen reisen nicht an: Friedensgespräche zum Krieg im Jemen scheitern

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Huthi-Rebellen reisen nicht an  

Friedensgespräche zum Krieg im Jemen scheitern

09.09.2018, 09:47 Uhr | dpa

Rebellen reisen nicht an: Friedensgespräche zum Krieg im Jemen scheitern. Martin Griffiths: Der UN-Vermittler will in den nächsten Tagen nach Saana fliegen. (Quelle: dpa/Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE)

Martin Griffiths: Der UN-Vermittler will in den nächsten Tagen nach Saana fliegen. (Quelle: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa)

Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien im Jemen sind schon mehrere Male geplatzt. Dieses Mal aber reisten die Rebellen nicht einmal an. Eskaliert nun die Lage?

Die ersten Jemen-Gespräche seit zwei Jahren sind gescheitert, bevor sie überhaupt beginnen konnten. Das angepeilte Treffen zwischen den Konfliktparteien in Genf endete am Samstag, nachdem die Rebellen-Delegation nicht angereist war. "Wir haben es nicht geschafft, die Delegation aus (der Hauptstadt) Sanaa hierher zu bekommen", sagte UN-Vermittler Martin Griffiths am Samstag. Die Ereignisse können nach Einschätzung von Beobachtern zu einer weiteren Eskalation im Jemen führen.

Griffiths betonte, dass die Huthi-Rebellen den Willen hatten, in die Schweiz zu reisen, dies aber nicht konnten. Es handle sich um einen "fragilen Moment" für das Bürgerkriegsland. Er werde in den nächsten Tagen auch nach Sanaa fliegen, um die Huthis zu treffen.

Die Aufständischen hatten in den Tagen zuvor ein bereitgestelltes Flugzeug der Vereinten Nationen abgelehnt und eine andere Maschine verlangt, die nicht durchsucht werden dürfe. Die Aufständischen hatten das damit begründet, dass die Vereinten Nationen bei früheren Gesprächen in Genf den sicheren Transport nicht hatten garantieren können. Griffiths dazu: "Wir haben keine ausreichenden Bedingungen geschaffen, um sie hierher zu bringen."

"Schlimmste humanitäre Krise der Welt"

Im Jemen kämpft die international anerkannte Regierung des Landes gegen die Rebellen, die weite Teile des Nordens und auch Sanaa beherrschen. Ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis bombardiert Stellungen der Huthis aus der Luft. Für die UN spielt sich im Jemen "die schlimmste humanitäre Krise der Welt" ab. 22 Millionen Menschen – drei Viertel der Bevölkerung – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, sieben Millionen Menschen haben nicht genug zu essen.

Die gescheiterten Gespräche dürften einen politischen Prozess im blockierten Jemen-Konflikt noch schwieriger machen. Die UN hatten gehofft, in Genf Maßnahmen zur Bekämpfung der humanitären Not zu vereinbaren. Auch wollte Griffiths eine folgenschwere Offensive auf die Hafenstadt Hudaida verhindern, über die etwa 70 Prozent der Versorgung für die Huthi-Gebiete läuft. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition will Hudaida angreifen und erobern, was ein möglicherweise entscheidender Schlag gegen die Rebellen sein könnte – und ein Desaster für die Zivilbevölkerung.



Seit Donnerstag konnte Griffiths in Genf nur mit der Delegation der Regierung sprechen. Der jemenitische Außenminister Chaled al-Jamani zeigte sich verärgert über die Rebellen, aber auch über den UN-Diplomaten: "Leider hat der Vermittler mit seiner Stellungnahme versucht, der Seite des Umsturzes (den Rebellen) zu gefallen, während er uns gegenüber Unzufriedenheit mit deren ungerechtfertigtem Verhalten ausdrückte." Es sei nicht das erste Mal, dass die Huthis Friedensgespräche sabotierten.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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