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UN Sicherheitsrat: Präsidenten von Kosovo und Serbien geraten aneinander

Im UN-Sicherheitsrat  

Präsidenten von Kosovo und Serbien geraten aneinander

18.12.2018, 06:36 Uhr | dpa-AFX

UN Sicherheitsrat: Präsidenten von Kosovo und Serbien geraten aneinander. Aleksandar Vucic spricht während eines Treffens des UN-Sicherheitsrates: Der Präsident von Serbien verwarf dagegen das "sogenannte souveräne Recht" des Kosovos auf eine reguläre Armee. (Quelle: dpa)

Aleksandar Vucic spricht während eines Treffens des UN-Sicherheitsrates: Der Präsident von Serbien verwarf dagegen das "sogenannte souveräne Recht" des Kosovo auf eine reguläre Armee. (Quelle: dpa)

Serbien ist erzürnt, denn der Nachbar Kosovo will eine Armee aufbauen. Im UN-Sicherheitsrat gab es nun Zoff. Russland warnte vor "einer Situation, die jederzeit explodieren" könne. 

Der Beschluss der Regierung des Kosovo zur Schaffung einer eigenen Armee hat am Montagabend für Aufregung im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gesorgt. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sah in diesem Schritt eine Bedrohung für Frieden und Stabilität in der Region, ebenso wie Russlands UN-Vertreter Wassili Nebensja. In der Sondersitzung des höchsten UN-Gremiums zur Lage im Kosovo gerieten Vucic und Kosovos Präsident Hashim Thaci mehrfach aneinander.

Thaci verteidigte den Beschluss des Parlaments in Pristina als "nicht außergewöhnlich" und als "natürlichen Schritt". Vucic verwarf dagegen das "sogenannte souveräne Recht" des Kosovo auf eine reguläre Armee. Der Sicherheitsrat müsse das Land "bremsen" und "zähmen". Er verwies dabei ebenso wie Nebensja auf die immer noch gültige UN-Resolution 1244 aus dem Jahr 1999, mit der der blutige Kosovokrieg beendet wurde und die unter anderem der internationalen Kosovo-Friedenstruppe KFOR das Mandat zur Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung übertrug. Thaci verwies nach kosovarischen Medienberichten auf Kriegsverbrechen der serbischen Streitkräfte und forderte Vucic auf, vor dem UN-Gremium "keine Dramen" zu machen.

Die Neuausrichtung der bisherigen Katastrophenschutz-Einheit des Kosovo hatte Serbien und seinen Gönner Russland empört und bei westlichen Partnern des kleinen Balkanlandes Bedenken hervorgerufen. Nach den bisherigen Plänen soll die künftige Armee des Kosovo 5.000 Mann stark sein. Im Vergleich – der Nachbar Serbien hat nach unterschiedlichen Angaben zwischen 40.000 und 50.000 Mann unter Waffen. Vucic sagte, er sei "sehr beunruhigt, sehr besorgt und sogar etwas verängstigt" über die Auswirkungen einer kosovarischen Armee in der Region.

Der russische Botschafter Wassily Nebensja warnte vor einer "Situation, die jederzeit explodieren" könne. Dagegen unterstützten die USA bei der Sitzung im Sicherheitsrat die Pläne des Kosovo.

Hashim Thaci: Nach dem Beschluss zum Aufbau einer Armee im Kosovo verteidigte der Präsident des Kosovo den Beschluss des Parlaments in Pristina als "nicht außergewöhnlich". (Quelle: Craig Ruttle/AP/dpa)Hashim Thaci: Nach dem Beschluss zum Aufbau einer Armee im Kosovo verteidigte der Präsident des Kosovo den Beschluss des Parlaments in Pristina als "nicht außergewöhnlich". (Quelle: Craig Ruttle/AP/dpa)

Mehr als 100.000 Serben leben im Kosovo

Das in großer Mehrheit von Albanern bewohnte Kosovo hatte früher zu Serbien gehört, im Krieg 1999 für seine Unabhängigkeit gekämpft. Offiziell ist das Kosovo seit 2008 unabhängig und wird von über 100 Staaten anerkannt. Serbien hat die Abspaltung seiner ehemaligen Provinz nie anerkannt und betrachtet das Kosovo immer noch als sein Staatsgebiet. Derzeit leben noch etwas mehr als 100.000 Serben im Kosovo.

"Wenn das Kosovo einen Fehler gemacht hat, dann nur, dass wir fünf Jahre zur Schaffung einer Armee gewartet haben", sagte Thaci. Die Armee würde mit "Soldaten des Friedens" zur Stabilität in der Region beitragen. Es sei allgemein bekannt, "wer (im Krieg im Jahr 1999) das Opfer und wer der Aggressor war". Aber nun werde das Kosovo "seine hohe staatliche Verantwortung" zeigen.

Nach serbischen Medienberichten forderte Vucic die UN nachdrücklich zu mehr Engagement im Kosovokonflikt auf, kündigte "selbstverständlich" die Fortsetzung des Dialogs an. Aber: "Wie Sie wissen, sind die Serben ein sehr stolzes Volk und wir können keine Erniedrigungen akzeptieren. Das werden wir niemandem auf der Welt zugestehen, egal wie groß Sie und wie klein wir sind."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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