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Venezuela-Krise: Patienten sterben wegen gigantischem Stromausfall

Chaotische Zustände in Venezuela  

Patienten sterben wegen gigantischem Stromausfall

10.03.2019, 12:24 Uhr | AFP

 (Quelle: Reuters)
Stromausfall legt Venezuela lahm

In 15 der 23 Bundesstaaten des krisengebeutelten Landes fiel am Donnerstag der Strom aus. Für die Anwohner der Hauptstadt Caracas hat dies weitreichende Folgen. (Quelle: Reuters)

Stromausfall mit weitreichenden Folgen: Venezulaner fürchten um Krankenhaus-Patienten. (Quelle: Reuters)


Ein gewaltiger Stromausfall legt Venezuela still. Mit schwerwiegenden Folgen: Eine Organisation berichtet, dass Dialysepatienten gestorben seien. Oppositionsführer Juan Guaidó ruft derweil zum Marsch auf Caracas auf.

Durch den massiven Stromausfall in Venezuela sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation 15 Dialyse-Patienten gestorben. Neun Todesfälle habe es im Bundesstaat Zulia gegeben, zwei weitere im Bundesstaat Trujillo und vier in der Hauptstadt Caracas, sagte der Chef der Gesundheitsorganisation Codevida, Francisco Valencia, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Aufgrund des Stromausfalls hätten die Nierenpatienten sich nicht einer Dialyse unterziehen können.

Der gigantische Blackout legt seit dem späten Donnerstagnachmittag fast das gesamte Land lahm. Während in einigen Gegenden die Versorgung am Samstag zumindest vorübergehend wiederhergestellt wurde, blieben andere Regionen weiter ohne Strom.

Besonders Kliniken sind betroffen

In Krankenhäusern herrschten chaotische Zustände. Die meisten Kliniken haben keine Generatoren oder nutzen sie nur in Notfällen. Die genaue Ursache für den Stromausfall ist bislang unklar.

Die Maduro-Regierung macht die USA für den Blackout verantwortlich, der durch einen Cyberangriff ausgelöst worden sei. Maduro zufolge habe es am Samstag einen weiteren Cyberangriff gegeben. Dieser habe die Bemühungen "zunichte gemacht", die Stromversorgung wieder in Gang zu setzen, sagte er in Caracas. Experten und die Opposition werfen dagegen der Regierung von Maduro vor, nicht genug in die Infrastruktur investiert zu haben und deshalb verantwortlich zu sein.

Das ecuadorianische Außenministerium erklärte, infolge des Blackouts seien bislang 79 Venezolaner gestorben. Die Maduro-Regierung wies dies zurück.

"Es kommen harte Tage auf uns zu"

Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó will derweil im seit Wochen andauernden Machtkampf mit Maduro eine Entscheidung erzwingen. Am Samstag kündigte er einen großen Marsch von Regierungsgegnern aus dem ganzen Land auf die Hauptstadt Caracas an.

"Es kommen harte Tage auf uns zu. Das Regime wird versuchen, uns zu spalten", sagte er bei einer Kundgebung in der venezolanischen Hauptstadt. "In diesem Kampf ist es fundamental, dass wir weiter auf die Straße gehen." In den kommenden Tagen wolle er mit oppositionellen Abgeordneten durch das Land ziehen und in der Provinz die Menschen für einen Marsch auf Caracas gewinnen.

"Unrechtmäßige Machtübernahme muss aufhören"

Guaidó sicherte sich bereits internationale Unterstützung, hat Zugang zu Auslandskonten und versucht immer wieder, das Militär auf seine Seite zu ziehen. Doch die Machtfrage wird letztlich auf den Straßen von Caracas entschieden. Um Maduro in die Knie zu zwingen, muss er den Druck erhöhen.


Der Ärger vieler Venezolaner über die Stromausfälle könnte ihm dabei in die Karten spielen. "Damit die Finsternis, der Hunger und das Elend enden, muss die unrechtmäßige Machtübernahme aufhören", sagte er bei der Kundgebung.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa

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