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Handelskrieg: Trump dämpft Hoffnungen bei Verhandlungen mit China

Handelskrieg  

Trump dämpft Hoffnungen: Keine Eile bei Abkommen mit China

21.09.2019, 10:38 Uhr | dpa

Handelskrieg: Trump dämpft Hoffnungen bei Verhandlungen mit China. Donald Trump: Der US-Präsident hat eigenen Worten zufolge keine Eile, den Handelskrieg mit China zu beenden. (Quelle: imago images/Brian Cahn)

Donald Trump: Der US-Präsident hat eigenen Worten zufolge keine Eile, den Handelskrieg mit China zu beenden. (Quelle: Brian Cahn/imago images)

Die Wirtschaft hofft auf eine schnelle Einigung, doch Donald Trump will sich bei Verhandlungen mit China Zeit lassen. Die chinesische Seite sorgte bei ihrem Besuch in den USA auf andere Weise für Irritation.

Inmitten des Handelskriegs mit China hat US-Präsident Donald Trump die Bedeutung einer raschen Einigung heruntergespielt. Er brauche nicht zwangsläufig vor der Präsidentenwahl im November 2020 ein Handelsabkommen, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Wichtiger als ein kleiner Erfolg sei es ihm, dass es zu einem umfassenden Abkommen komme. "Wir wollen ein vollständiges Abkommen", sagte er. Die Börse in New York gab nach Trumps Äußerungen nach, denn der Handelskrieg der beiden größten Volkswirtschaften trübt die globalen Wachstumsaussichten.

Beide Seiten beendeten am Freitag in der US-Hauptstadt zweitägige vorbereitende Gespräche für die Wiederaufnahme der Verhandlungen Anfang Oktober. Die chinesische Seite sah "konstruktive Diskussionen". Bei den "ernsthaften" Gesprächen auf Vizeministerebene seien die Pläne für die geplanten Verhandlungen diskutiert worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag. Die Wortwahl ging allerdings über frühere Standardfloskeln nach solchen Gesprächen nicht hinaus. Auch wurde weiterhin kein genauer Termin genannt, wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden.

Kurzfristige Absage

Für Irritationen sorgte die kurzfristige Absage eines Besuchs chinesischer Delegationsteilnehmer in den beiden landwirtschaftlich geprägten Bundesstaaten Montana und Nebraska, der im Anschluss an die Arbeitsgespräche in Washington geplant war. Nach Medienberichten wollte der chinesische Vizelandwirtschaftsminister Han Jun von Montag an die beiden Agrarregionen besuchen, kehrte aber vorzeitig nach Peking zurück. Er war Teil der chinesischen Delegation bei den Gesprächen, in denen es auch um eine Ausweitung der Exporte von landwirtschaftlichen Produkten aus den USA nach China geht.

Die Absage und Trumps Äußerungen trüben die Aussichten auf eine baldige Einigung in den Verhandlungen. Als Trump den Handelskrieg vor mehr als einem Jahr begonnen hatte, war er noch davon ausgegangen, ein solcher Konflikt sei "leicht zu gewinnen". Die US-Regierung hat seither Strafzölle auf fast alle Importe aus China – Waren im Wert von rund 500 Milliarden US-Dollar – angekündigt oder bereits verhängt. Damit will Trump Peking Zugeständnisse zur Verbesserung der Handelsbeziehungen abringen. Er fordert auch Strukturreformen und einem Kontrollmechanismus zur Einhaltung des Abkommens.

Für China nicht akzeptable Bedingungen

Ein früherer ranghoher chinesischer Wirtschaftsplaner enthüllte Details der US-Forderungen, die die Verhandlungen im Mai platzen ließen. Li Deshui, zuletzt Chef des Statistikamtes, sprach in einem Aufsatz, aus dem die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" zitierte, von nicht akzeptablen Bedingungen. Die USA hätten gefordert, dass China seine Gesetze ergänze. Auch hätten sie einen Mechanismus gefordert, mit dem sie jederzeit Sanktionen hätten verhängen können, ohne dass Peking hätte Vergeltung üben können.

Die USA hätten ferner versucht, Chinas High-Tech-Industrie und Staatsunternehmen zu beschränken, schilderte Li Deshui, früher ein prominenter Wirtschaftsplaner in Peking. China hätte seine Märkte und den Finanzsektor "bedingungslos" öffnen sollen. "Das ist ein völlig ungerechter Vertrag, der versucht, China zu kolonisieren", benutzte Li Deshui eine Sprache, die an die Zeit des Imperialismus westlicher Mächte im 19. Jahrhundert erinnert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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