Sie sind hier: Home > Politik > Ausland > Krisen & Konflikte >

USA verlegen Soldaten in den Nahen Osten – Trump: "Das ist eine Drohung"

"Das ist eine Drohung"  

USA verlegen Hunderte Soldaten in den Nahen Osten

01.01.2020, 15:50 Uhr | dpa, rtr

USA verlegen Soldaten in den Nahen Osten – Trump: "Das ist eine Drohung". Donald Trump und First Lady Melania in Mar-a-Lago: Der US-Präsident sprach auf seinem Silvesterempfang über die Krise. (Quelle: AP/dpa/Evan Vucci)

Donald Trump und First Lady Melania in Mar-a-Lago: Der US-Präsident sprach auf seinem Silvesterempfang über die Krise. (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu. Die USA verlegen zusätzliche Soldaten in die Region. Ausgelöst wurde der Schritt durch Proteste im Irak – doch Hintergrund ist der gefährliche Konflikt mit dem Iran.

Die US-Regierung verlegt wegen der jüngsten Spannungen im Irak mit sofortiger Wirkung 750 zusätzliche Soldaten in die Region. Darüber hinaus stünden weitere Soldaten bereit, um in den nächsten Tagen auszurücken, teilte Verteidigungsminister Mark Esper mit. Die Verlegung der Soldaten der 82. Luftlandedivision aus dem US-Bundesstaat North Carolina sei eine Vorsichtsmaßnahme angesichts der erhöhten Bedrohungslage im Irak.

Verteidigungsminister Esper sagte: "Die Vereinigten Staaten werden unsere Bürger und Interessen überall auf der Welt schützen." US-Medienberichten zufolge sollten die Soldaten zunächst im benachbarten Kuwait stationiert werden. Nur Stunden zuvor hatte das US-Militär zum Schutz der Botschaft in Bagdad die Verlegung von rund 100 Marineinfanteristen aus Kuwait eingeleitet, nachdem Hunderte Demonstranten gewaltsam versucht hatten, die diplomatische Vertretung zu stürmen.

Mit Kampfhubschraubern gegen Demonstranten

Das US-Militär setzte unter anderem zwei Kampfhubschrauber ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. Ein vom Militär veröffentlichtes Video zeigte, wie Hubschrauber vom Typ "Apache" Signalraketen über der Botschaft abfeuerten. Auslöser der Proteste in Bagdad waren US-Luftangriffe vom Wochenende auf schiitische Milizen, die laut Washington vom Iran unterstützt werden.

US-Präsident Donald Trump machte daher den Iran für die jüngsten Ausschreitungen verantwortlich und drohte mit Vergeltung. Jegliche Schäden oder Opfer würden dem Iran teuer zu stehen kommen, schrieb Trump auf Twitter. "Das ist keine Warnung, das ist eine Drohung. Frohes Neues Jahr!"

Anschließend relativierte Trump seine Aussagen wieder. Er geht nach eigener Aussage nicht davon aus, dass es zu einem Krieg mit dem Iran kommt. Er wolle eine solche Entwicklung nicht und erwarte sie auch nicht, sagte Trump auf seinem Anwesen Mar-a-Lago in Palm Beach. "Ich will Frieden", sagte Trump. "Und der Iran sollte mehr als jeder andere Frieden wünschen."

Auch am Mittwoch Proteste vor US-Botschaft

Der Iran verfügt im Irak über großen politischen Einfluss und steht damit in Rivalität zu den USA. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran wies jedoch Vorwürfe zurück, wonach der Iran für die Proteste an der Botschaft verantwortlich sei.

An der Botschaft im Irak kam es am Mittwoch derweil den zweiten Tag in Folge zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Mehrere Personen seien durch den Einsatz von Tränengas verletzt worden, berichtete die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA. Augenzeugen berichteten, dass Hunderte Demonstranten die Nacht in der Nähe des Botschaftsgelände verbracht hätten. 

Auswärtiges Amt verurteilt Angriffe

Am Dienstag hatten Demonstranten versucht, den hochgesicherten Botschaftskomplex zu stürmen. Augenzeugen zufolge waren darunter viele Anhänger schiitischer Milizen. Fotos zeigten, dass eine große Zahl von ihnen Flecktarn-Kleidung trug und Fahnen der Miliz Kata'ib Hisbollah schwenkte.

Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte die Angriffe auf die US-Botschaft. Die Sicherheit und Unverletzlichkeit diplomatischer Vertretungen und ihres Personals gehörten zum Kern der internationalen Ordnung, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung des deutschen Außenministeriums. Übergriffe seien durch nichts zu rechtfertigen.

Die Ereignisse von Bagdad erfüllten aber auch mit Blick auf die Lage in der Region mit Sorge, hieß es weiter. Jetzt seien Besonnenheit und Augenmaß besonders wichtig. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal