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Explosion in Beirut: Libanesische Regierung wurde im Juli gewarnt

Laut Insider-Informationen  

Libanons Regierung wurde vor möglicher Explosion gewarnt

11.08.2020, 08:40 Uhr | rtr, aj

Schwere Explosionen in Beirut fordern Tote und Tausende Verletzte

Zwei schwere Explosionen haben am Dienstagabend (Ortszeit) Beirut erschüttert. Zahlreiche Menschen starben, Tausende wurden verletzt. Bilder aus der libanesischen Hauptstadt zeigen die Detonationen und die Wucht der Zerstörung. (Quelle: t-online.de)

Aufnahmen aus dem Libanon: Bei einer starken Explosion in Beirut sind zahlreiche Menschen gestorben – es gab Tausende Verletzte. (Quelle: t-online.de)


Rund um die Katastrophe in Beirut kommen neue Details ans Licht. Die Tragödie hätte möglicherweise verhindert werden können. Offenbar wussten die Behörden von den gefährlichen Chemikalien, die im Hafen lagerten.

Sicherheitsexperten haben die libanesische Regierung nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bereits im Juli vor den verheerenden Folgen einer Explosion im Hafen von Beirut gewarnt. Dabei wurden explizit die 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat erwähnt, die vergangene Woche wohl zu der gewaltigen Explosion führten, die große Teile der Stadt zerstört hat und bei der mindestens 160 Menschen starben und mehr als 6.000 verletzt worden. Die Chemikalien hatten der Regierung zufolge sechs Jahre lang ungesichert im Hafen gelagert.

Die Warnung der Sicherheitsexperten sei an den Ministerpräsidenten Hassan Diab und den Präsidenten Michel Aoun gegangen, sagten mit entsprechenden Berichten vertraute Personen laut Reuters. Im jüngsten Bericht der Generaldirektion für Staatssicherheit gebe es einen Hinweis auf einen Brief an die beiden Politiker, der am 20. Juli verschickt worden sei. Der Inhalt des Briefs geht aus dem Bericht, den Reuters einsehen konnte, nicht hervor.

Warnung vor einem Terroranschlag mit Chemikalien

Ein mit den Vorgängen Vertrauter sagte aber, das Schreiben habe die Ergebnisse einer Untersuchung zum Inhalt gehabt. Darin sei der Schluss gezogen worden, dass die Chemikalien umgehend abgesichert werden müssten. "Es gab die Gefahr, dass das Material, sofern es gestohlen worden wäre, für Terroranschläge genutzt werden könnte", so die Person, die an der Formulierung des Briefs beteiligt war und nicht namentlich genannt werden will. "Ich habe sie gewarnt, dass dies Beirut zerstören kann, wenn es explodiert."

Die Büros des Ministerpräsidenten und des Präsidenten ließen Anfragen zu dem Brief unbeantwortet. Auch die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht äußern.

Nach tagelangen Protesten hatte die Regierung am Montag ihren Rücktritt angekündigt, bleibt aber übergangsweise im Amt. Demonstranten in Beirut werfen ihr Versagen und Korruption vor. Der Wiederaufbau dürfte das krisengeplagte Land bis zu 15 Milliarden Dollar kosten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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