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Nordkorea: Kim Jong Un entschuldigt sich für erschossenen Südkoreaner

Vertrauen wieder herstellen  

Nordkorea entschuldigt sich für erschossenen Südkoreaner

25.09.2020, 13:32 Uhr | dpa

Nordkorea: Kim Jong Un entschuldigt sich für erschossenen Südkoreaner. Südkorea, Icheon: Moon Jae-In, Präsident von Südkorea, begrüßt bei einer Zeremonie im Rahmen des 72. Tages der Streitkräfte Soldaten des Kommandos für besondere Kriegsführung.  (Quelle: dpa/Lee Jin-Wook)

Südkorea, Icheon: Moon Jae-In, Präsident von Südkorea, begrüßt bei einer Zeremonie im Rahmen des 72. Tages der Streitkräfte Soldaten des Kommandos für besondere Kriegsführung. (Quelle: Lee Jin-Wook/dpa)

Zügig reagiert Nordkorea auf Vorwürfe aus Seoul, einen südkoreanischen Beamten erschossen zu haben. Die Antwort fällt überraschend aus. 

Nachdem nordkoreanische Soldaten einen südkoreanischen Ministerialbeamten erschossen haben, ist Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bemüht, in Seoul die Wogen zu glätten. Kim habe sich für den Vorfall entschuldigt, teilte Südkoreas Präsidialamt am Freitag mit. Es sei extrem bedauerlich, "durch diesen unerwarteten Vorfall Präsident Moon Jae In und die Südkoreaner enttäuscht zu haben". Dass sich Nordkoreas autokratischer Anführer beim Nachbarn entschuldigt, gilt als ungewöhnlich.

Erschossener Südkoreaner sei "schändlicher Zwischenfall" 

Kims Entschuldigung wurde nach Angaben Seouls in einem Brief der Vereinten Frontabteilung der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei vermittelt. Die Frontabteilung habe darin Pjöngjangs Version des Hergangs der Ereignisse beschrieben. Die Führung sei zu dem Schluss gekommen, dass dieser "schändliche Zwischenfall" niemals hätte passieren dürfen, hieß es in dem Schreiben. Es war zugleich die erste offizielle Reaktion auf den Vorfall vom Dienstag.

Südkorea hatte dem abgeschotteten Nachbarland am Donnerstag wegen der Erschießung des Beamten vom Fischereiministerium brutales Verhalten vorgeworfen und Aufklärung verlangt. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs war der 47-jährige Beamte am Montag während einer Dienstfahrt auf einem Patrouillenschiff nahe der Seegrenze vor der Westküste unterwegs, als er plötzlich vom Boot verschwand. Eine Suche nach ihm verlief ergebnislos. Am Dienstag hätten nordkoreanische Soldaten den noch im Wasser treibenden Mann erschossen und den Leichnam später als offensichtliche Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus verbrannt.

Zehn Schüsse auf im Wasser treibenden Mann

Dieser Version widersprach nun Nordkorea zum Teil. Der Körper sei nicht verbrannt worden, sondern das schwimmende Objekt, das den Mann getragen habe. Die Soldaten hätten aber zuvor zehn Schüsse auf den Mann abgegeben, der illegal in nordkoreanische Gewässer eingedrungen sei. Die Grenzsoldaten hätten gemäß den Anweisungen gehandelt. Die Leiche sei nach den Schüssen nicht mehr sichtbar gewesen. Auf dem Schwimmgerät sei nur noch eine Menge Blut zu sehen gewesen.

Auch äußerte Nordkorea sein Bedauern darüber, dass das südkoreanische Militär einseitig über die Umstände des Vorfalls berichtet habe. Die Führung in Pjöngjang sei aber bemüht, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederhole. Auch habe sie betont, "wachsamer zu sein, damit das in den vergangenen Jahren zwischen Nord- und Südkorea aufgebaute Vertrauen und der Respekt nicht zerstört werden".

Moon und Kim schreiben sich persönliche Briefe

In Südkorea hatte die Tötung des Beamten Unverständnis ausgelöst. Auch gab es die Befürchtung, dass der jüngste Vorfall die Bemühungen der Regierung behindert, den abgerissenen Dialog mit dem Nachbarland wieder aufnehmen zu können. Wie am Freitag überraschend bekannt wurde, hatten Moon und Kim in diesem Monat persönliche Briefe ausgetauscht.

Kim habe die Hoffnung geäußert, dass die Südkoreaner die Schwierigkeiten wegen der Coronavirus-Pandemie und der Schäden durch die jüngsten Taifune überwinden würden, sagte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Suh Hoon. In seinem Brief habe Moon unter anderem bedauert, dass sich die beiden Länder trotz der Herausforderung durch die Pandemie nicht gegenseitig helfen könnten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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