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Syrien: Offenbar mindestens 78 Todesopfer nach russischen Luftangriffen


Bei russischen Luftangriffen
Offenbar mindestens 78 Todesopfer in Syrien

Von dpa
Aktualisiert am 26.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Syrien: Nach den Luftangriffen steigt die Zahl der Todesopfer weiter.Vergrößern des BildesSyrien: Nach den Luftangriffen steigt die Zahl der Todesopfer weiter. (Quelle: Moawia Atrash/dpa-bilder)
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Nach russischen Luftangriffen in Syrien steigt die Zahl der Todesopfer verheerend an. Nach Angaben von Aktivisten seien bislang wohl mindestens 78 Personen ums Leben gekommen.

Bei russischen Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 78 mit der Türkei verbündete Rebellen getötet worden. Rund 100 weitere seien bei den Bombardements auf ein Militärlager in der Provinz Idlib verletzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit.

Viele der Verwundeten schwebten in Lebensgefahr. Die Suche nach Verletzten laufe, hieß es. Am Himmel seien weiterhin russische Kampfflugzeuge zu sehen.

Verstoß gegen Waffenruhe und "klare russische Botschaft"

Nach Angaben der Menschenrechtsaktivisten griffen russische Jets die islamistische Miliz Failak al-Scham an, die 2014 gegründet wurde und mit der Türkei verbündet ist. Die Angriffe trafen demnach ihr Ausbildungslager in der Nähe des syrischen Ortes Harim unweit der türkischen Grenze. In den kommenden Tagen sollten dort rund 150 neue Kämpfer ihre Ausbildung abschließen.

Der Sprecher des Rebellenbündnisses Nationale Befreiungsfront (NLF), der Failak al-Scham angehört, bestätigte die Bombardements. Die Angriffe auf das Ausbildungslager von Failak al-Scham seien eine "klare russische Botschaft" und ein deutlicher Verstoß gegen die geltende Waffenruhe, teilte Sprecher Mustafa Nadschi mit. Russland und die Türkei hatten sich im März auf die Waffenruhe für Idlib geeinigt. Seitdem hatte es dort einige kleinere Verstöße gegeben.

1,4 Millionen Menschen vertrieben

Auch die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf militärische Quellen in der Opposition von einem Angriff und sprach von "zahlreichen" Opfern. Russische Kampfjets hätten ein Ausbildungslager der Miliz angegriffen.

Syrische Regierungstruppen hatten im Frühjahr 2019 mit russischer Unterstützung eine Offensive begonnen, um die letzte Rebellenhochburg Idlib und umliegende Gebiete zurückzuerobern. Seit Anfang 2019 wurden 1,4 Millionen Menschen durch die Kämpfe in Idlib vertrieben. Russland und der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad wurde dabei mehrfach vorgeworfen, gezielt auch zivile Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser anzugreifen.

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