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Trotz Sanktionen: Nordkorea treibt Atomprogramm weiter voran

Von reuters
Aktualisiert am 09.02.2021Lesedauer: 2 Min.
Kim Jong Un: Der Machthaber von Nordkorea bastelt einem Bericht zufolge weiter an dem Atomprogramm des Landes.
Kim Jong Un: Der Machthaber von Nordkorea bastelt einem Bericht zufolge weiter an dem Atomprogramm des Landes. (Quelle: -/KCNA/dpa-bilder)
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Von kaum einem Land geht eine solche Gefahr für den internationalen Frieden aus wie von Nordkorea. Ein UN-Bericht zeigt, dass das Land weiter unbeirrt an seinem Atom-Arsenal arbeitet. Das dürfte auch zum Problem für den neuen US-Präsidenten werden.

Nordkorea treibt sein Atomprogramm trotz internationaler Sanktionen einem internen UN-Bericht zufolge weiter voran. Die Autokratie habe "ihre Nuklear- und ballistischen Raketenprogramme mit Verstoß gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates" weiter unterhalten und entwickelt, heißt es in einem Bericht eines Expertengremiums der Vereinten Nationen, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Auch wenn 2020 weder Atom- noch ballistische Raketentests gemeldet worden seien, produziere Nordkorea weiter "spaltbares Material, unterhielt Kernanlagen und verbesserte seine Infrastruktur für ballistische Raketen". Derweil suche es im Ausland nach notwendigen Materialien und Know-how, hieß es weiter.

Finanziert werde das Atomprogramm offenbar unter anderem mit Hacker-Aktivitäten, die direkt vom nordkoreanischen Geheimdienst ausgeführt würden. Diese hätten zuletzt "virtuelle Vermögenswege und Verwalter von Vermögenswerten" sowie Verteidigungsunternehmen ins Visier genommen. Zudem habe das Land von Herrscher Kim Jong Un die UN-Sanktionen unter anderem zum begrenzten Import mit verarbeitetem Erdöl und anderen Stoffen systematisch umgangen, beispielsweise mit einem Transfer der Güter zwischen Schiffen auf dem Meer.

Waffen werden bei Militärparaden präsentiert

Die UN-Experten betonen in dem Bericht außerdem, dass die Führung in Pjöngjang bei Militärparaden "neue ballistische Raketensysteme mit kurzer Reichweite, mittlerer Reichweite, U-Boot-Startmöglichkeiten und Interkontinentalraketen" zeige. Auch habe die Regierung die Erprobung und Produktion neuer Sprengköpfe für ballistische Raketen sowie die Entwicklung taktischer Atomwaffen angekündigt.

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Die möglicherweise neue Interkontinentalrakete wird bei der Militärparade gezeigt: Nordkorea werde sein Militär weiter ausbauen, kündigte Kim Jong Un an.
Die möglicherweise neue Interkontinentalrakete wird bei der Militärparade gezeigt: Nordkorea werde sein Militär weiter ausbauen, kündigte Kim Jong Un an. (Quelle: -/KRT/AP/dpa-bilder)

Das wegen seines Atomwaffenprogramms isolierte Land entwickelt und testet seit vielen Jahren verschiedene Raketentypen jeglicher Reichweite, die vom Land oder vom Wasser aus gestartet werden können. U-Boot-Raketen sind dabei schwerer vom Gegner zu erfassen.

Die jüngste Militärparade Nordkoreas und zuvor der achttägige Parteikongress wurden kurz vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden abgehalten – zu einem Zeitpunkt, da die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über sein Atomprogramm nicht mehr vorankamen. Während des Kongresses hatte Kim die USA als "Hauptfeind" bezeichnet. Auch kündigte er an, sein Land werde die nukleare Abschreckung mit neuen Waffen einschließlich neuer Interkontinentalraketen stärken. Bidens Vorgänger Donald Trump hatte es trotz mehrerer Treffen mit Kim nicht geschafft, Einfluss auf dessen Atomprogramm zu nehmen.

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  • Hanna Klein
  • Axel Krüger
Von Hanna Klein, Axel Krüger
Deutsche Presse-AgenturHackerKim Jong-unNordkorea
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