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US-Militärschlag in Lateinamerika: Wollte Trump in Venezuela einmarschieren?

Möglicher US-Militärschlag  

Wollte Trump in Venezuela einmarschieren?

05.07.2018, 07:07 Uhr | aj, t-online.de

US-Militärschlag in Lateinamerika: Wollte Trump in Venezuela einmarschieren?. Donald Trump, Henry McMaster: Der ehemalige Sicherheitsberater soll den US-Präsidenten von einem Militärschlag in Venezuela abgebracht haben. (Quelle: AP Photo/John Bazemore/ Archivbild)

Donald Trump, Henry McMaster: Der ehemalige Sicherheitsberater soll den US-Präsidenten von einem Militärschlag in Venezuela abgebracht haben. (Quelle: AP Photo/John Bazemore/ Archivbild)

Die USA gehören zu den schärfsten Kritikern der sozialistischen Regierung in Venezuela. Mehr noch: Laut einem neuen Bericht soll Donald Trump sogar einen Militärschlag in dem lateinamerikanischen Land erwogen haben. Der venezolanische Staatschef reagierte prompt.

US-Präsident Donald Trump hat offenbar über einen Militärschlag in Venezuela nachgedacht. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die Aussagen eines US-Beamten. Demnach habe der Präsident mehrfach den Vorschlag geäußert, in dem südamerikanischen Land einzumarschieren, um Venezuelas Präsidenten Maduro zu stürzen.

Die USA gehören zu den schärfsten Kritikern der sozialistischen Regierung in Venezuela: Nach Maduros umstrittener Wiederwahl im Mai hatte US-Präsident Donald Trump scharfe Sanktionen verhängt. Der autoritäre Staatschef Maduro kontrolliert alle staatlichen Institutionen und hat das von der Opposition beherrschte Parlament entmachtet. 

Mitarbeiter haben Trump von einem Militärschlag abgeraten

Trump soll die Idee einer Invasion das erste Mal während eines Meetings mit seinen Sicherheitsberatern im Oval Office geäußert haben. Zum Erstaunen seiner Mitarbeiter habe er mit der Idee gespielt, Truppen in das Land zu schicken, anstatt Sanktionen zu verhängen. 

Seine damaligen Berater, der Außenminister Rex Tillerson und der damalige Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster, hätten dem Präsidenten aufs Schärfste von der Idee abgeraten. Ein Militärschlag könne missglücken und die Beziehungen zu anderen lateinamerikanischen Staaten ins Wanken bringen.

Trump: Es gibt eine "militärische Option" 

Bei einer öffentlichen Rede im August spielte Trump erneut mit der Idee einer militärischen Intervention: "Wir haben mehrere Möglichkeiten, was Venezuela betrifft, einschließlich einer militärischen Option", so der US-Präsident.  

Noch Wochen nach der ersten Besprechung im Oval Office soll Trump wie besessen von der Idee gewesen sein. Laut eines Mitarbeiters der Regierung, auf den sich AP beruft, trug der US-Präsident seinen Vorschlag auch anderen lateinamerikanischen Regierungschefs vor, wie dem kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos.

Trump soll dabei den Rat seiner engsten Berater mutwillig missachtet haben. "Meine Mitarbeiter sagten mir, dass ich das nicht sagen soll", sagte er offenbar zu mehreren der lateinamerikanischen Staatschefs am Rande eines UN-Treffens. Diese sprachen sich jedoch gegen einen Militärschlag in Venezuela aus, wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet. Zuletzt habe McMaster Trump dann doch von dem Gedanken abbringen können, hieß es in dem Bericht.

Maduro fordert seine Armee zur Wachsamkeit auf

Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro reagierte prompt auf die Medienberichte einer Intervention und forderte die Armee des Landes zur Wachsamkeit auf. Diese dürfe "nicht eine Sekunde lang" nachlassen, sagte er am Mittwoch bei einer Militärveranstaltung. Es gelte, "das Leben in Frieden" zu verteidigen. 

Maduro sagte, er sehe sich nun in seinem Verdacht bestätigt, dass die USA einen Militärangriff gegen Venezuela planten, um an die großen Ölreserven des Landes zu kommen.

Venezuela sitzt auf den größten Ölreserven der Welt und war einst eines der reichsten Länder Südamerikas. Jahrzehnte der staatlichen Gängelung, Misswirtschaft und Korruption haben allerdings die industrielle Basis zerstört. Die Ölproduktion ist wegen fehlender Investitionen in Förder- und Raffinerietechnik eingebrochen.

Das Weiße Haus hat bisher keine Stellungnahme zu dem Bericht abgegeben. 

Verwendete Quellen:

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