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Ivanka Trump kritisiert die Politik ihres Vaters

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Familientrennungen "ein Tiefpunkt"  

Ivanka Trump kritisiert die Politik ihres Vaters

03.08.2018, 02:18 Uhr | dpa, AFP, aj

. Ivanka Trump: Sie hat die "Null-Toleranz"-Politik ihres Vaters als "Tiefpunkt" bezeichnet. (Quelle: Reuters/Joshua Roberts)

Ivanka Trump: Sie hat die "Null-Toleranz"- Asylpolitik ihres Vaters als "Tiefpunkt" bezeichnet. (Quelle: Joshua Roberts/Reuters)

Donald Trump ist es gewohnt, Kritik einzustecken. Doch diesmal kommt der Tadel aus den eigenen Reihen – von seiner Tochter Ivanka. Die nennt die Migrationspolitik ihres Vaters einen "Tiefpunkt". Auch mit seiner Haltung zu den Medien ist sie nicht einverstanden.

US-Präsidententochter Ivanka Trump ist in manchen Punkten auf deutliche Distanz zur Politik ihres Vaters gegangen. Bei einer Veranstaltung in Washington übte sie am Donnerstag deutliche Kritik an den Trennungen von Migrantenfamilien an der Grenze, die sie als "Tiefpunkt" bezeichnete. Auch distanzierte sie sich von den harten Medienattacken ihres Vaters.

Sie sei "sehr entschieden" gegen die Trennung von Eltern und Kindern, sagte die 36-Jährige bei der Konferenz des Nachrichtenportals "Axios". Auch beschrieb sie sich selbst als "Tochter einer Immigrantin" - ihre Mutter Ivana Trump stammt aus der früheren Tschechoslowakei.

Die US-Behörden hatten im Zuge einer "Null Toleranz"-Politik gegenüber der illegalen Zuwanderung rund 2500 Kinder an der Grenze ihren Eltern weggenommen. Die Eltern wurden als Straftäter behandelt und inhaftiert, die Kinder auf Heime im ganzen Land verteilt.

Erst nach einem Aufschrei der Empörung in der US-Öffentlichkeit stoppte Präsident Donald Trump im Juni diese harsche Praxis. Hunderte Migrantenfamilien wurden von den Behörden aber immer noch nicht wieder zusammengeführt.

"Empfinde die Medien nicht als Feinde des Volkes"

Ivanka Trump, die einen offiziellen Beraterposten im Weißen Haus hat, sagte ferner: "Nein, ich empfinde die Medien nicht als Feinde des Volkes". Diese Äußerung machte sie allerdings erst auf energische Nachfrage. Ihr Vater denunziert Medien, die kritisch über ihn berichten, regelmäßig als "Feinde des Volkes".

Kritische Berichterstattung über seine Politik, wie sie etwa die vielfach ausgezeichnete "New York Times" betreibt, bezeichnet Trump immer wieder als "Fake News". Kritische Medien hat er wiederholt "Feinde des Volkes" genannt. Der Präsident wirft ihnen vor, Verschwörungstheorien zu verbreiten und der Demokratie zu schaden.

 

Trump reagierte auf die Äußerungen seiner Tochter mit einer Twitter-Nachricht: "Sie haben meine Tochter Ivanka gefragt, ob die Medien die Feinde des Volkes sind. Sie hat korrekterweise nein gesagt. Es sind die FAKE NEWS, welche ein großer Teil der Medien sind, die die Feinde des Volkes sind."

Trumps Sprecherin Sarah Sanders wurde bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Weißen Hauses zur Aussage von Ivanka Trump gefragt, ob sie deren Einschätzung teile. Sanders vermied es, dazu Stellung zu nehmen und die Medien von dem Vorwurf freizusprechen. Sanders verwies darauf, dass sie für den Präsidenten spreche und dass Trump seine Meinung in der Frage klargemacht habe.

"Attacken sind strategisch"

Auch international gerät Trump für seine Angriffe auf Medien in die Kritik. "Seine Attacken sind strategisch, sollen das Vertrauen in die Berichterstattung untergraben und Zweifel an überprüfbaren Fakten schüren", schrieben die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen und der Interamerikanischen Menschenrechtskommission, David Kaye und Edison Lanza, am Donnerstag. "Wir sind besonders besorgt, dass diese Angriffe das Risiko erhöhen, dass Journalisten Gewalt ausgesetzt werden." Trump habe zudem nie den Beweis erbracht, dass Medien aus unlauteren Motiven falsch berichtet hätten.

Auch der Herausgeber der "New York Times", A. G. Sulzberger, hatte kürzlich kritisiert, mit seinen verbalen Angriffen gefährde Trump die Sicherheit von Journalisten. Er habe den Präsidenten bei einem Treffen im Weißen Haus im vergangenen Monat gewarnt, dass diese aufrührerische Rhetorik "zu einem Anstieg von Drohungen gegen Journalisten beiträgt und zur Gewalt führen wird".

Die Faktenprüfer der "Washington Post" hatten am Mittwoch berichtet, dass Trump in den 558 Tagen seit Amtsantritt 4229 falsche oder irreführende Angaben gemacht hat - das seien 7,6 Behauptungen pro Tag. Das Blatt gehört gemeinsam mit der "New York Times" und dem US-Sender CNN zu den bevorzugten Zielscheiben von Trump.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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