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Nach CNN-Eklat: Weißes Haus erlässt Regeln für Journalisten

Nach CNN-Eklat  

Weißes Haus erlässt Regeln für Journalisten

20.11.2018, 09:23 Uhr | AFP, dpa, aj

Donald Trump beschimpft Reporter im Weißen Haus (Quelle: Imago/Christy Bowe/Zuma Press)
Donald Trump beschimpft Reporter im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump liefert sich auf einer Pressekonferenz zu den Kongresswahlen Wortgefechte mit Journalisten.

Anlass für neue Regeln im Weißen Haus: Donald Trump lieferte sich auf einer Pressekonferenz zu den Kongresswahlen Wortgefechte mit einem CNN-Reporter. (Quelle: Reuters)


Punktsieg für CNN: Korrespondent Acosta darf seinen Presseausweis behalten – solange er sich an die neuen Regeln hält, die das Weiße Haus erlassen hat. Für Journalisten wird es schwieriger werden.

Das Weiße Haus hat formelle Regeln für Pressekonferenzen erlassen und droht Journalisten beim Verstoß dagegen mit dem Entzug der Akkreditierung. Hintergrund ist der Streit um den CNN-Korrespondenten Jim Acosta, bei dem das Weiße Haus am Montag eine weitere Runde verlor: Der prominente Journalist wird nun wieder dauerhaft – und nicht nur vorläufig – für Pressekonferenzen zugelassen, wie das Weiße Haus und CNN mitteilten. Die zugleich erlassenen Regeln bedeuten aber schlechtere Bedingungen für Journalisten insgesamt bei den seltenen Pressekonferenzen.

Mit dem Zugang zu Pressekonferenzen für Acosta ist das von CNN angestrengte Gerichtsverfahren vom Tisch. "In der Folge ist unsere Klage nicht mehr länger notwendig", teilte CNN mit. "Wir freuen uns darauf, weiter über das Weiße Haus zu berichten." CNN gehört zu den Medien, die am kritischsten über US-Präsident Donald Trump berichten.

Trump hatte den Entzug der Akkreditierung Acostas nach einem Wortgefecht bei einer Pressekonferenz am 7. November angeordnet. Am vergangenen Freitag erließ ein Bundesgericht dann eine einstweilige Verfügung, wonach Acosta bis zu einer endgültigen richterlichen Entscheidung wieder zu Pressekonferenzen zugelassen werden muss. 

Neue Regeln für Journalisten bei Pressekonferenzen

Das Weiße Haus akkreditierte Acosta daraufhin wieder – aber nur vorläufig. Noch am selben Abend informierte das Weiße Haus den Journalisten über einen von Trump unterstützten Beschluss, dass die Akkreditierung nach Ablauf der 14-tägigen Gültigkeitsdauer der einstweiligen Verfügung wieder entzogen werde. CNN beantragte daraufhin am Montag eine Dringlichkeitsanhörung bei Gericht.

Das Weiße Haus teilte am Montagnachmittag (Ortszeit) mit, Journalisten dürften eine einzelne Frage stellen, wenn sie aufgerufen würden. Es bleibe dem Präsidenten oder anderen Vertretern des Weißen Hauses vorbehalten, ob der jeweilige Journalist Folgefragen stellen dürfe. Danach müsse das Mikrofon abgegeben werden. Verstöße könnten mit der Suspendierung oder dem Entzug der Akkreditierung geahndet werden. Bisher waren Folgefragen üblich und wurden nicht geahndet.

Trump-Sprecherin Sarah Sanders teilte mit: "Wir haben diese Regeln mit einem gewissen Bedauern geschaffen." Sie hätte es vorgezogen, weiterhin Pressekonferenzen abzuhalten, "die sich auf eine Reihe von allgemein anerkannten beruflichen Normen stützen". Wegen der Haltung von CNN habe man sich nun aber gezwungen gesehen, die bisherigen Praktiken durch ausdrückliche Regeln zu ersetzen. Trump hatte in dem Streit Anstand von Journalisten im Weißen Haus eingefordert.

Gerichtsstreit zwischen CNN und Weißem Haus beigelegt

CNN hatte sich in seiner Klage auf die in der Verfassung verankerte Pressefreiheit berufen. Zahlreiche Medien und Journalistenorganisationen solidarisierten sich in dem Streit mit Sender.

In der Pressekonferenz am Tag nach den Kongress- und Gouverneurswahlen vom 6. November hatte Acosta den Präsidenten zu dessen aggressiver Rhetorik gegen zentralamerikanische Migranten sowie zu den Ermittlungen zu Kontakten zwischen Trump-Mitarbeitern und Russland im Wahlkampf 2016 befragt.


Trump ging auf die Fragen ein, geriet aber zunehmend in Rage, als sich Acosta nach seiner ersten Frage über die Aufforderung des Präsidenten hinwegsetzte, das Mikrofon abzugeben. Der Präsident beschimpfte den Reporter als "unverschämte, fürchterliche Person" und "Volksfeind".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur afp dpa

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