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Trumps Zollpolitik verpufft: US-Handelsdefizit steigt auf Zehn-Jahres-Hoch

Trumps Zollpolitik verpufft  

US-Handelsdefizit steigt auf Zehn-Jahres-Hoch

06.03.2019, 22:23 Uhr | dpa

t-online.de erklärt: So funktionieren Freihandel und Zölle (Quelle: Kevin Dietsch/Ding Ting/imago)
So funktionieren Freihandel und Zölle

Präsident Donald Trump sieht die Vereinigten Staaten im internationalen Handel ungerecht behandelt – Anlass für einen Zollstreit. Doch worum geht es beim Thema Zoll eigentlich und wie sind die einfachen Wirkungsmechanismen – t-online.de klärt auf. (Quelle: t-online.de)

Handelspolitik und Strafzölle schnell erklärt: So wirken die Maßnahmen von Donald Trump. (Quelle: t-online.de)


Mit einer Handelspolitk in Rambo-Manier wollte Donald Trump das US-Handelsdefizit ausgleichen und den heimischen Export stärken. Da dürften ihm diese Zahlen gar nicht gefallen.

Trotz der Zollpolitik von Präsident Donald Trump ist das Defizit der US-Handelsbilanz im Dezember auf den höchsten Stand seit über zehn Jahren gestiegen. Wie das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, weitete sich das Minus um 9,5 Milliarden auf 59,8 Milliarden Dollar (52,8 Mrd Euro) aus.

Damit übertrafen die Importe die Exporte so stark wie zuletzt im Oktober 2008. Das Defizit des Vormonats wurde um 1,0 Milliarden Dollar auf 50,3 Milliarden Dollar noch oben revidiert. Die Nachricht dürfte Trump missfallen; ihm ist das Thema seit langem ein großes Dorn im Auge.

Auch im Gesamtjahr 2018 stieg das Defizit mit 621 Milliarden Dollar auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Dies ist ein Plus im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent oder 68,8 Milliarden Dollar.

US-Wachstum verstärkt das Defizit noch

Zuletzt hat das in den USA im Vergleich zu anderen Regionen höhere Wachstum die Importe noch angetrieben und das Defizit so ausgeweitet. Gleichzeitig wurden die US-Exporte durch den hohen Dollar-Wechselkurs und zusätzliche Zölle belastet.

Um dem immensen Saldo der US-Handelsbilanz entgegenzuwirken, setzt Trump insbesondere auf höhere Zölle, die Waren aus dem Ausland verteuern. So hob die US-Regierung etwa die Einfuhrschranken für Stahl und Aluminium kräftig an. Bislang war dieser Ansatz jedoch wenig erfolgreich, wie die Zahlen des Handelsministeriums zeigen.

Dennoch deutet wenig daraufhin, dass Trump – der die hohen Überschüsse anderer Staaten als Folge "unfairer" Handelsabkommen betrachtet – von seiner bisherigen Linie abweicht. So droht der US-Präsident mit weiteren Sonderzöllen, die zum Beispiel schon bald auf Autos aus der EU verhängt werden könnten. Das Handelsministerium hatte dem Präsidenten einen Bericht vorgelegt, wonach die Autoimporte die nationale Sicherheit der USA beeinträchtigen können. Auf dieser Grundlage könnte Trump unter Umständen Zölle verhängen, ohne gegen Regeln der Welthandelsorganisation zu verstoßen.

EU-Handelskommissarin auf "Friedensmission" in den USA

Um die Zölle zu verhindern, will die EU ein Abkommen mit den USA erreichen, dass Zollfreiheit auf alle Industrieprodukte vorsieht. Deswegen ist Handelskommissarin Cecilia Malmström in Washington, wo sie am Mittwoch mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer sprechen wollte. Sie will ihn unter anderem darüber in Kenntnis setzen, wie weit die Vorbereitungen für offizielle Handelsgespräche auf EU-Seite gediehen sind. Bisher hat Malmström von den Mitgliedsstaaten noch kein Verhandlungsmandat, Länder wie Frankreich und Belgien wollen noch abwarten.

Trump kritisiert das hohe Handelsbilanzdefizit immer wieder. Zur Defizitverringerung übt er Druck auf große Handelspartner wie China oder die EU aus, damit diese mehr aus den USA importieren. Dennoch stieg das Defizit mit China im Jahr 2018 auf einen Rekordwert von 419,2 Milliarden Dollar. Ökonomen sind der Ansicht, dass das chronische Handelsdefizit vor allem Folge eines beständig hohen Konsums und geringer Ersparnisbildung in den USA ist.
 

 
Einen wesentlichen Grund für die Ausweitung des Defizits im vergangenen Jahr sehen Experten auch ausgerechnet in Trumps Steuerreform. Durch die geringeren Abgaben an den Fiskus hatten Unternehmen und Verbraucher mehr Geld übrig, was auch die Nachfrage nach importierten Waren deutlich angekurbelt haben dürfte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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