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Trump will USA in drei Schritten wieder ├Âffnen

Von reuters, dpa, afp, aj

Aktualisiert am 17.04.2020Lesedauer: 3 Min.
Donald Trump: Der US-Pr├Ąsident will sein Land graduell zur├╝ck in die Normalit├Ąt f├╝hren.
Donald Trump: Der US-Pr├Ąsident will sein Land graduell zur├╝ck in die Normalit├Ąt f├╝hren. (Quelle: Alex Brandon/ap-bilder)
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US-Pr├Ąsident Donald Trump will das Wirtschaftsleben der USA graduell wieder ├Âffnen. Sein Plan sieht drei Phasen bei der R├╝ckkehr zur Normalit├Ąt vor. Den Zeitplan dazu will er den Gouverneuren der Staaten ├╝berlassen.

US-Pr├Ąsident Donald Trump will die USA mit neuen Richtlinien in der Corona-Krise in drei Phasen auf den Weg zur Normalit├Ąt zur├╝ckf├╝hren und die Wirtschaft graduell wieder ├Âffnen. Eine landesweite Schlie├čung k├Ânne keine langfristige L├Âsung sein, sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) im Wei├čen Haus mit Blick auf die Wirtschaft. Nach Daten des US-Arbeitsministeriums vom Donnerstag haben innerhalb eines Monats rund 22 Millionen Menschen ihren Job verloren. Trump sagte: "Wir m├╝ssen eine funktionierende Wirtschaft haben. Und wir wollen sie sehr, sehr schnell zur├╝ckhaben."

Trumps Plan sieht eine weitgehende R├╝ckkehr zur Normalit├Ąt in drei Schritten vor, wenn in Bundesstaaten oder Regionen in den USA bestimmte Kriterien erf├╝llt sind. Einen genauen Zeitplan beinhalten die Richtlinien nicht. Stattdessen sollen Bundesstaaten oder Regionen vor dem Eintritt in jede der drei Phasen eine Reihe von Voraussetzungen erf├╝llen. So soll dort beispielsweise vor jeder neuen Phase die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen jeweils ├╝ber einen 14-t├Ągigen Zeitraum abgenommen haben.

Donald Trump: Der US-Pr├Ąsident will sein Land graduell zur├╝ck in die Normalit├Ąt f├╝hren.
Donald Trump: Der US-Pr├Ąsident will sein Land graduell zur├╝ck in die Normalit├Ąt f├╝hren. (Quelle: Alex Brandon/ap-bilder)
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Das letzte Wort haben die Gouverneure

30 Prozent des Landes h├Ątten in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Coronavirus-F├Ąlle gemeldet, sagte Trump. "Wir ├Âffnen, einen vorsichtigen Schritt nach dem anderen." Er betonte, den Gouverneuren der Bundesstaaten bleibe es ├╝berlassen, die Richtlinien umzusetzen. Sollten sie beschlie├čen, dass sch├Ąrfere Schutzma├čnahmen weiter notwendig seien, "werden wir ihnen das erlauben". Damit ruderte Trump zur├╝ck. Noch am Montag hatte der Pr├Ąsident gesagt, er habe bei der Frage der Wieder├Âffnung Amerikas die "allumfassende Macht".

Strikte Ma├čnahmen in New York bis Ende Mai

Das war auf erhebliche Kritik gesto├čen. So hatte etwa New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo erwidert, Trump sei kein "K├Ânig", sondern ein gew├Ąhlter Pr├Ąsident. Cuomo verl├Ąngerte in dem besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen Bundesstaat die relativ strengen Ausgangsbeschr├Ąnkungen am Donnerstag bis Mitte Mai. Das sei in Absprache mit anderen Bundesstaaten der Region geschehen, sagte er. "Was passiert danach? Ich wei├č es nicht. Das werden wir sehen, je nachdem was die Daten sagen."

Die Lage in den USA

Trump zeigte sich optimistisch, dass die Opferzahlen in den USA letztendlich unterhalb der am wenigsten verheerenden Prognosen liegen k├Ânnten. Vom Wei├čen Haus k├╝rzlich vorgestellte Vorhersagen hatten selbst unter Ber├╝cksichtigung von Schutzma├čnahmen mindestens 100.000 Tote bef├╝rchtet. Wenn alles gut gehe, w├╝rden die USA deutlich darunter liegen, sagte Trump.

Interessieren Sie sich f├╝r US-Politik? Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt ├╝ber seine Arbeit im Wei├čen Haus und seine Eindr├╝cke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier k├Ânnen Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Die Experten der Universit├Ąt Johns Hopkins haben in den USA rund 33.000 Todesf├Ąlle in Folge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verzeichnet (Stand 5.00 MESZ am Freitag). Die j├╝ngste dramatische Zunahme der Opferzahlen d├╝rfte auch daran liegen, dass der Statistik offenbar zahlreiche Tote aus New York nachtr├Ąglich hinzugef├╝gt wurden. Diese Opfer sind nach j├╝ngsten Erkenntnissen vermutlich infolge des Virus gestorben, wurden aber nie positiv getestet. Die Zahl der best├Ątigten Infektionen lag nach Angaben der Universit├Ąt bei mehr als 667.000 ÔÇô h├Âher als in jedem anderen Land.

Die neuen US-Richtlinien im Detail

  • In der ersten Phase werden die bisherigen Richtlinien, die zum Monatsende auslaufen, nur leicht gelockert. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen sollen weiterhin vermieden werden. Wer von zu Hause arbeiten kann, soll das weiter tun. Wo das m├Âglich ist, sollen Arbeitnehmer stufenweise an ihre Arbeitsstellen zur├╝ckkehren. Schulen, die derzeit geschlossen sind, sollen geschlossen bleiben. Restaurants, Kinos und Gottesh├Ąuser sollen nur ├Âffnen, wenn ein Sicherheitsabstand zwischen Besuchern gew├Ąhrleistet werden kann.
  • In der zweiten Phase sollen Arbeitnehmer weiterhin zur Arbeit von zu Hause aus ermutigt werden. In Unternehmen sollen Gemeinschaftsbereiche, wo Menschen zusammenkommen, geschlossen bleiben. Besuche in Altersheimen und Krankenh├Ąusern sollen weiter untersagt bleiben. Reisen, die nicht essenziell sind, sollen aber wieder m├Âglich sein. Schulen sollen wieder ├Âffnen.
  • In der dritten Phase sollen Arbeitnehmer wieder ohne Einschr├Ąnkungen an ihre Arbeitsstellen zur├╝ckkehren, dann sollen auch wieder Besuche in Altersheimen und Krankenh├Ąusern erlaubt werden. Gef├Ąhrdete Bev├Âlkerungsgruppen sollen aber weiterhin Abstand zu anderen Menschen einhalten. Personen, die nicht zu diesen Gruppen geh├Âren, sollen erw├Ągen, so wenig Zeit wie m├Âglich in Menschenmengen zu verbringen.

Wahlk├Ąmpfer Trump

Die Richtlinien tragen die ├ťberschrift "Opening Up America Again" (Amerika wieder ├Âffnen). Das ist eine Anspielung auf Trumps Wahlkampfslogan "Make America Great Again" (Amerika wieder gro├čartig machen). Im November stehen in den USA Pr├Ąsidentschaftswahlen an. Trump war auch in die Kritik geraten, weil sein Name auf den Schecks der Direkthilfen f├╝r Steuerzahler in der Krise stehen wird - mitten im Wahlkampf vor der Pr├Ąsidentschaftswahl im November. Er entgegnete: "Ich bin mir sicher, dass sich die Menschen sehr freuen werden, einen gro├čen, fetten Scheck zu bekommen, und mein Name steht darauf."

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