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Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisiert Wahlprogramm der Union

"Erschütternd"  

Neubauer übt scharfe Kritik an Wahlprogramm der Union

22.06.2021, 05:11 Uhr | dpa

Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisiert Wahlprogramm der Union. Luisa Neubauer: Die "Fridays for Future"-Aktivistin nannte das Wahlprogramm der Union "erschütternd" (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Luisa Neubauer: Die "Fridays for Future"-Aktivistin nannte das Wahlprogramm der Union "erschütternd". (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Einige Klimaschützer und Umweltverbände rügen das Wahlprogramm von CDU und CSU als unzureichend im Kampf gegen die Erderhitzung. Aktivistin Luisa Neubauer fällt ein besonders vernichtendes Urteil. 

Luisa Neubauer von der Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" hat das Wahlprogramm der Union scharf kritisiert. Der "Rheinischen Post" sagte die Klimaaktivistin, die auch Mitglied bei den Grünen ist: "Dieses Parteiprogramm ist eine 139 Seiten lange Weigerung, uns vor der Klimakrise zu schützen und das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Die noch größte Volkspartei weigert sich, die größte Krise anzuerkennen, geschweige denn sie anzugehen. Erschütternd."

Experten sind sich einig, dass sich bis 2030 weltweit viel mehr tun muss, wenn die Erderwärmung – wie 2015 von knapp 200 Staaten in Paris vereinbart – deutlich unter zwei Grad bleiben soll. Schon jetzt hat sich die Erde um rund 1,2 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erhitzt. Die schon sichtbaren fatalen Folgen: Je nach Region gibt es mehr Hitzewellen und Dürren sowie Starkregen, Stürme, Unwetter und Überschwemmungen.

Neubauer kritisierte, die Union bleibe beim Klimaschutz viel zu unkonkret. "Während die Menschen in Deutschland hautnah erleben, was entfesselte Klimakrise heißt – nämlich Hitzewellen mit Tropennächten, gesundheitliche und wirtschaftliche Belastungen – veröffentlicht die CDU allen Ernstes ein "Entfesselungspaket für die Wirtschaft" – ohne konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu nennen."

Auch andere Klimaschützer kritisieren das Programm

Ähnlich äußerte sich Carla Reemtsma, Sprecherin von "Fridays for Future". "Mit ihrem Wahlprogramm hat sich die Union gegen jede einzelne Maßnahme entschieden, die die Emissionen senken würde", sagte sie dem Portal "Watson". "Die Union hält weiterhin am Kohleausstieg 2038, Steuererleichterungen für Kohle, Öl und Gas sowie Erdgas als "Brückentechnologie" fest. Stattdessen will sie die Klimaziele allen Ernstes mit Vorhaben wie Flugtaxis einhalten." Das Wahlprogramm sei eine Fortsetzung des klimapolitischen Stillstands, der in die aktuelle Klimakrise hineingeführt habe und diese weiter eskalieren werde.

Auch Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand von Greenpeace, erklärte, CDU und CSU blieben zu vage angesichts der existenziellen Bedrohung durch die Klimakrise und das Artensterben. "Armin Laschet drückt sich weiter vor dem Unübersehbaren: Klimaschutz braucht unbedingt einen schnelleren Kohleausstieg, einen festen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und klare Ausbauziele für Erneuerbare Energien." Die Union lasse erschreckend offen, wie sie die Natur künftig schützen und ihre Erholung sicherstellen wolle.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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