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"Ich wollte diese Ampel – ich trage die Konsequenzen"

Von Mario Thieme

Aktualisiert am 19.10.2021Lesedauer: 3 Min.
Vertreter von SPD, GrĂŒnen und FDP stellten das Sondierungspapier vor: "Gönne uns und der baldigen Regierung einen Erfolg".
Vertreter von SPD, GrĂŒnen und FDP stellten das Sondierungspapier vor: "Gönne uns und der baldigen Regierung einen Erfolg". (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)
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Mindestlohn, Rente, Klima: Auf eine mögliche Ampelkoalition warten viele Baustellen. Die Leserschaft von t-online bewertet das Sondierungspapier des Dreiergespanns kritisch, aber mit Zuversicht.

Nachdem die Sondierungen zĂŒgig und offenbar harmonisch verliefen, stimmten SPD und GrĂŒne den anstehenden Koalitionsverhandlungen zu. Die FDP ließ am Montagnachmittag verlautbaren, dass sie das ebenfalls tut – wovon auch auszugehen war.

Am Freitag stellten prominente Vertreter aller drei Parteien die Ergebnisse ihrer Sondierungen vor. t-online wollte von Lesern wissen, was sie von den Zielen halten, die im Sondierungspapier festgehalten wurden. Aus den Zuschriften ist viel Lob, aber auch Kritik herauszulesen. Hier einige ausgewÀhlte Lesermeinungen.

"Mut, Wille, Ambition zur notwendigen VerÀnderung"

t-online-Leser Gerald Eichstaedt hĂ€lt die Ampelkoalition momentan fĂŒr die einzige Chance, "noch mit politischen Mitteln der reprĂ€sentativen Demokratie aus dem Tal der Trostlosigkeit fĂŒr Deutschland herauszukommen. Wird die Chance verpasst, sind wir nur noch Getriebene und Spielball der SachzwĂ€nge ohne aktiven Gestaltungsspielraum." Die Ziele, auf die sich SPD, GrĂŒne und FDP verstĂ€ndigen konnten, gefallen ihm: "In dem Sondierungspapier erkennt man den Mut, den Willen, die Ambition zur notwendigen VerĂ€nderung und Modernisierung", schreibt er.

Die Ideen zur Rentenreform weg von alleiniger Umlagefinanzierung hin zu einer Kapitalkomponente findet Gerald Eichstaedt ebenso richtig wie die Bestrebung, bis 2030 aus der Kohleenergie auszusteigen. Er vermisst allerdings eine klare Aussage zu den Sozialversicherungen. Außerdem hĂ€lt er die StabilitĂ€t des Renteneintrittsalters fĂŒr einen Konstruktionsfehler, der sich kaum aufrechterhalten lassen werde.

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Trotz seiner Begeisterung fĂŒr eine Regierung von SPD, GrĂŒnen und FDP hĂ€tte sich unser Leser "noch einige mutigere Schritte vorstellen können. Aber immerhin ist ein Ende des Weiter-so-Siechtums in Sicht. Es wird zumindest ein Teil des schlummernden Potenzials gehoben. Nicht jeder wird ĂŒber alles glĂŒcklich sein. Aber ohne die VerĂ€nderungen wĂŒrden fast alle unglĂŒcklich werden."

"Heraus kommt wohl allerhöchstens eine Amöbe"

Deutlich kritischer Ă€ußert sich t-online-Leser Wolfgang Feindt. Seiner Meinung nach dominiert im Sondierungspapier zu sehr der FDP-Anteil. "Die Brisanz eines Klimawandels mit den damit verbundenen Folgen – auch fĂŒr Deutschland – scheint auch dieses Trio höchstens ansatzweise verstanden zu haben." Seines Erachtens mĂŒsste viel Geld fĂŒr FolgeschĂ€den, vorbeugende Maßnahmen und Klimamigration ausgegeben werden.

"Ein noch gravierenderer Ausfall scheint mir aber das nahezu vollstĂ€ndige Fehlen des Bereiches soziale Gerechtigkeit zu sein. Wie soll eine Gesellschaft bei wachsendem Problemdruck auf Dauer stabil bleiben und auch noch eine Akzeptanz fĂŒr mögliche Einschnitte entwickeln, wenn die Automatik einer Wohlstandsvermehrung einiger weniger auf Kosten vieler anderer nicht wenigstens ansatzweise den Weg in eine Steuerpolitik findet?", fragt Wolfgang Feindt. Er und viele andere, mit denen er gesprochen habe, hĂ€tten "einmal kurz einen ganz kleinen Moment den Atem angehalten und tatsĂ€chlich gehofft, dass ein Elefant geboren wird – heraus kommt wohl allerhöchstens eine Amöbe", schreibt unser Leser.

"Ich wollte diese Ampel, ich trage die Konsequenzen"

"Ich wollte diese Ampel – ich trage die Konsequenzen." Mit diesen klaren Worten fasst t-online-Leserin Angela Detmers ihre EinschĂ€tzung zum Sondierungsdokument zusammen. Sie fand den "erwachsenen Ton wĂ€hrend der Sondierungen wohltuend". Bauchschmerzen bereite ihr aber der Vorschlag, das Wahlalter auf 16 Jahre zu senken. EnttĂ€uscht zeigt sie sich auch darĂŒber, dass Rot-Gelb-GrĂŒn keine BĂŒrgerversicherung anstrebt.

Andere Punkte erhalten ihre Zustimmung: "Ich kann mit dem Wegfall des flĂ€chendeckenden Tempolimits leben, halte den Mindestlohn fĂŒr richtig, und bin begeistert vom Schwerpunkt Bildung, der EntbĂŒrokratisierung und davon, den Mief aus unserer öffentlichen Verwaltungen zu entsorgen." Dem Rest sieht Angela Detmers abwartend entgegen. "Ich finde unbedingt, dass neue, auch ungewohnte Wege beschritten werden mĂŒssen, stelle mich auch auf fĂŒr mich unbequeme Lösungen ein und gönne uns und der baldigen Regierung einen Erfolg", so unsere Leserin.

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"Papier ist geduldig"

t-online-Leser Harald Christiansen warnt vor zu großen Erwartungen an die Umsetzung der bisher getroffenen Vereinbarungen. Er schreibt: "Bekanntermaßen ist Papier geduldig. An den Taten muss sich die Ampelkoalition messen lassen. Auch in der Vergangenheit gab es hĂ€ufig ambitionierte Ziele der Regierungen, die dann von einer unangenehmen Wirklichkeit gestört oder auch zerstört wurden. Andererseits finde ich das Signal des Aufbruchs in eine bessere Zukunft fĂŒr Deutschland toll. Optimismus motiviert viele Menschen und auch mich."

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