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Emotionaler Moment bei "Markus Lanz": Iranerin zerreißt ihren Pass


Jahresrückblick 2022
Emotionale Szenen bei Lanz – Iranerin zerreißt Pass im TV


Aktualisiert am 16.12.2022Lesedauer: 3 Min.
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Markus Lanz (Archivbild): Der Moderator blickte am Donnerstagabend auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2022 zurück.Vergrößern des Bildes
Markus Lanz (Archivbild): Der Moderator blickte am Donnerstagabend auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2022 zurück. (Quelle: Georg Wendt/dpa)

Beim Jahresrückblick von "Markus Lanz" gab es mehrere emotionalen Momente – und Persönliches von Politikern. Eine Iranerin zerriss ihren Pass vor laufender Kamera.

Markus Lanz hat am Donnerstagabend auf die wichtigsten Ereignisse des Jahres 2022 mit seinen Gästen zurückgeblickt. Besonders bewegend waren die persönlichen Geschichten, vor allem aus dem Iran und aus Butscha.

Gleich zu Beginn der Sendung kam es dabei zu einem Aufsehen erregenden Moment, nach dem es dem Moderator sichtlich schwerfiel, die Überleitung zum nächsten Thema zu finden.

Die Gäste:

  • Katrin Eigendorf, ZDF-Korrespondentin
  • Hanna Polonska, Überlebende des Massakers von Butscha
  • Marie Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses
  • Irina Scherbakowa, Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial
  • Natalie Amiri, Journalistin
  • Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU
  • Markus Söder, Vorsitzender der CSU
  • Mojib Latif, Klimaforscher
  • Carla Reemtsma, "Fridays for Future"-Aktivistin
  • Martina Voss-Tecklenburg, Nationaltrainerin
  • Herbert Grönemeyer, Musiker
  • Gerhart Baum, FDP-Bundesinnenminister a. D.
  • Karl Lauterbach, SPD-Bundesgesundheitsminister
  • Katrin Müller-Hohenstein, "Sportstudio"-Moderatorin

Die Iranerin Banoo, die aus Sicherheitsgründen nur beim Vornamen genannt werden wollte, berichtete von der Folter, die sie in ihrem Heimatland erlebt hat. Weil sie einen Knopf an ihrem Mantel geöffnet hatte, war die junge Frau am 23. August vorübergehend verhaftet und verhört worden. Nur einen Monat später wurde sie erneut ins Gefängnis gesperrt, weil sie öffentlich gegen das Regime demonstriert hatte.

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Zwölf Tage lang saß sie in Einzelhaft und wurde dort körperlich und seelisch gefoltert, wie sie bei Lanz berichtete. "Sie schlugen mich, sie traten mich, sie haben mich beleidigt und gedemütigt", so Banoo. Tageslicht habe sie während ihrer Haftzeit nie gesehen. Aufgrund ständiger Schmerzen habe sie sich wie benommen gefühlt.

Dennoch kämpfte sie nach ihrer Entlassung weiter für ihre Ideale, auch wenn sie zunächst große Angst hatte. Weil das Leben im Iran schließlich für sie zu gefährlich wurde, flohen Banoo und ihr Mann vor zwei Wochen nach Deutschland.

Dass ihr Kampf für die Freiheit noch lange nicht vorbei ist, machte die junge Frau am Donnerstagabend bei "Markus Lanz" mit einer überraschenden Aktion deutlich. Sie habe als Stimme ihres Volkes eine Botschaft, erklärte Banoo und zerriss dann live im Studio ihren iranischen Pass. "Ich möchte der Welt zeigen, dass wir die Islamische Republik nicht anerkennen", so die Iranerin.

Überlebende Ukrainerin spricht über Butscha

Ein weiterer emotionaler Höhepunkt der Sendung war der Besuch der Ukrainerin Hanna Polonska, einer Überlebenden des Massakers von Butscha. Die junge Frau hatte bei dem russischen Angriff auf ihre Heimatstadt im März ihren Ehemann und ihr ungeborenes Kind verloren und war selbst schwer verletzt worden.

Mittlerweile lebt die Deutschlehrerin in Berlin. "Jeder Schritt fällt mir nicht so einfach", so die junge Frau über ihren Gesundheitszustand. Angesprochen auf ihre Heimatstadt, erklärte sie: "Früher war das die schönste Stadt der Ukraine – das war wunderbar." Heute hoffe sie, dass sie nie mehr nach Butscha fahren müsse. "Weil ich da die besten Momente meines Lebens hatte", sagte Polonska.

Mit Blick auf die russischen Angreifer erklärte die Deutschlehrerin, warum die Ukraine immer weiterkämpfe: Ohne Strom, ohne Heizung, ohne alles sei es besser als "mit Russen", so Polonska.

Lanz kitzelt Persönliches aus Söder und Merz heraus

Auch um deutsche Politik und Politiker ging es am Donnerstagabend in Jahresrückblick von "Markus Lanz". Der Moderator versuchte im Gespräch mit CSU-Chef Markus Söder und dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, den beiden Details über ihre persönliche Beziehung zueinander zu entlocken.

"Sie sind befreundet oder wie darf ich das verstehen?", so Lanz. Nach einer Pause erklärte Merz schließlich, ja, man sei befreundet. "Gut befreundet?", hakte Lanz nach. "Wir gehören nicht zu unserem engsten Freundeskreis", so der CDU-Chef.

"In der Politik ist das mit Freundschaft immer so 'ne Sache", kommentierte Söder. "Aus Sympathie" habe er jedoch fast die gleiche Brille wie sein Amtskollege, fügte der CSU-Mann scherzhaft hinzu und zückte seine tatsächlich sehr ähnlichaussehende Lesebrille.

"Welche Brille macht die Kanzlerkandidatur?", wollte Markus Lanz dann wissen. Das werde gemeinsam entschieden, wenn es denn dann so weit sei, erklärte Merz. "Friedrich, lass Dich nicht aus dem Konzept bringen", so Söder. Und an den Moderator gewandt: "Herr Lanz, Sie sind ein alter Stichler!"

Verwendete Quellen
  • zdf.de: Markus Lanz vom 15. Dezember 2022
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