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Umstrittene Geste: Erdogan zeigt Anhängern in Berlin Islamistengruß


Erdogan zeigt Anhängern in Berlin den Islamistengruß

Von t-online, law

Aktualisiert am 27.09.2018Lesedauer: 2 Min.
Erdogan zeigt den Rabia-Gruß der Muslim-Bruderschaft, ein Anhänger antwortet mit dem Gruß der nationalistischen Grauen Wölfe.Vergrößern des BildesErdogan zeigt den Rabia-Gruß der Muslim-Bruderschaft, ein Anhänger antwortet mit dem Gruß der nationalistischen Grauen Wölfe. (Quelle: Kemal Hür)
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Der Daumen eingeknickt, vier Finger in die Höhe gereckt: Nach der Landung in Berlin hat der türkische Präsident Erdogan Anhängern einen Gruß einer radikal-islamistischen Vereinigung gezeigt.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Anhängern in Berlin offenbar mit dem Rabia-Gruß zugewunken. Das ist ein Symbol der radikal-islamistischen Muslimbruderschaft und eine Geste, die Erdogan häufiger zeigt. Unterstützer des türkischen Präsidenten antworteten auch mit dem sogenannten Wolfsgruß der nationalistischen Grauen Wölfe.

Auf Fotos ist deutlich zu sehen, wie der türkische Präsident aus dem Fenster grüßt und dabei vier Finger in die Luft reckt und den Daumen auf den Handballen drückt. Das habe Erdogan "die ganze Zeit [gemacht], während er seine Hand draußen hatte", sagte der Journalist Kemal Hür t-online.de. Hür arbeitet vor allem für deutsche öffentlich-rechtliche Medien und hielt die Szene fest.

Verstanden wird die Geste so, dass Erdogan damit Verbundenheit mit Muslimen über die Türkei hinaus auszudrücken versucht. Der türkische Präsident inszeniert sich immer wieder als ein Wortführer der islamischen Welt. Die Geste war von Erdogan aber auch nach dem niedergeschlagenen Putsch gegen ihn zu sehen. In den USA löste es Diskussionen aus, dass Erdogan den Rabia-Gruß bei einem Treffen mit amerikanischen Muslimen zeigte.

Gruß geht auf Muslimbrüder zurück

Der Rabia-Gruß geht auf die blutige Niederschlagung eines Protests der islamistischen Muslimbrüder auf dem Rabia-al-Adawiya-Platz in Kairo zurück. Mehr als 1000 Menschen starben dabei im August 2013. Das Militär hatte kurz zuvor den Präsidenten Mohammed Mursi abgesetzt, den früheren Vorsitzenden der Muslimbruderschaft.

Mursi war demokratisch gewählt worden, war aber gewaltsam gegen die Proteste vorgegangen, die sein islamistischer Kurs und sein Streben nach Sondervollmachten ausgelöst hatten. Nach der Absetzung durch das Militär gingen seine Anhänger auf die Straße, der Rabia-Gruß wurde zum Erkennungszeichen. In Ägypten ist die Muslimbruderschaft heute als Terror-Vereinigung verboten, im Westen gilt sie als radikal-islamistisch.

Rabia-Gruß mit Anhängern einstudiert

Erdogan zeigte die Geste wenige Tage nach dem Massaker erstmals. Er hatte sie erst kürzlich mit einer Schar von Anhängern förmlich einstudiert.

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In Berlin reagierten einzelne Anhänger auf Erdogan mit dem Wolfsgruß, das Zeichen der rechtsextremen Grauen Wölfe. Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde in Deutschland e.V. und Präsident der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland, nannte das auf Facebook eine Machtdemonstration der Nationalislamisten in Berlin. Das sei so, als würde "Merkel nach ihrer Ankunft von Nazis mit 'Sieg Heil' begrüßt werden".

Selbst der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte im Frühjahr 2017 nach einem Auftritt in Hamburg die Hand zum Wolfsgesicht geformt: kleiner Finger und Zeigefinger abgespreizt wie die Ohren, der Daumen bildet mit Mittel- und Ringfinger eine Wolfsschnauze.

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