• Home
  • Politik
  • Deutschland
  • Gesellschaft
  • Bundestag | Israelischer ParlamentsprĂ€sident unter TrĂ€nen: "Nie wieder Holocaust!"


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextSchwarzer Block bei G7-Demo in MĂŒnchenSymbolbild fĂŒr einen TextDeutscher auf Mallorca ertrunkenSymbolbild fĂŒr ein VideoOslo: Terrorverdacht nach SchießereiSymbolbild fĂŒr einen TextLinke ĂŒber GrĂŒne: "Bettvorleger"Symbolbild fĂŒr einen TextVermisster Junge in Gulli gefundenSymbolbild fĂŒr einen TextUS-Star berichtet von eigener AbtreibungSymbolbild fĂŒr einen TextKleinkind ertrinkt in SwimmingpoolSymbolbild fĂŒr einen TextHĂ€me nach Fake-Videoschalte mit GiffeySymbolbild fĂŒr einen TextUkraine-Krieg: Russen feuern aus BelarusSymbolbild fĂŒr einen TextOtto Ă€ndert Zahlungsoptionen fĂŒr KundenSymbolbild fĂŒr einen TextPolizeiwache in Berlin durchsuchtSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserDFB-Star: SpektakulĂ€rer Tausch möglichSymbolbild fĂŒr einen TextPer Zug durch Deutschland - jetzt spielen

Israelischer ParlamentsprÀsident: TrÀnenausbruch im Bundestag

Von afp, dpa, Kgl

Aktualisiert am 27.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Mickey Levy zu Gast im Bundestag: In Gedenken an die im Holocaust ermordeten Juden trÀgt er ein Gedicht vor. (Quelle: t-online)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Das Vernichtungslager Auschwitz ist am 27. Januar 1945 befreit worden. Aus diesem Anlass gedachte der Bundestag der Opfer des Holocaust. Dabei kam es zu einer emotionalen Szene.

AnlĂ€sslich der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 77 Jahren am 27. Januar 1945 hat der Bundestag am Donnerstag der Opfer des Holocaust gedacht. Neben BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD) sprachen auch die Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher und der PrĂ€sident des israelischen Parlaments, Mickey Levy. Als Levy zum Ende seiner Rede ein jĂŒdisches Gebet sprach, brach er in TrĂ€nen aus und konnte nicht weitersprechen. Er erhielt minutenlangen Applaus.

In seiner Rede vor dem Parlament hatte Levy an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert und zugleich vor heutigen Gefahren fĂŒr die Demokratie gewarnt. Im ReichstagsgebĂ€ude könne man eine Ahnung davon bekommen, wie Menschen Demokratie ausnutzen könnten, um sie zu ĂŒberwinden, sagte er.

"Die Grenzen des Bösen gedehnt"

"Dies ist der Ort, wo die Menschheit die Grenzen des Bösen gedehnt hat, ein Ort, wo Werteverlust einen demokratischen Rahmen in eine rassistische und diskriminierende Tyrannei verwandelt hat", sagte Levy. "Und nun erfahren wir hier, in den Mauern dieses Hauses – stummer Zeuge aus Stahl und Stein – wieder die Zerbrechlichkeit der Demokratie, und wir werden wieder an die Pflicht erinnert, sie zu schĂŒtzen."

Das Wahren der Erinnerung an den Holocaust sei eine schwere Aufgabe, die jede Generation aufs Neue auf sich nehmen mĂŒsse, sagte Levy. Er erinnerte an die sogenannte Wannseekonferenz vor 80 Jahren, bei der fĂŒhrende NS-Beamte und Offiziere die Umsetzung des Völkermords an den europĂ€ischen Juden besprochen hatten.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Schwarzer Schimmel in der Dusche: So werden Sie ihn los
Schwarzer Schimmel: Vor allem in Ecken siedelt sich der Pilz schnell an.


Dank an Ex-Kanzlerin Merkel

80 Jahre seien vielleicht nicht genug Zeit, damit Wunden verheilen können, sagte der Knesset-PrĂ€sident. Doch verbinde die Erinnerung Israelis und Deutsche. Beide Nationen hĂ€tten es geschafft, das historische Trauma zu ĂŒberwinden. Und beide seien sich einig ĂŒber die Bedeutung der Demokratie und den Einsatz fĂŒr ihren Schutz.

Levy bedankte sich auch bei Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich immer wieder fĂŒr die Beziehungen zwischen den LĂ€ndern eingesetzt habe. "Vielen Dank, Angela Merkel", rief er. An Bundeskanzler Olaf Scholz richtete er die Erwartung Israels, diesen Kurs fortzusetzen. "So viel wir auch getan haben, ist es doch unsere Pflicht, immer noch mehr zu tun", so Levy.

"Diese Krankheit muss so schnell wie möglich geheilt werden"

Vor Levy hatte bereits die Holocaust-Überlebende Inge Auerbacher gesprochen. Auerbacher war 1942 als SiebenjĂ€hrige ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert worden und war dort bis zur Befreiung durch die Rote Armee 1945 interniert. Mit ihrer Familie wanderte sie spĂ€ter in die USA aus. Sie appellierte an die Menschen, sich dem Antisemitismus entgegenzustellen. "Leider ist dieser Krebs wieder erwacht, und Judenhass ist in vielen LĂ€ndern der Welt, auch in Deutschland, wieder alltĂ€glich", so Auerbacher. "Diese Krankheit muss so schnell wie möglich geheilt werden."

Auerbacher erzĂ€hlte vor den Abgeordneten von ihren Erlebnissen wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus. Sie berichtete, wie sie die Nacht der Pogrome erlebte, ihre Eltern zunĂ€chst zur Zwangsarbeit gezwungen wurden und die Familie schließlich in das Konzentrationslager Theresienstadt kam. Dort hĂ€tten furchtbare hygienische ZustĂ€nde geherrscht. Typhus, Ratten, Flöhe und MĂ€use seien ein großes Problem gewesen. Wie durch ein Wunder hĂ€tte sie mit ihren Eltern das Konzentrationslager ĂŒberlebt. Dann seien sie nach Kriegsende nach New York ausgewandert. Dort litt sie jahrelang unter Krankheiten als Folge der NS-Verfolgung, ĂŒberwand aber auch diese und arbeitete als Chemikerin.

"Dieser Traum soll nie wieder verloren gehen"

Sie schloss ihre Rede mit den Worten: "Menschenhass ist etwas Schreckliches. Wir sind alle als BrĂŒder und Schwestern geboren. Mein innigster Wunsch ist die Versöhnung aller Menschen." Die Vergangenheit dĂŒrfe nie vergessen werden. "Zusammen wollen wir beten fĂŒr Einigkeit auf Erden. Lasst uns gemeinsam einen neuen Morgen sehen. Dieser Traum soll nie wieder verloren gehen."

Eröffnet worden war die Veranstaltung von BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas. Sie rief zur Wachsamkeit gegenĂŒber anhaltender Judenfeindlichkeit auf. "Der Antisemitismus ist mitten unter uns", warnte sie. Antisemitismus gebe es nicht nur am Ă€ußersten politischen Rand – er sei ein Problem der ganzen Gesellschaft.

"Mut zur Intoleranz" zeigen

Bas betonte auch: "Erinnern und Gedenken machen nicht immun gegen Antisemitismus." Vielmehr seien Freiheit und Demokratie auf engagierte BĂŒrger angewiesen, die in diesem Fall auch "Mut zur Intoleranz" zeigen mĂŒssten. "Wer gegen Muslime und ihren Glauben hetzt, der macht sich als Freund des Judentums unglaubwĂŒrdig", sagte Bas. "Wer Menschen bei uns ablehnt, einfach, weil sie anders sind oder nicht schon immer hier waren, der sollte das Wort Freiheit nicht in den Mund nehmen", so Bas weiter. Bei rechtsextremen Wahlerfolgen sei es "höchste Zeit, zusammenzustehen, um die Werte und Institutionen unserer freien, demokratischen Gesellschaft zu beschĂŒtzen".

Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des deutschen Konzentrationslagers Auschwitz im besetzten Polen befreit. Die Nazis hatten dort mehr als eine Million Menschen ermordet. Seit 1996 wird das Datum in Deutschland als Holocaust-Gedenktag begangen.

Bei der Gedenkstunde wurden unter anderem MusikstĂŒcke von einem Komponisten und einer Komponistin gespielt, die ebenfalls in Theresienstadt interniert waren. Auch zwei Lieder des jĂŒdischen Widerstands gegen die nationalsozialistische Besatzungsherrschaft in Osteuropa wurden gesungen. An der Gedenkveranstaltung nahmen unter anderem BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz teil.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Sophie Loelke
  • Nicolas Lindken
Von L. Wölm, S. Loelke, N. Lindken
Von Wladimir Kaminer
Angela MerkelBundestagDeutschlandOlaf ScholzSPD
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website