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documenta-Chefin will Ausstellung "systematisch untersuchen"

Von dpa, t-online, jro

23.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Leeres Ger├╝st, Kassel: Das Gro├čbanner "People's Justice" wurde nach der Identifizierung antisemitischer Bildinhalte zuerst verh├╝llt, dann abgeh├Ąngt.
Leeres Ger├╝st, Kassel: Das Gro├čbanner "People's Justice" wurde nach der Identifizierung antisemitischer Bildinhalte zuerst verh├╝llt, dann abgeh├Ąngt. (Quelle: Uwe Zucchi/dpa-bilder)
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Die Direktorin der Kunstmesse documenta will mit der ├ťberpr├╝fung aller Werke Verantwortung ├╝bernehmen. Mehrere j├╝dische Verb├Ąnde fordern dagegen ihren R├╝cktritt.

Die documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann hat wegen des Antisemitismus-Skandals auf der documenta eine systematische Untersuchung der Kunstausstellung auf "weitere kritische Werke" angek├╝ndigt. "Dabei wird auch Ruangrupa seiner kuratorischen Aufgabe gerecht werden m├╝ssen", sagte sie in einem Interview der "Hessischen/Nieders├Ąchsischen Allgemeinen" (HNA).

Das indonesische Kollektiv Ruangrupa kuratiert die "documenta fifteen". Unterst├╝tzt werde die Gruppe nun von anerkannten Experten wie Meron Mendel von der Bildungsst├Ątte Anne Frank in Frankfurt.

Auf der Kasseler Kunstmesse war am Dienstag ein gro├čformatiges Banner des indonesischen Kollektivs Taring Padi nach wenigen Tagen abgebaut worden, weil Bildinhalte von vielen Experten als antisemitisch eingestuft wurden.

"Begegnungsstand" am Friedrichsplatz

"Es ist nicht Aufgabe der Gesch├Ąftsf├╝hrung, alle Werke vorab in Augenschein zu nehmen und freizugeben", sagte Schormann. "Das w├╝rde dem Sinn der documenta widersprechen." Es k├Ânne daher auch nicht sein, die Kunst beispielsweise einem Expertengremium im Vorfeld zur Freigabe vorzulegen. Dies sei eine Kernaufgabe der K├╝nstlerischen Leitung, die aus Ruangrupa und einem vom Kollektiv gew├Ąhlten f├╝nfk├Âpfigen Team besteht.

Zus├Ątzlich zu den weiteren Untersuchungen k├╝ndigte Schormann eine Gespr├Ąchsreihe zu dem Thema und einen "Begegnungsstand" am Friedrichsplatz in Kassel an. Der geplante Dialograum soll in Zusammenarbeit mit der Bildungsst├Ątte Anne Frank und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren entstehen.

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Sabine Schormann: "Das Problem ist, dass es aus ihrer Sicht keiner ist."
Sabine Schormann: "Das Problem ist, dass es aus ihrer Sicht keiner ist." (Quelle: R├╝diger W├Âlk/imago-images-bilder)

Werk nur in Deutschland inakzeptabel?

Zur Verantwortung der Kuratoren ├Ąu├čerte sich Schormann zwiesp├Ąltig. Einerseits stehe die offene Arbeitsweise Ruangrupas im Widerspruch zur klassischen Rolle der Kuratoren ÔÇô das Kollektiv lehne die Position als Kontrollinstanz gewisserma├čen ab. Andererseits erkl├Ąrte Schormann, dass es sich bei dem abgeh├Ąngten Banner aus der Perspektive Ruangrupas nicht um ein antisemitisches Werk gehandelt habe.

Schormann nannte es bedauerlich, dass es Ruangrupa "aufgrund unserer unterschiedlichen kulturellen Erfahrungsr├Ąume zu sp├Ąt aufgefallen" sei, "dass ein solches Motiv in Deutschland absolut inakzeptabel ist" ÔÇô obwohl das Kuratieren von mehreren externen Beratern begleitet wurde. Das Banner "The People's Choice" wurde in Kassel nicht zum ersten Mal gezeigt, seit 2002 war es unter anderem auf Ausstellungen in Australien und China zu sehen.

Das Kuratorenteam selbst hat sich bislang nicht gesondert zu den aktuellen Vorw├╝rfen ge├Ąu├čert ÔÇô das Abh├Ąngen sei aber in Absprache mit Ruangrupa erfolgt, betonte Schormann. Die K├╝nstlergruppe Taring Padi, die Urheber des Werks, hatte sich in einer Mitteilung am Montag daf├╝r entschuldigt, mit ihrer Arbeit Menschen verletzt zu haben. Taring Padi berufen sich darauf, in ihrer Darstellung auf Symbolik aus der Zeit der indonesischen Milit├Ąrdiktatur zu verweisen.

R├╝cktrittsforderungen gegen Schormann

In der Zwischenzeit ist die Debatte aber so hochgekocht, dass Schormann sich auch mit Forderungen eines R├╝cktritts konfrontiert sieht. "Die Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, muss unverz├╝glich zur├╝cktreten oder vom Aufsichtsrat abberufen werden", sagte der Pr├Ąsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und ehemalige Gr├╝nen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck dem "K├Âlner Stadt-Anzeiger". Zuvor hatte sich auch der Pr├Ąsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, allgemeiner f├╝r personelle Konsequenzen ausgesprochen.

Volker Beck: "Die Generaldirektorin der documenta muss unverz├╝glich zur├╝cktreten oder vom Aufsichtsrat abberufen werden."
Volker Beck: "Die Generaldirektorin der documenta muss unverz├╝glich zur├╝cktreten oder vom Aufsichtsrat abberufen werden." (Quelle: epd/imago-images-bilder)

Auch der Gr├╝ndungsdirektor des Kasseler documenta-Instituts, Heinz Bude, verlangte Konsequenzen bei der documenta-GmbH. Er kritisierte Schormann f├╝r ihre Kommunikationsarbeit, nachdem die Bilder mit antisemitischem Inhalt auf der Kunstausstellung entdeckt worden waren: "Es ist ein Desaster f├╝r die documenta entstanden und daf├╝r muss man geradestehen."

"Eine freie Welt muss das ertragen"

Im Umfeld der documenta sehen das l├Ąngst nicht alle so. Der Vorsitzende des documenta-Forums, J├Ârg Sperling, kritisierte die Entfernung der Arbeit. "Eine freie Welt muss das ertragen", sagte er. Die Arbeit sei eine Karikatur und seiner Meinung nach von der Kunstfreiheit gedeckt.

Das Werk von Taring Padi zeigt unter anderem einen Soldaten mit Schweinsgesicht. Er tr├Ągt ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift "Mossad" ÔÇô die Bezeichnung des israelischen Auslandsgeheimdienstes. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) k├╝ndigte demonstrativ an, der Kunstmesse in diesem Jahr fernzubleiben. Der Kanzler hatte sich am Mittwochabend ├╝ber seine Regierungssprecherin zu Wort gemeldet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Die alle f├╝nf Jahre zu erlebende documenta gilt neben der Biennale in Venedig als international wichtigste Pr├Ąsentation von Gegenwartskunst. Die 15. Ausgabe der Schau seit 1955 dauert bis zum 25. September.

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