Geplanter Anschlag in Düsseldorf Warum der IS-Terrorist Saleh A. in Paris auspackte

Der mutmaßliche IS-Terrorist Saleh A. soll sich aus Erschöpfung und Reue der französischen Polizei gestellt haben. Gemeldet ist der Mann in einem deutschen Flüchtlingsheim.
Er sei "müde", soll der Mann seinen Schritt gegenüber der Polizei begründet haben, wie die französische Tageszeitung "Le Monde" unter Berufung auf Ermittler berichtet. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb außerdem, den Syrer habe die Reue gepackt. Er wolle nicht, dass seine Tochter einen Terroristen zum Vater habe.
Der 25-Jährige offenbarte die IS-Pläne für einen Anschlag in der Düsseldorfer Altstadt, am Donnerstag ließ die Bundesanwaltschaft in dem Zusammenhang dann drei mutmaßliche Terroristen in Deutschland festnehmen.
Seit Februar inhaftiert
Laut "Le Monde" stellte sich der Syrer am 1. Februar in einem Polizeikommissariat im Norden von Paris. Am 6. Februar sei ein Verfahren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung eröffnet worden.
Der Mann sei inhaftiert worden, weil "wir nicht wussten, was mit ihm zu tun sei, also haben wir ihn ins Gefängnis gesteckt - um seine Sicherheit zu gewährleisten", zitiert "Le Monde" einen Ermittler. A. soll mit Blick auf das Verfahren versucht haben, seine Beteiligung an den angeblichen Anschlagsplänen zu relativieren.
In deutschem Flüchtlingsheim gemeldet
Vor seiner Festnahme soll der Mann in einem Flüchtlingsheim im niederrheinischen Kaarst gelebt haben. Er sei seit dem 26. März 2015 in dem Heim im Stadtteil Vorst gemeldet, sagte eine Sprecherin der Stadt Kaarst. Zuerst hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet. Deutschland bemüht sich nun um die Auslieferung des 25-Jährigen.
Nach Angaben des Rathauses dürfte der Mann nicht ununterbrochen in dem Flüchtlingsheim gewohnt hat. In den Akten finde sich der Vermerk "Nicht immer anwesend", sagte Sprecherin Sigrid Hecker. Ein Asylverfahren in Deutschland läuft nach Angaben des Kaarster Rathauses noch, das habe ein Blick in die städtischen Dateien ergeben.
Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, warnte davor, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen. Es sei ganz offensichtlich die Strategie des IS, Flüchtlinge in Misskredit zu bringen und Ängste vor ihnen zu schüren, indem man eigene Leute als Asylbewerber nach Europa einschleuse, sagte Wendt.