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Maischberger-Talk: Künast mindert Aufregung um Würzburg-Tweet nicht

Maischberger-Talk  

Aufregung um Würzburg-Tweet: Künast lässt Chance liegen

21.07.2016, 14:29 Uhr | David Heisig, t-online.de

Maischberger-Talk: Künast mindert Aufregung um Würzburg-Tweet nicht. Renate Künast zu Gast bei "Maischberger". (Quelle: WDR)

Renate Künast zu Gast bei "Maischberger". (Quelle: WDR)

Istanbul, Nizza und jetzt Würzburg. Der Terror scheint in Deutschland angekommen zu sein. Daher widmete sich der jüngste Talk von Sandra Maischberger der Frage, ob auch die Deutschen nun Anschlägen schutzlos ausgeliefert seien. Gast Renate Künast ließ indes die Chance ungenutzt, die Aufregung um einen Twitter-Beitrag zu mindern.

Der Schreck nach dem Attentat von Würzburg sitzt immer noch tief. Wer war der Angreifer? Wie hat sich der junge Mann radikalisiert? Wie verhindert der Staat so etwas? Sicher scheint: Die Gefahr ist nicht neu. 

CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach versuchte, auf dem Podium Zuversicht zu verbreiten. "Ich lasse mich nicht unterkriegen", betonte er. Nur um zu ergänzen, es könne "uns aber überall treffen".

Ein ganz anderes Bild zeichnete Judith Assländer. Die Würzburgerin hat bis dato 25 jugendliche Flüchtlinge als Pflegemutter betreut. Auf Maischbergers Frage, ob sie sich nun unsicher fühle, antwortete sie mit einem klaren "Nein". Sie befürchtet, dass die traumatisierten Flüchtlinge durch die Tat eines Einzelnen stigmatisiert würden.

Künast kann Kritik nicht entschärfen

Grünen-Politikerin Renate Künast verpasste unterdessen, die Kritik an ihrem Tweet nach der Axt-Attacke von Würzburg zu entkräften oder sich sogar zu entschuldigen. In ihrem Beitrag auf Twitter hatte Künast die Polizei für die Erschießung des Täters kritisiert, was wiederum bei der Polizei in der Öffentlichkeit auf viel Kritik stieß.

Die Gelegenheit zur Entschuldigung habe sie in der Sendung gehabt und verpasst, so Bosbach. Der Journalist Claus Strunz blies ins selbe Horn und warf Künast Beleidigung der Polizei vor.

Einer war auf Krawall gebürstet

Strunz war in der Sendung ohnehin kein Mann der leisen Töne. Sprache, Habitus, alles deutete darauf hin: er wollte Lärm machen. Sparzwänge in der Gefahrenprävention hätten dafür gesorgt, dass Gefahren nicht mehr erkannt würden. Vor allem Künast fiel er ständig ins Wort, kritisierte grüne Positionen.

Zusammen mit Bosbach sorgte er für diese gewisse Talk-Stimmung. Schade eigentlich, dass dabei einer ein wenig unterging, der fundierte Kenntnisse der Materie hat. Immerhin sorgte die ruhige Art vom Terrorismusexperten Guido Steinberg für ein wenig Entspannung. Gerade auf die Stärkung der Behörden in der präventiven Gefahrenabwehr müsse mehr Fokus gelegt werden, so sein Credo. Mansour dagegen forderte, man müsse die islamische Jugend für die Gesellschaft gewinnen bevor die Islamisten es täten. Daher müsse man den Fokus vor allem auf Integration richten.

Ein wenig Mitleid mit der Moderatorin

Schade nur, dass jeder tiefere inhaltliche Ansatz im Bosbach-Künast-Strunz-Mixer wieder lautstark verhackt wurde. Allein akustisch kein Spaß. Wobei auch Mansour im Dazwischenreden kein Kind von Traurigkeit war. Maischberger entglitt die Gesprächsführung phasenweise gänzlich. Man hätte ihr die Chuzpe gewünscht, vehementer dazwischen zu gehen, auf eine klare Antwort zu bestehen.

Statt sich auf die Ausgangsfrage zu fokussieren, verhedderte sich der Talk in einer Grundsatzdiskussion über den Islam und die Flüchtlingspolitik. Anschläge können auch in Deutschland passieren. Teilantwort auf die Ausgangsfrage? Ein Ja.

Akuten Schutz könnten laut Strunz nur Anti-Terror-Kurse für die Bevölkerung bieten. Andere Ansätze? Nach Steinberg die Stärkung der Gefahrenabwehr und bessere Vernetzung der Behörden. Ansonsten? Nichts Greifbares. Macht summa summarum ein "Jein". Der Moderatorin indes merkte man an: irgendwie war sie nach dieser Sendung froh, sich in die Sommerpause verabschieden zu können. 

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