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Oppositionsparteien in Bayern: Der Kampf für ein "schlechtes" Wahlergebnis der CSU


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Der Kampf für ein "schlechtes" Wahlergebnis der CSU

Von dpa, pdi

05.08.2018Lesedauer: 4 Min.
Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, steht vor dem Gipfelkreuz nahe der Kreuzbergalm: Für seine CSU ist die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl in Bayern laut Umfragen kaum noch zu erreichen.
Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, steht vor dem Gipfelkreuz nahe der Kreuzbergalm: Für seine CSU ist die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl in Bayern laut Umfragen kaum noch zu erreichen. (Quelle: dpa-bilder)
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Zwei Monate vor der Bayern-Wahl ist die CSU im Umfragetief – ein Verlust der absoluten Mehrheit droht. Aber wer wird zweitstärkste Kraft? Überholen die Grünen die SPD? Mischt auch die AfD mit?

Diesen Umfragewert vom 1. August würden die Grünen am liebsten bis zum 14. Oktober einfrieren. 14 Prozent - das wäre bei der bayerischen Landtagswahl aktuell Rang zwei hinter der CSU. Doch die Wahl ist noch lange nicht gelaufen, weder für Ministerpräsident Markus Söder noch für die Opposition. Die SPD setzt weiter darauf, ihre Position zu verteidigen, trotz Umfragewerten von 12 bis 13 Prozent. Und auch die AfD kann sich nach manchen Umfragen Hoffnungen auf Platz zwei machen.

"Wahl ist eine Richtungsentscheidung"

Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze ist zuversichtlich, will sich aber auch nicht zu optimistisch geben. "Wir möchten Platz zwei aus den Umfragen halten bei der Wahl - aber das entscheiden die Wählerinnen und Wähler", sagt sie. Die Umfragen seien für die Grünen Rückenwind und Ansporn, einen leidenschaftlichen Wahlkampf zu führen. Aber auch SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen sagt: "Da geht noch was." Man sehe an allen Umfragen, dass unglaublich viele Menschen bisher nicht entschieden hätten, wen sie wählen. "Deshalb ist das ein offener Wahlkampf, mehr als in der Vergangenheit", betont Kohnen.

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Fakt ist: Bayern ist für die SPD schon immer ein schwieriges Pflaster gewesen. Bei Wahlen hier sind die Sozialdemokraten leidgeprüft. Die Rolle als Koalitionspartner in Berlin macht es der Bayern-SPD ebenfalls nicht leichter - da haben es die Grünen etwas einfacher.

Katharina Schulze (Bündnis 90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzende im Landtag: Die Grünen haben in den Umfragen zwei Monate vor der Wahl die SPD überholt.
Katharina Schulze (Bündnis 90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzende im Landtag: Die Grünen haben in den Umfragen zwei Monate vor der Wahl die SPD überholt. (Quelle: dpa-bilder)

"Die Wahl ist eine Richtungsentscheidung: Alle, die Demokratie und Freiheit verteidigen wollen, die gemeinsam Politik für die Zukunft machen wollen, die sind bei uns herzlich willkommen", sagt Schulze. Die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock erklärt, man wolle am 14. Oktober auch enttäuschte Anhänger anderer Parteien gewinnen: "Darum gehen wir in die Breite der Gesellschaft, um denjenigen ein Angebot zu machen, die auf eine pro-europäische Politik setzen."

AfD stark, aber im Abseits

Aber auch Kohnen kündigt an: "Wir werden die Landtagswahl auch zu einer Europaentscheidung machen." Außerdem gehe es um den politischen Stil, den Anstand in der politischen Debatte. "Und da hat sich die CSU in den vergangenen Wochen ins verbale Abseits katapultiert."

Martin Sichert, Landesvorsitzender der AfD in Bayern: Trotz guter Umfragewerte hat die AfD aktuell keine Regierungsperspektive.
Martin Sichert, Landesvorsitzender der AfD in Bayern: Trotz guter Umfragewerte hat die AfD aktuell keine Regierungsperspektive. (Quelle: dpa-bilder)

Im Abseits steht aus Sicht der anderen Parteien auch die AfD. Doch das ist den AfD-Anhängern egal, von denen es im Freistaat ebenfalls genügend gibt: Bei 12 bis 14 Prozent lag die Partei in jüngeren Umfragen - damit ist zwischen Rang vier und Rang zwei für die AfD alles drin. Die AfD zielt nach Worten ihres Landesvorsitzenden Martin Sichert auch auf Berlin: "Es gilt, dass wir für die CSU bei der Landtagswahl ein so einschneidend schlechtes Wahlergebnis erreichen möchten, dass dadurch die große Koalition in Berlin ins Wanken kommt", sagte Sichert zuletzt der "Passauer Neuen Presse".

"Machtspielchen" und wichtige Themen

Klar ist: Die AfD scheidet als Koalitionspartner für die CSU aus, das hat Söder mehrfach klargestellt. Aber mit wem soll er dann im Fall der Fälle koalieren? Als Wunschpartner gilt die FDP, die aber bei Umfragen zwischen 5 und 6 Prozent liegt und deshalb nicht gesichert im Landtag ist. Die Freien Wähler wollen ebenfalls mit der CSU regieren - wenn auch nicht um jeden Preis, wie Landeschef Hubert Aiwanger immer wieder betont. Die Frage ist aber auch: Könnte es sein, dass der CSU am Ende nicht einmal ein kleiner Koalitionspartner reicht, dass sie zwei kleine braucht - oder eben einen etwas größeren, also gemessen an den Umfragen die SPD oder die Grünen?

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Natascha Kohnen, Spitzenkandidatin der Bayern-SPD: Der SPD droht bei der Wahl das historisch schlechteste Ergebnis in Bayern.
Natascha Kohnen, Spitzenkandidatin der Bayern-SPD: Der SPD droht bei der Wahl das historisch schlechteste Ergebnis in Bayern. (Quelle: dpa-bilder)

Die SPD will sich der CSU jedenfalls nicht als Partner andienen. "Es bleibt dabei: Wir machen keine Koalitionsaussage", sagt Kohnen. "Ich will vermeiden, dass es nur noch um Machtspielchen geht. Denn wenn es nur noch um Koalitionsüberlegungen geht, dann rücken die Themen in den Hintergrund." Und die Themen seien der SPD wichtig, betont Kohnen und zählt exemplarisch auf: Wohnen, Familie, Soziales, Europa.

Koalition aus CSU und Grünen?

Die Grünen dagegen hatten schon vor einiger Zeit erklärt, künftig mitregieren zu wollen. Das bedeutete faktisch eine Koalitionsaussage zugunsten der CSU, denn andere Bündnisse ohne Beteiligung der AfD sind rechnerisch unmöglich. Vor einigen Wochen, angesichts des scharfen Asyl-Kurses der Christsozialen, ruderten sie dann aber wieder etwas zurück. Und was ist jetzt?


"An unserer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, hat sich nichts geändert", sagt Schulze, betont aber: "Es muss aber inhaltlich passen - und mit der CSU der vergangenen Wochen geht es halt nicht. Mit uns kann man über ökologische, gerechte, weltoffene und pro-europäische Politik immer reden - aber über autoritäre und europafeindliche Politik nicht."

Doch mögliche Koalitionsverhandlungen sind derzeit ohnehin noch weit weg. Denn wie die Wahl ausgeht, vermag derzeit keiner vorherzusagen. Der Kampf um Platz zwei geht deshalb weiter. Noch gut zwei Monate.

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Verwendete Quellen
  • dpa
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