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In Hessen stehen alle Zeichen auf Schwarz-Gr├╝n

Von dpa
Aktualisiert am 29.10.2018Lesedauer: 3 Min.
Ministerpr├Ąsident Volker Bouffier und sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir bei einem Pressetermin: Wahrscheinlich werden sie ihr schwarz-gr├╝nes B├╝ndnis fortsetzen.
Ministerpr├Ąsident Volker Bouffier und sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir bei einem Pressetermin: Wahrscheinlich werden sie ihr schwarz-gr├╝nes B├╝ndnis fortsetzen. (Quelle: /imago-images-bilder)
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In der hessischen Politik sind nach der Wahl viele Farbenspiele denkbar. Doch es deutet einiges auf eine vertraute Kombination hin. Der gro├če Wahlsieger ziert sich aber noch.

Hessen steuert nach dem Herzschlagfinale bei der Landtagswahl einer Neuauflage der schwarz-gr├╝nen Koalition entgegen. CDU-Ministerpr├Ąsident Volker Bouffier zieht ein Zweierb├╝ndnis einer Dreierkonstellation eindeutig vor. Die FDP will nach Angaben ihres Spitzenkandidaten Ren├ę Rock kein "Ersatzrad" in einer denkbaren Jamaika-Koalition sein. In eine rechnerisch ebenfalls m├Âgliche Ampel-Koalition unter F├╝hrung der Gr├╝nen wollen die Liberalen nicht eintreten. Einzig der gro├če Wahlsieger, Gr├╝nen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir, zeigte sich noch zur├╝ckhaltend und hielt sich alle Optionen offen.

Kein "rotes Hessen" mehr

Nach der Wahl hatte sich erst sp├Ąt in der Nacht herausgestellt, dass Schwarz-Gr├╝n k├╝nftig im Landtag eine knappe Mehrheit von einem Sitz hat. Die Union verlor stark, fuhr ihr schlechtestes Ergebnis seit ├╝ber 50 Jahren ein und kam nach dem vorl├Ąufigen amtlichen Endergebnis auf 27,0 Prozent. Die SPD rutschte im einstigen "roten Hessen" auf den historischen Tiefstand von 19,8 Prozent.

Exakt diesen Wert erreichten auch die Gr├╝nen nach einem kr├Ąftigem Plus. Sie wurden mit gerade einmal 94 Zweitstimmen Vorsprung sogar zweite Kraft vor den Sozialdemokraten. Somit k├Ânnte die ├ľkopartei in einer Ampel-Koalition den Ministerpr├Ąsidenten stellen. Die AfD holte 13,1 Prozent, die FDP 7,5 Prozent und die Linke 6,3 Prozent. M├Âglich w├Ąren neben Schwarz-Gr├╝n und Ampel auch ein B├╝ndnis von CDU und SPD sowie Jamaika aus CDU, Gr├╝nen und FDP.

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Wegen vieler ├ťberhang- und Ausgleichsmandate wird der Landtag mit 137 Abgeordneten so gro├č wie noch nie zuvor. Die Sitzverteilung: CDU 40, SPD und Gr├╝ne jeweils 29, AfD 19, FDP 11 und die Linke 9 Sitze.

Bouffier m├Âchte den Gremien seiner Partei vorschlagen, Gr├╝nen, SPD und FDP Gespr├Ąche anzubieten. "Es spricht einiges daf├╝r, dass wir unsere Arbeit mit den Gr├╝nen fortsetzen k├Ânnen", sagte er dem Hessischen Rundfunk. Eine Zweier-Koalition komme f├╝r ihn eher in Betracht als Dreierb├╝ndnisse. Gleichwohl halte er es aber f├╝r wichtig, auch mit den anderen Parteien zu sprechen. Eine Regierungsbildung bis Weihnachten h├Ąlt Bouffier f├╝r machbar. "Das, denke ich, muss uns gelingen", sagte er dem Sender Hitradio FFH.

Al-Wazir: "Auf Augenh├Âhe mit der SPD"

Al-Wazir sagte dem Radiosender hr-info: "Wir werden uns jetzt sehr genau anschauen m├╝ssen, wie das am Ende in der Sache weitergeht." Die Gr├╝nen seien in Sph├Ąren vorgedrungen, in denen sie noch nie gewesen seien ÔÇô "auf Augenh├Âhe mit der SPD". "Wir m├╝ssen jetzt daraus etwas Vern├╝nftiges machen." Die Gr├╝nen-Vorsitzenden Angela Dorn und Kai Klose wiesen darauf hin, dass sich die Machtverh├Ąltnisse zugunsten ihrer Partei verschoben h├Ątten. Das biete die Chance, gr├╝ne Inhalte noch st├Ąrker einzubringen.

Die FDP machte am Montag deutlich, dass sie kein Interesse an Jamaika hat. Generalsekret├Ąrin Bettina Stark-Watzinger betonte, die Liberalen st├╝nden nicht als "Steigb├╝gelhalter" zur Verf├╝gung.


Beim gro├čen Verlierer, der SPD, wirkte die Wahl noch deutlich nach. Spitzenkandidat Thorsten Sch├Ąfer-G├╝mbel sprach am Montag im Hessischen Rundfunk von einer "unfassbaren" Niederlage. Eine Ampel mit Gr├╝nen und FDP sei zwar "eine interessante Alternative". "Ob das ├╝berhaupt eine denkbare Option ist, werden sicherlich Beratungen am heutigen Tage bringen." Aber: "Klar ist, dass nach dieser schweren Niederlage erst einmal der Ball nicht bei uns im Spielfeld liegt". Grunds├Ątzlich wolle man sich Gespr├Ąchen aber nicht verschlie├čen.

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