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Kabinettsbeschluss: Sterben wird teurer – neue Gebühren für Leichenschau

Kabinettsbeschluss  

Sterben wird teurer – neue Gebühren für Leichenschau

31.07.2019, 16:31 Uhr | dpa

Kabinettsbeschluss: Sterben wird teurer – neue Gebühren für Leichenschau. Blick in eine Leichenhalle (Symbolbild): Die Leichenschau soll künftig teurer werden. (Quelle: imago images)

Blick in eine Leichenhalle (Symbolbild): Die Leichenschau soll künftig teurer werden. (Quelle: imago images)

Auch der Tod ist nicht umsonst – und er wird teurer. Die Bundesregierung hat eine Änderung der Gebührenordnung für Ärzte beschlossen. Eine Leichenschau könnte künftig ein Mehrfaches als bisher kosten.

Angehörige müssen bei einem Todesfall in der Familie künftig mehr Geld aufbringen. Die zur Todesfeststellung vorgeschriebene Leichenschau durch einen Arzt wird teurer. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Änderung der Gebührenordnung für Ärzte.

Nach Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium wird die Leichenschau künftig differenzierter vergütet, je nach Dauer und Aufwand. Das Ministerium rechnet im Schnitt mit 125 Euro Mehrkosten pro Todesfall für die Angehörigen. Die Linke kritisierte die Gebührenerhöhung. Nach Angaben von Achim Kessler, zuständig für Gesundheitsthemen in der Bundestagsfraktion der Partei, steigen die Gebühren durch die Änderung von derzeit 51 auf bis zu 254 Euro pro Todesfall.

Die Leichenschau und das Ausstellen eines Totenscheins müssten von den Krankenkassen bezahlt werden, forderte Kessler. "Wer stirbt, wird derzeit automatisch zum Privatpatienten. Das ist der falsche Weg."
 

 
Kritik kam auch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz: "Mehr Geld für die Leichenschauen, die Lobby der Ärzte funktioniert", sagte Vorstand Eugen Brysch. Es sei aber stark zu bezweifeln, ob die Qualität auch steigt. "Denn niemand prüft den tatsächlichen Aufwand in der Praxis". Brysch forderte eine "qualifizierte Leichenschau von Experten", um Verstorbene gleichzeitig auf mögliche Tötung, Missbrauch und Pflegefehler zu untersuchen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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