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NRW: Karl-Josef Laumann lehnt höhere Fleischpreise ab

Trotz Tönnies-Skandal  

NRW-Gesundheitsminister gegen höhere Fleischpreise

05.08.2020, 14:25 Uhr | mja, t-online

NRW: Karl-Josef Laumann lehnt höhere Fleischpreise ab. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: Der CDU-Politiker sträubt sich dagegen, die Fleischpreise anzuheben.  (Quelle: imago images/Revierfoto)

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: Der CDU-Politiker sträubt sich dagegen, die Fleischpreise anzuheben. (Quelle: Revierfoto/imago images)

Das System des Massenschlachters Clemens Tönnies ist in die Kritik geraten. Sollte Fleisch teurer werden, damit sich die Arbeitsbedingungen verbessern? Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister hat eine klare Meinung dazu. 

Nordrhein-Westfalens Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales Karl-Josef Laumann verlangt, dass sich auch Geringverdiener künftig Fleisch leisten können. "Ich möchte die Zeit nicht wiederhaben, dass es Fleisch nur sonntags gab“, sagt der CDU-Politiker in der ZEIT-Beilage Christ & Welt. "Wohlhabendere Leute haben damals auch schon öfter Fleisch gegessen."

Nach massenhaften Corona-Infektionen in Großschlachtereien will die Große Koalition im Bund in größeren Betrieben die Regeln ändern: Ab dem 1. Januar 2021 sollen im Kerngeschäft Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung keine Werkvertrags- oder Leiharbeiter mehr beschäftigt werden dürfen. 

Laumann sagt nun der Christ & Welt, die Politik habe das Zeitfenster gut genutzt, Werkverträge und Wohnbedingungen der Arbeiter in der Fleischindustrie zum Thema zu machen. Zugleich pocht er aber darauf, dass Fleisch erschwinglich bleibt: "In Nordrhein-Westfalen haben wir ungefähr zwei Millionen Leute, die unter 2.000 Euro brutto verdienen. Fleisch muss auch für die normale Bevölkerung ein erschwingliches Lebensmittel sein."

Tönnies erwartet Aufschlag von mindestens 80 Cent pro Kilo

Dabei unterschlägt Laumann, dass eine Anhebung der Fleischpreise voraussichtlich nicht dazu führen würden, dass Geringverdiener nur noch einmal pro Woche Fleisch auf dem Teller hätten. Der führende deutsche Fleisch-Unternehmer Clemens Tönnies sagte, Fleisch werde durch die von der Politik geplanten Maßnahmen wesentlich teurer. Tönnies nannte eine Spanne von 80 Cent bis 1,30 Euro pro Kilo Fleisch.

Im EU-Vergleich (noch inklusive Großbritannien) liegen die deutschen Preise für Lebensmittel etwa zwei Prozent über dem Durchschnitt. Brot und Getreideprodukte kosteten in Deutschland laut einer Recherche des Bayerischen Rundfunks zwei Prozent mehr als im EU-Schnitt, bei Fleisch waren es sechs Prozent. Bei Milch, Käse und Eiern lagen die Preise allerdings drei Prozent unter EU-Niveau.

Es ist daher anzunehmen, dass die alleinige Verteuerung von Fleischprodukten zwar zu spüren sein dürfte. Trotzdem dürfte sie nicht sofort ein Loch in die Haushaltskasse reißen – zumal zwischen "nur noch sonntags Fleisch essen" und "vielleicht nicht jeden Tag Fleisch essen" ein gewisser Spielraum liegt.   

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