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Hamburg: Lufthansa wartet Lukaschenkos Flugzeug – Verdi protestiert

In Hamburg  

Lufthansa wartet Lukaschenkos Flugzeug – Verdi protestiert

16.10.2020, 20:20 Uhr
Hamburg: Lufthansa wartet Lukaschenkos Flugzeug – Verdi protestiert. Alexander Lukaschenko: Der belarussische Staatschef soll sein Flugzeug in Hamburg durchsehen lassen. (Archivbild) (Quelle: imago images/ ITAR-TASS)

Alexander Lukaschenko: Der belarussische Staatschef soll sein Flugzeug in Hamburg durchsehen lassen. (Archivbild) (Quelle: ITAR-TASS/imago images)

Nach der umstrittenen Wahl in Belarus reißen die Proteste gegen Staatschef Lukaschenko nicht ab. Trotzdem wartet die Lufthansa in Hamburg derzeit den Regierungsflieger des Despoten. Verdi ist empört.

Mechaniker der Lufthansa warten derzeit in Hamburg das Flugzeug von Alexander Lukaschenko, dem umstrittenen Staatschef von Belarus. Das berichten "ZDF" und die "Bild"-Zeitung übereinstimmend. Die Gewerkschaft Verdi soll allerdings mit einem Protestschreiben versuchen, dagegen vorzugehen. Flugblätter wurden verteilt. "Während wir sein Flugzeug warten, lässt Lukaschenko Arbeiter*innen verprügeln!", heißt es in dem Schreiben, das an die Lufthansa-Mitarbeiter verteilt wurde. 

Wie das "ZDF" berichtet, soll die Boeing 737 der belarussischen Regierung seit Dienstag in Hamburg sein. Ein Lufthansa-Sprecher sagte dem Sender, die Wartung könne einige Wochen dauern. Nationale und internationale Sanktionsvorschriften und Embargos würden von Lufthansa Technik strikt eingehalten, erklärte der Sprecher gegenüber dem Sender. Die Wartung erfolge gemäß "gültiger Verträge, die allen gesetzlichen Vorgaben entsprechen".

In dem Protestschreiben steht weiter, man "erwarte von der Lufthansa Technik Geschäftsleitung, jegliche Sanktionen zu unterlassen, falls Kolleginnen und Kollegen sich weigern, an dem entsprechenden Flugzeug zu arbeiten!" Am Mittwochnachmittag soll es vor dem Lufthansa-Standort in Hamburg zu einer Demonstration gekommen sein, an der sich Exil-Belarussen beteiligten.

Belarus steckt in einer schweren innenpolitischen Krise seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August. Machthaber Lukaschenko hatte sich nach 26 Jahren an der Macht mit angeblich 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit zum Sieger erklären lassen. Das Ergebnis gilt aber als manipuliert. Seither gibt es Proteste im Land. Die EU erkennt Lukaschenko nicht als Präsidenten an. Die Demokratiebewegung in Belarus sieht Swetlana Tichanowskaja als wahre Präsidentin. Die Bürgerrechtlerin floh kurz nach der Wahl auf Druck des Machtapparats nach Litauen.

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