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Corona in Deutschland: RKI-Chef Wieler rechnet mit "vielen weiteren Toten"


Wieler rechnet mit "vielen weiteren" Corona-Toten

Von afp, dpa, joh

Aktualisiert am 03.12.2020Lesedauer: 2 Min.
Lothar Wieler: Der RKI-Chef informierte zur aktuellen Lage der Pandemie.Vergrößern des BildesLothar Wieler: Der RKI-Chef informierte zur aktuellen Lage der Pandemie. (Quelle: Michael Kappeler/Pool/Reuters-bilder)
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Die Corona-Pandemie hat Deutschland noch immer fest im Griff. Die Todeszahlen sind höher als je zuvor. RKI-Chef Lothar Wieler spricht mit Blick auf Weihnachten eindringliche Empfehlungen aus.

Angesichts vermehrter Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen erwartet das Robert-Koch-Institut (RKI) in viele weitere Corona-Tote in Deutschland. Die Präventionsmaßnahmen in den Heimen seien nicht ausreichend erfolgreich, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Er appellierte ein weiteres Mal an die Bevölkerung, die Zahl der Kontakte zu reduzieren und sich an die Regeln zum Abstand und zum Lüften zu halten.

Das RKI meldete zuvor 22.046 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland und damit ähnlich viele wie vor einer Woche. Die Zahl der Corona-Toten blieb mit 479 nur knapp unter dem am Dienstag gemeldeten bisherigen Höchstwert, der bei 487 Toten an einem Tag lag.

"Zahl steigt von Woche zu Woche"

Wieler sagte, es sei zu sehen, dass in einigen Regionen die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze stießen. "Wir sehen auch, dass die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle von Woche zu Woche steigt." Im weiteren Zeitverlauf sei "mit vielen weiteren" Toten zu rechnen.

Gleichzeitig nannte Wieler die derzeitige Entwicklung mit vermehrten schweren Verlaufen und erhöhten Todeszahlen nicht überraschend. Es seien immer mehr ältere Menschen betroffen, vor allem in der Altersgruppe der über 80-Jährigen.

Auszüge aus der Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts sehen Sie oben im Video oder hier.

Älteste Mitmenschen brauchen dringend Schutz

"Wir müssen unsere ältesten Mitmenschen daher dringend schützen", sagte Wieler. Er forderte die Träger von Alten- und Pflegeheimen dazu auf, für ausreichende personelle Ressourcen zu sorgen. Die Heime müssten auch von den Gesundheitsämtern unterstützt werden.

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Während in den Krankenhäusern die Situation im Griff sei, bewege sich die Zahl der Fälle in den Alten- und Pflegeheimen wieder auf dem Niveau des Frühjahrs, sagte Wieler. "Das bereitet uns tatsächlich große Sorgen."

Wieler sagte, es gelte aber weiter, dass die Menschen dem Coronavirus nicht hilflos ausgeliefert seien. Jeder können dazu beitragen, dass die Infektionen nicht zunehmen. "Bitte lassen Sie uns alle unsere Kontakte reduzieren", appellierte der RKI-Präsident. "Wir sollten auch über Weihnachten versuchen, unsere Kontakte einzuschränken." Denn jeder Kontakt berge auch ein hohes Risiko.

Entwicklung hänge von Verhalten der Menschen ab

Nach einer sehr erfolgreichen Eindämmung im Frühjahr bekomme Deutschland die Zahlen derzeit "nicht mit aller Verve runter". Der RKI-Präsident äußerte aber die Hoffnung, dass die Mitmach-Bereitschaft (Compliance) der Menschen zunehme, da inzwischen auch mehr aus eigener Anschauung merkten, wie ernstzunehmend die Krankheit sei.

Mit Blick auf die von Bund und Ländern angestrebte Senkung der Neuinfektionen auf unter 50 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen sagte Wieler, dies sei "prinzipiell machbar". Es hänge aber maßgeblich vom Verhalten der Menschen ab, wie schnell es machbar sei.

Hygienebeauftragte unter Lehrkräften

Wieler nannte den Vorschlag vermehrter Corona-Tests von Lehrern sinnvoll, wenn dies in ein Hygienekonzept eingebettet sei. Er forderte, an jeder Schule einen Lehrer als Hygienebeauftragten einzusetzen, um Tests sinnvoll einzusetzen. Die Gesundheitsbehörden sollten die Lehrer dafür ausbilden. "Das ist wirklich machbar."

Als positive Entwicklung hob Wieler hervor, dass die Fallzahlen in allen Altersgruppe mit Ausnahme der älteren Bevölkerung sinken. "Wir sehen leichte Erholungen – das ist ein Trend, der in die richtige Richtung geht."

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa und AFP
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