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Corona-Impfungen beim Hausarzt: Das sollten Sie jetzt dazu wissen

Ab April  

Corona-Impfungen beim Hausarzt: Was man wissen sollte

10.03.2021, 13:31 Uhr | cck, dpa, rtr

Corona-Impfungen beim Hausarzt: Das sollten Sie jetzt dazu wissen. Diese Hausärztin impft im Rahmen eines Pilotprojekts: Wenn es nach den Ärzten geht, kann so bald wie möglich in der Breite geimpft werden.  (Quelle: dpa/Nicolas Armer)

Diese Hausärztin impft im Rahmen eines Pilotprojekts: Wenn es nach den Ärzten geht, kann so bald wie möglich in der Breite geimpft werden. (Quelle: Nicolas Armer/dpa)

Bald können sich die Bürger in Arztpraxen gegen Corona impfen lassen. Aber wie viele Impfungen können die Ärzte verteilen? Und gilt da noch die Impfreihenfolge? Ein Überblick.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern peilen den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen spätestens für Mitte April an. Ziel sei frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten, beschlossen die Minister nach Beratungen am Mittwoch. Dafür brauche es aber auch eine gewisse wöchentliche Mindestmenge an Impfstoff, hieß es im Bundesgesundheitsministerium. Um dem Wunsch der Länder entsprechen zu können, ihre Impfzentren wie bisher auszulasten, könnten die Praxen wohl erst Mitte April starten.

Die Empfehlung der Fachminister soll nun Basis für Entscheidungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder sein, wie Regierungssprecher Steffen Seibert angekündigt hatte. Dies solle "zeitnah" noch vor der nächsten Bund-Länder-Runde zum weiteren Corona-Vorgehen am 22. März geschehen. Die Gesundheitsminister hatten die Einbeziehung der Praxen zunächst für Anfang April angedacht.

Sind die Hausärzte überhaupt bereit?

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, sagte der "Rheinischen Post", die Strukturen und das Know-how seien vorhanden, um schnell und in hoher Frequenz mit dem Impfen zu beginnen. Die Praxen würden die Bevölkerung jedes Jahr millionenfach und in kürzester Zeit mit Impfungen gegen die saisonale Grippe versorgen. Das bestätigte auch der Chef des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt. "Wir haben schon im Herbst gesagt, dass wir bei der Impfkampagne eingebunden werden wollen", sagte Weigeldt der "Wirtschaftswoche". Nun liege der Impfstoff von Astrazeneca in großen Mengen ungenutzt in den Zentren. "Bei uns wäre am Ende des Tages in der Regel keine einzige Dosis übrig", ist sich Weigeldt sicher.

"Lasst uns einfach impfen, stellt uns den Impfstoff über die Apotheken zur Verfügung und erschlagt uns nicht mit einer Dokumentationsbürokratie", sagt auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. "Dann kann das Impfversprechen bis zum Sommer auch eingehalten werden."

Wie viele Impfungen könnten Hausärzte verteilen?

Gassen rechnet damit, dass die Haus- und Fachärzte in der Lage seien, fünf Millionen Impfungen wöchentlich zu spritzen. Weigeldt rechnet in der "Wirtschaftswoche" anders: "Wenn jede Praxis im Schnitt zehn Patienten pro Tag schafft, dann schaffen wir sicher 2,5 Millionen Menschen pro Woche."

Spahn warnt vor unrealistischen Erwartungen. Die Zahlen würden im April deutlich steigen, sagt er im ZDF. "Aber die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf zehn Millionen in der Woche wachsen". Die Zahl von zehn Millionen Impfungen in der Woche hatte Finanzminister Olaf Scholz am Montag in Aussicht gestellt. "Wir müssen jede Woche Millionen impfen, im März schon am Ende des Monats", hatte er im ZDF gesagt.

Gilt in den Arztpraxen die Impfreihenfolge?

Spahn hält die festgelegte Reihenfolge für weiterhin notwendig. "Ich habe ein sehr hohes Vertrauen in die Ärztinnen und Ärzte, dass sie zuerst diejenigen Patienten impfen werden, die auch am meisten gefährdet sind", sagte Spahn am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin".

Darüber könnte es jedoch Diskussionen geben. Der Präsident der Bundesärztekammer will, dass niedergelassene Ärzte über die Impfreihenfolge ihrer Patienten selbst entscheiden dürfen. "Zu viele Vorgaben und Prüfverfahren halten uns nur unnötig auf. Das sollten wir unbedingt vermeiden", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post". Haus- und Fachärzte wüssten am besten, welche ihrer Patienten besonders gefährdet seien. 

Wer kommt neben den Hausärzten noch infrage?

Die Betriebsärzte. "Im Unterschied zu Hausärzten, die sich auch um akute Krankheitsfälle kümmern müssen, sind Betriebsärzte vor allem mit Vorsorgeuntersuchungen befasst", sagt die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), Anette Wahl-Wachendorf, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Davon ließen sich viele verschieben. Die 12.000 Betriebsärzte in Deutschland könnten pro Monat etwa fünf Millionen Beschäftige impfen.

Verwendete Quellen:

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