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"Zahlen w├Ąren auch ohne Ausgangssperren zur├╝ckgegangen"

  • David Schafbuch
Von David Schafbuch

Aktualisiert am 06.05.2021Lesedauer: 4 Min.
Polizisten bei der Kontrolle der n├Ąchtlichen Ausgangssperre in Saarbr├╝cken: In der aktuellen Form h├Ąlt Virologe Martin St├╝rmer die Ma├čnahme f├╝r nicht effektiv (Archivfoto).
Polizisten bei der Kontrolle der n├Ąchtlichen Ausgangssperre in Saarbr├╝cken: In der aktuellen Form h├Ąlt Virologe Martin St├╝rmer die Ma├čnahme f├╝r nicht effektiv (Archivfoto). (Quelle: Becker Bredel/imago-images-bilder)
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Die Coronazahlen sinken, und dass obwohl die Bundesnotbremse noch keine zwei Wochen in Kraft ist. Eine Ausgangssperre in der jetzigen Form war daf├╝r nicht notwendig, glaubt Virologe Martin St├╝rmer.

Die wichtigsten Zahlen gehen wieder in die richtige Richtung: W├Ąhrend die Impfungen steigen, meldet das Robert Koch-Institut sinkende Corona-Infektionszahlen. Doch wie konnten die Zahlen so schnell nach der Einf├╝hrung der Bundesnotbremse fallen? Der Frankfurter Virologe Martin St├╝rmer glaubt, dass die Wirkung der Ausgangssperre f├╝r Deutschland ├╝bersch├Ątzt wird. Im Gespr├Ąch mit t-online erl├Ąutert er, warum er eine andere Regelung f├╝r deutlich effektiver h├Ąlt.

t-online: Wir erleben gerade in Deutschland einen recht schnellen R├╝ckgang der t├Ąglich gemeldeten Corona-Infektionszahlen. Woran liegt das?

Martin St├╝rmer: Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Die bundeseinheitlichen Regeln f├╝hren jetzt dazu, dass ├╝berall Ma├čnahmen konsequenter umgesetzt werden. Allerdings haben viele St├Ądte und Gemeinden schon davor auf die steigenden Zahlen reagiert. Auch bei den Impfungen sind wir durch die Haus├Ąrzte inzwischen deutlich schneller. Es sind zwar bisher nur acht Prozent vollst├Ąndig geimpft, aber insgesamt kommen wir einen gro├čen Schritt weiter. Diese drei Faktoren d├╝rften in der Summe f├╝r den R├╝ckgang sorgen.

Die Bundesnotbremse ist seit dem 24. April in Kraft. Bisher hie├č es immer, dass eine solche Regelung zwei Wochen braucht, bis sich ├╝berhaupt ein Effekt einstellt. Kann die Notbremse also ├╝berhaupt schon einen Einfluss haben?

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In den ersten Tagen hatte sie sicherlich noch keinen Einfluss. Wir m├╝ssen in der Tat immer mindestens anderthalb Wochen warten, bis wir die ersten Auswirkungen der Ma├čnahmen sehen. Aber allein durch die Diskussion ├╝ber eine solche Notbremse haben schon viele St├Ądte und Gemeinden erkannt, dass sie etwas tun m├╝ssen. Es ist nicht so, dass vorher gar nichts beim Infektionsschutz getan wurde. Der erste Abfall der Zahlen l├Ąsst sich also ohne die Wirkung der Bundesnotbremse erkl├Ąren.

H├Ąufig wird dann auch darauf hingewiesen, dass allein die Diskussion ├╝ber solche Ma├čnahmen die Menschen dazu bringt, ihr Verhalten anzupassen.

Das l├Ąsst sich nicht beweisen. Manchmal habe ich auch das Gef├╝hl, dass Leute das Gegenteil von dem tun wollen, was gerade diskutiert wird. Aber ich denke, dass insgesamt ein Gro├čteil der Bev├Âlkerung die Ma├čnahmen unterst├╝tzt. Viele wissen, dass es noch nicht vorbei ist. Am besten l├Ąsst sich die Situation wohl auf den Intensivstationen greifen. Jeder, der jetzt h├Ârt, dass sein Krankenhaus Intensivpatienten verlegen muss, wird vermutlich wieder vorsichtiger sein. Diese Botschaft ist wohl in vielen K├Âpfen angekommen.

Dr. Martin St├╝rmer: "Ein Pandemiebrecher sind die Impfungen noch nicht."
Dr. Martin St├╝rmer: "Ein Pandemiebrecher sind die Impfungen noch nicht." (Quelle: teutopress/imago-images-bilder)

Der Pr├Ąsident der Deutschen Interdisziplin├Ąren Vereinigung f├╝r Intensiv und Notfallmedizin, Gernot Marx, sagte zuletzt, dass die Bundesnotbremse bereits viele tausend Menschenleben gerettet habe. Nachdem, was sie gesagt haben, wirkt diese Aussage verfr├╝ht.

Es ist wie gesagt schwierig, den Trend auf eine Ma├čnahme zur├╝ckzuf├╝hren. Aber dadurch, dass die Infektionszahlen sinken, werden wir bald auch eine Wende auf den Intensivstationen erleben.

Eine ├Ąhnliche statistische Entwicklung wie Deutschland nimmt gerade die Schweiz: Die Infektionsquoten liegen seit etwa zwei Wochen auf einem vergleichbaren Niveau, dort hat man aber auf eine Ausgangssperre verzichtet. Ist diese Regelung ├╝berhaupt notwendig?

Die Ausgangssperre hat in der beschlossenen Variante nur eine geringe Wirkung. Ich bin sicher, dass andere Regelungen deutlich mehr Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben. Die Zahlen w├Ąren auch ohne Ausgangssperre zur├╝ckgegangen. Familien sollten aus meiner Sicht etwa weiter spazieren d├╝rfen, solange sie sich nicht mit zu vielen anderen Menschen treffen, auch abends. Denn dort ist das Risiko am niedrigsten. F├╝r mich w├╝rde eine Sperre wie in Gro├čbritannien Sinn machen: Dort sind durchgehend private Treffen mit Menschen aus anderen Hausst├Ąnden in geschlossenen R├Ąumen verboten. Aber das l├Ąsst sich nur schwer kontrollieren.

Inzwischen werden in Deutschland zum Teil mehr als eine Million Menschen am Tag gegen das Corona-Virus geimpft. Wie stark sorgen die Impfungen bereits f├╝r einen R├╝ckgang der Infektionen?

Im Moment sind erst acht Prozent vollst├Ąndig geimpft. Zusammen mit den Genesenen ergibt sich aber schon eine gr├Â├čere Gruppe, von der nur eine relativ niedrige Gefahr ausgeht. Der Effekt ist allerdings gering. Denn viele der bisher Geimpften leben etwa in Pflegeheimen und sind weniger mobil. Ein Pandemiebrecher sind die Impfungen noch nicht.

F├╝r vollst├Ąndig Geimpfte plant die Bundesregierung die schnellen Lockerungen von Corona-Ma├čnahmen. Besteht darin ein Risiko?

Noch hat nicht jeder die M├Âglichkeit f├╝r eine Impfung. Deshalb finde ich es schwierig, den Geimpften jetzt schon gr├Â├čere Erleichterungen einzur├Ąumen. Der Gro├čteil der Bev├Âlkerung hat es ohne Murren akzeptiert, dass eine Impfreihenfolge beschlossen wurde, um die Risikogruppen zu sch├╝tzen. Gerechter w├Ąre es aus meiner Sicht, den vollst├Ąndig Geimpften mehr Freiheiten zu geben, sobald es genug Impfstoff f├╝r alle gibt.

Besteht die Gefahr, dass es bald zu Mutationen kommt, gegen die die Impfungen nicht mehr helfen?

Grunds├Ątzlich sind Mutationen ein Zufallsprodukt. Durch die Impfungen machen wir Druck auf das Virus und es gibt noch immer viele Infektionen. Deswegen ist es m├Âglich, dass es zu einer impfresistenten Mutation kommen kann. Bis jetzt war das Virus aber nicht sehr mutationsfreudig, ganz anders als etwa HIV oder Influenza-Viren. Man sollte es aber trotzdem nicht untersch├Ątzen. Das Virus h├Ąlt sich weder an Impfungen noch an die Politik oder unsere W├╝nsche.

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