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RKI-Chef Wieler: Das Coronavirus wird hier heimisch werden

Aktuelle Corona-Lage  

RKI-Chef Wieler: Das Virus wird hier heimisch werden

01.06.2021, 12:59 Uhr | t-online, cck

RKI stuft Gefahrenlage in Deutschland herab

Das RKI stuft die Gefahrenlage in Deutschland herab. RKI-Präsident Lothar Wieler betont aber, dass Corona damit nicht vorbei sei.

Pressekonferenz: Am Dienstag traten Gesundheitsminister Spahn (CDU) und RKI-Chef Wieler vor die Hauptstadtpresse. (Quelle: t-online - Reuters)


Die Neuinfektionen sinken, auch die Inzidenz ist niedrig. Die Pandemie ist aber nicht vorbei, warnen Gesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler. Dennoch bewertet das RKI die Gefahrenlage in Deutschland neu. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Gefahrenlage für Deutschland herabgestuft. Sie werde von "sehr hoch" auf "hoch" gesetzt, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin mit. Am 11. Dezember war sie nach oben gestuft worden. Laut Spahn ist die Rücknahme  angesichts der über Tage niedrigeren Inzidenzen, der sinkenden Infektionszahlen und der Entspannung auf den Intensivstationen möglich. "Die Lage wird besser, sie wird deutlich besser", sagte Spahn auf einer Pressekonferenz mit dem Chef des RKI, Lothar Wieler. "Aber wir sind noch mitten in dieser Pandemie".

Die neue Einschätzung des RKI sei nun "ein Signal" dafür, dass die sehr schwierige Situation mit der zweiten und dann der dritten Corona-Welle gebrochen sei. Aber es bestehe immer noch ein hohes Risiko. Wenn die Menschen nicht aufpassten, könne sich die Lage sehr schnell ändern und wieder verschlechtern. Das zeige etwa auch die Situation in Großbritannien, wo die Zahlen nach langem Rückgang und schnellen Impfungen wieder ansteigen.

Spahn: "Jetzt nicht übermütig werden"

Wenn die Entwicklung in Deutschland aber so wie derzeit weiter gehe, werde es ein guter Sommer, sagte Spahn.  Die letzten sechs Wochen hätten gezeigt, dass in kurzer Zeit viel möglich sei. "Aber jetzt nicht übermütig werden", warnte Spahn. Partys feiern sei derzeit etwa noch nicht möglich.  "Ich will nicht der Spielverderber sein", sagte Spahn und fügte hinzu: „Das Virus ist der Spielverderber“. Bei Feiern jedoch könne sich das Virus besonders schnell verbreiten. Er warb dafür, dass sich besonders junge Menschen nun impfen lassen sollten.

Auch RKI-Chef Lothar Wieler mahnte zur Vorsicht. Der Sommer müsse nun genutzt werden, um die Zahlen weiter runterzudrücken. "Ziel bleibt das nachhaltige Senken der Inzidenzzahlen", sagte Wieler. Das Virus werde endemisch, also in Deutschland heimisch, werden. Den Ungeimpften bliebe also nur zwei Möglichkeiten: Entweder sich auch impfen zu lassen oder sich dem Virus auszusetzen. Wieler betonte, dass ein großer Impfschutz in der Bevölkerung wichtig sei.

Wieler: Abwärtstrend scheint stabil zu sein

Wieler sagte ebenfalls, dass es nun noch zu früh sei, um auf die Vorsichtsmaßnahmen zu verzichten. Derzeit reichten die Impfungen allein nicht aus. Die Öffnungsschritte hält das RKI für vertretbar und erwartet derzeit dadurch keinen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen. Die Lage habe sich hingegen sehr positiv entwickelt: Die Inzidenz sinkt überall, nur noch vier Landkreise liegen bei einer Inzidenz von über 100. Auch auf den Intensivstationen entspanne sich die Lage. Der Abwärtstrend scheint stabil zu sein, begründet Wieler die Abstufung der Risikobewertung von "sehr hoch" auf "hoch".

Direkte Auswirkungen etwa auf die Corona-Maßnahmen hat die Herabstufung allerdings nicht. "Es gibt keine rechtliche Grundlage dafür, dass die Robert-Koch-Institut-Einschätzung direkt eine Folge hätte", sagte Spahn. RKI-Chef Lothar Wieler erläuterte, bei den Einstufungen stimme sich die Behörde weltweit mit verschiedenen Ländern ab. "Das wird vor allem von außen betrachtet".  Wieler sagte, die Möglichkeit, dass sich Menschen in diesem Land ansteckten, sei geringer geworden. Aber sie bestehe weiter. Deutschland könne bei der Risikobewertung "rein theoretisch" auch wieder hochgestuft werden, falls sich die Lage wieder verschärfe.

Verwendete Quellen:
  • Pressekonferenz am 1. Juni
  • Nachrichtenagentur dpa

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