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Coronavirus - Hausärzteverband: Praxen bereit für impfwillige Jugendliche

Coronavirus  

Hausärzteverband: Praxen bereit für impfwillige Jugendliche

17.08.2021, 14:56 Uhr | dpa

Coronavirus - Hausärzteverband: Praxen bereit für impfwillige Jugendliche. Ein Arzt zieht in einer Hausarztpraxis eine Spritze mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech auf.

Ein Arzt zieht in einer Hausarztpraxis eine Spritze mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech auf. Foto: Sebastian Gollnow/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Nach dem neuen Votum der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren sehen sich die Arztpraxen für eine mögliche stärkere Nachfrage gewappnet.

Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Für impfwillige Jugendliche stehen auch bei steigender Nachfrage die Kinder- und Hausarztpraxen bereit."

Weigeldt kritisierte, die Politik habe Druck auf die Stiko ausgeübt. "Wir haben immer betont, dass die Wissenschaft entscheidet, wann ausreichende Erkenntnisse vorliegen, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. Dazu hätte es keines Drängens von Politikseite aus bedurft." Beim Thema Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren sei die Politik vorgeprescht und habe damit eine Diskussion ausgelöst.

Die Stiko hatte sich für allgemeine Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen. Nach sorgfältiger Bewertung neuer Daten komme man nun zu der Einschätzung, "dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen", teilte das unabhängige Gremium am Montag mit. Davor hatte sie Corona-Impfungen von Kindern zwischen 12 und 17 Jahren nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes empfohlen.

Die Impfungen von gesunden Jugendlichen waren laut Stiko aber auch schon mit ärztlicher Aufklärung als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten bereits Anfang August breitere Impfangebote für Kinder vereinbart - etwa in regionalen Impfzentren. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind 24,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt nannte die Entscheidung der Stiko richtig und längst überfällig. "Das lange Abwarten der Stiko hat leider unnötig Zeit gekostet", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wichtig sei jetzt die schnelle Zulassung eines Impfstoffes für Kinder unter zwölf Jahren, damit auch für sie ein wirksamer Schutz vor Infektion angeboten werden könne.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Ich bin froh, dass die Stiko sich so entschieden hat." Das sei eine wichtige Entscheidung, die gerade zum Schulbeginn eine große Bedeutung habe. "Die Stiko hat immer klar gemacht, dass sie sich nicht unter Druck setzen lässt, sondern sauber abwägend zu einer Entscheidung kommt", sagt er. "Es ist ein unabhängiges Gremium, wir können stolz sein, dass wir es haben."

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