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Corona-Talk bei "Markus Lanz": "Vielleicht ist das mein letzter Besuch hier"

SPD-Chefstratege bei "Markus Lanz"  

Klingbeil: "Vielleicht ist das mein letzter Besuch hier"

Von Nina Jerzy

01.12.2021, 08:29 Uhr
Corona-Talk bei "Markus Lanz": "Vielleicht ist das mein letzter Besuch hier". Lars Klingbeil bei "Markus Lanz" (Archivbild): In der jüngsten Sendung kritisierte der SPD-Mann mehrere Ministerpräsidenten wegen ihrer Corona-Politik.  (Quelle: imago images)

Lars Klingbeil bei "Markus Lanz" (Archivbild): In der jüngsten Sendung kritisierte der SPD-Mann mehrere Ministerpräsidenten wegen ihrer Corona-Politik. (Quelle: imago images)

Lanz lässt nicht locker: Nahles wird Gesundheitsministerin, Lauterbach Staatssekretär? Der nicht immer so nette Wahlgewinner Lars Klingbeil scherzt vielleicht nur halb, als er droht: "Ich komme nicht wieder."

Die allgemeine Impfpflicht scheint immer mehr zum Konsens in Berlin zu werden. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gehört zu den Entscheidern, die in den vergangenen Wochen ihre Meinung diesbezüglich geändert haben. "Nageln Sie mich nicht fest, ob es Februar, ob es März ist. Aber ich bin mir sicher, dass die Impfpflicht Anfang 2022 kommen wird", sagte der Wahlkampfstratege der Sozialdemokraten am Dienstagabend bei "Markus Lanz". Er rechnete im Dezember mit Gruppenanträgen im Bundestag ("weil es eine Gewissensentscheidung ist"): "Dann wird das im Januar beschlossen."


Die Gäste

  • Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

  • Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

  • Kristina Dunz, Journalistin vom "Redaktionsnetzwerk Deutschland"

  • Helga Rübsamen-Schaeff, Virologin


"Wir haben zu lange gebraucht", erklärte Klingbeil auch seinen eigenen Sinneswandel mit Blick auf Impfquote, Boostern und Impfdurchbrüche. Die Stimmung in der Gesellschaft sei gekippt und damit die Grundlage für eine Entscheidung von solcher Tragweite gegeben. Die könne es ermöglichen, wenigstens ein Stück weit in ein normales Leben zurückzukehren, hoffte Klingbeil.

Klingbeil greift Wüst und Söder an

Bei der Frage, warum sich die Lage aktuell noch vor Auftauchen der neuen Omikron-Variante derart zugespitzt hat, beharrte der Berater des designierten Kanzlers Olaf Scholz darauf: Manche Ministerpräsidenten würden einfach nicht die möglichen Einschränkungen, die ihnen das Infektionsschutzgesetz biete, nutzen und stattdessen den Schwarzen Peter nach Berlin weiterreichen. "Das ist unredlich", kritisierte Klingbeil.

Er griff insbesondere den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) an. Der könne durchaus dafür sorgen, dass Fußballstadien nicht so voll sind wie zuletzt. Sollte Wüst unsicher sein, wie er das durchsetzen könne, sei er bereit, Wüst "zu helfen, wenn er es alleine nicht hinkriegt", sagte Klingbeil. "Aber juristisch kann er das heute alles machen. Er macht es aus irgendwelchen Gründen nicht. Die muss er erklären." Der SPD-Generalsekretär prangerte auch CSU-Chef Markus Söders Verhalten und dessen Kritik an der Pandemiestrategie der Ampelkoalition als "unredlich" an.

Söder war eigentlich als Gast für diese Ausgabe von "Markus Lanz" angekündigt worden. Er wurde vom zugeschalteten Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff (CDU), vertreten. Der geriet wiederholt mit Klingbeil aneinander. Der 67-Jährige warf dem 24 Jahre jüngeren SPD-Generalsekretär vor, in der Pandemie Gräben zu vertiefen statt zu überbrücken. "Da können Sie ruhig lachen, Herr Klingbeil", sagte der sichtlich aufgebrachte Ministerpräsident. "Sind Sie erst mal so lange im Geschäft wie ich, dann wissen Sie, dass mit Parteipolitik Krisen nicht bewältigt werden. Sondern Krisen werden bewältigt, indem man zusammensteht" – auf Augenhöhe, wie der Christdemokrat wiederholt betonte.

Wird Nahles Gesundheitsministerin?

"Vielen Dank erst mal für die Tipps, die ich als junger Politiker offenbar noch brauche", erwiderte Klingbeil. Auch von Lanz musste er sich einiges anhören. Immer wieder bohrte der Gastgeber nach: Wird die SPD ihren Gesundheitsexperten Karl Lauterbach zum Bundesgesundheitsminister machen? Klingbeil fand es keine Zumutung, dass die breite Öffentlichkeit mit der Vorstellung der SPD-Ministerkandidaten bis Montag warten muss. Lanz sieht das bekanntermaßen anders und versuchte, dem Generalsekretär die Nachricht zu entlocken, dass die ehemalige SPD-Chefin Andrea Nahles in die Spitzenpolitik zurückkehrt und Nachfolgerin von Jens Spahn (CDU) wird.

Lauterbach sah Lanz hingegen in der Rolle als Parlamentarischer Staatssekretär. "Was würden Sie denn hier in der Sendung machen ohne Karl Lauterbach?", schoss Klingbeil zurück. Der hätte mit dem neuen Posten womöglich keine Zeit mehr für Lanz. "Aber Sie sind als kommender SPD-Chef doch auch hier", entgegnete der Moderator. Klingbeil drohte, möglicherweise nur halb im Scherz: "Vielleicht ist das mein letzter Besuch hier." "Boah, so hart sind Sie unterwegs?", meinte Lanz.

Verwendete Quellen:
  • "Markus Lanz" vom 30. November 2021

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