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Lauterbach ruft zu Corona-Vorsicht ĂŒber die Feiertage auf

Von dpa
Aktualisiert am 24.12.2021Lesedauer: 3 Min.
"Wir stecken tief in Ihrer Schuld": Bundesgesundheitsminister richtet sich in einer Videobotschaft direkt an die BeschÀftigen im Gesundheitswesen. (Quelle: t-online)
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Noch hat die Omikron-Variante nicht die Oberhand in Deutschland. Doch Experten rechnen mit einem deutlichen Anstieg ĂŒber die Feiertage. "Bitte vermeidet Ansteckungen beim Fest", mahnt der Gesundheitsminister.

Angesichts der raschen Ausbreitung der Omikron-Variante haben Bundeskanzler Olaf Scholz und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) erneut zu Vorsicht ĂŒber die Feiertage aufgerufen. Der Anteil der Omikron-FĂ€lle werde in den "nĂ€chsten Tagen SEHR stark ansteigen", schrieb Lauterbach am Freitag bei Twitter. "Bitte vermeidet/vermeiden Sie Ansteckungen beim Fest. Sogar Geimpfte sollten sich testen". Scholz schrieb auf Twitter: "Abermals heißt es zu Weihnachten: Kontakte reduzieren. Ich weiß, das fĂ€llt gerade jetzt besonders schwer. Aber wenn wir zusammenstehen und uns impfen lassen, kommen wir durch diese Krise."

Inzwischen ist die Omikron-Variante in allen BundeslĂ€ndern angekommen. Auch wenn der ĂŒberwiegende Anteil der Infektionen nach wie vor von der Delta-Variante des Coronavirus verursacht wird, ist die Zahl der nachgewiesenen Omikron-FĂ€lle in den letzten Wochen deutlich angestiegen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht schrieb.

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RKI-PrĂ€sident Lothar Wieler sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag): "Die AusbrĂŒche bei Omikron sind beeindruckend. Sehr viele Menschen, die sich mit einem Infizierten in einem Raum befinden, können sich anstecken. Sehr viele werden auch krank." Dies sei eine andere Dimension, als sie von Delta bekannt sei. Delta ist die seit Monaten vorherrschende Coronavirus-Variante in Deutschland.

BundesprÀsident ruft zu Zusammenhalt auf

Nach RKI-Angaben wurden bis zum 21. Dezember 441 ĂŒber eine Genomsequenzierung bestĂ€tigte Omikron-Infektionen ĂŒbermittelt. Bei 1.438 FĂ€llen bestehe nach einem spezifischen PCR-Test der Verdacht darauf. In Deutschland wird jedoch nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Omikron hin getestet.

Wie aus RKI-Daten vom Freitagmorgen hervorging, meldeten die GesundheitsĂ€mter in Deutschland dem Institut binnen eines Tages 35.431 Corona-Neuinfektionen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank erneut im Vergleich zum Vortag. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 265,8 an – am Vortag hatte er 280,3 betragen.

Ein Coronavirus hÀngt am Weihnachtsbaum (Symbol): Auch Geimpfte sollten sich testen, sagt der Gesundheitsminister.
Ein Coronavirus hÀngt am Weihnachtsbaum (Symbol): Auch Geimpfte sollten sich testen, sagt der Gesundheitsminister. (Quelle: MiS/imago-images-bilder)

Angesichts der Belastungen der Gesellschaft durch die anhaltende Krise rief BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache zum Zusammenhalt auf.

Gesundheitsminister dankt PflegekrÀften

Lauterbach dankte allen BeschĂ€ftigten im Gesundheitswesen fĂŒr ihre Arbeit. "Wir stecken tief in Ihrer Schuld", sagte der SPD-Politiker in einer Videobotschaft, in der er sich direkt an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wendet. "So dramatisch wie die Situation letztes Jahr in den Pflegeeinrichtungen insbesondere gewesen ist, so hatten wir doch die Hoffnung, dass ĂŒber die Impfkampagne im Laufe des Jahres wir aus der Pandemie herauskommen könnten. Leider ist das nicht eingetreten." Die ImpflĂŒcken seien immer noch viel zu groß. Das Video können Sie sich hier ansehen.

Am Tag vor Heiligabend wurden in Deutschland laut RKI 710.000 Impfungen verabreicht, davon waren 561.000 sogenannte Booster-Impfungen zum Auffrischen des Impfschutzes (Stand: Freitag; 10.16 Uhr). Mindestens 58,9 Millionen Menschen sind demnach bisher zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Das sind 70,8 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Zwei BundeslÀnder verschÀrften bereits

In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern traten am Freitag bereits schĂ€rfere Corona-Regeln in Kraft. Private ZusammenkĂŒnfte sind dort bereits an Weihnachten auch fĂŒr Geimpfte und Genesene beschrĂ€nkt, und zwar auf maximal zehn Personen. Bund und LĂ€nder hatten sich am Dienstag darauf verstĂ€ndigt, diese Vorgabe spĂ€testens zum 28. Dezember einzufĂŒhren – die meisten BundeslĂ€nder wollen dies nach Weihnachten umsetzen.

Zur Omikron-Variante schrieb das RKI in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht weiter: "Bisherige Meldedaten zu Symptomen deuten auf eher milde VerlĂ€ufe bei Infizierten mit vollstĂ€ndiger Impfung beziehungsweise Auffrischimpfung." Experten haben allerdings stets betont, dass bei der erwarteten hohen Zahl an Infizierten im Zuge der raschen Omikron-Ausbreitung dennoch eine große Zahl von Menschen gleichzeitig schwerer erkranken werde und im Krankenhaus behandelt werden mĂŒsse.

In einem Interview der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Freitag) sagte der Virologe Christian Drosten auf die Frage, ob es in Deutschland einen Lockdown brauche, es gelte abzuwarten, "ob und wie die jetzt geltenden und noch einmal nachgezogenen Maßnahmen wirken". Greifen die KontaktbeschrĂ€nkungen nicht so wie erhofft, könnte man BeschrĂ€nkungen in Betracht ziehen, bei denen nur bereits geboosterte Menschen Zugang haben – was er als "1G" bezeichnete.

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Zweifach Geimpfte seien zwar auch bei Omikron vor schweren VerlĂ€ufen geschĂŒtzt, "aber praktisch nicht gegen eine Infektion", sagte der Virologe der Berliner CharitĂ©. Auch die Virus-Weitergabe im Fall einer Ansteckung sei kaum reduziert. "Wer aber kĂŒrzlich geboostert ist, trĂ€gt wahrscheinlich weniger zur Weiterverbreitung bei und ist merklich gegen die Erkrankung geschĂŒtzt. Bei Delta mögen 2G und 3G reichen, aber jetzt schreibt Omikron die Regeln."

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