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Atomkraftwerk Brokdorf geht vom Netz

Von afp
Aktualisiert am 30.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein (Archivbild): Es wird an Silvester abgeschaltet.
Das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein (Archivbild): Es wird an Silvester abgeschaltet. (Quelle: Chris Emil Janßen/imago-images-bilder)
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Es war ein Symbol fĂŒr die Atomkraft in Deutschland und Ort vieler großer Demonstrationen gegen die Kernenergie. Jetzt wird das AKW Brokdorf abgeschaltet – und Atomkraftgegner feiern.

Atomkraftgegner haben am Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein die anstehende Abschaltung des Reaktors gefeiert. Aktivisten der Organisation ".ausgestrahlt" projizierten am Donnerstagabend SchriftzĂŒge wie "Schluss! Endlich!" und "Gemeinsam gewonnen" an die Reaktorkuppel, wie auf von der Organisation verbreiteten Aufnahmen zu sehen war. Das AKW wird in der Neujahrsnacht vom Netz genommen. Es wurde 1986 in Betrieb genommen.

Mit der Abschaltung von drei weiteren Kraftwerken geht der Atomausstieg in Deutschland mit dem Jahresende in die Endphase. Ein Jahr spÀter sollen dann auch die drei letzten AKW vom Netz gehen. Vor allem gegen das AKW Brokdorf hatte es seit dessen Bau massiven Widerstand von Atomkraftgegnern gegeben.

GrĂŒnen-Politikerin Renate KĂŒnast twitterte: "Haben wir lange fĂŒr gekĂ€mpft... und es war kalt, unter anderem", mit Anspielung auf die Demonstrationen.

Hunderttausende kamen zu Demonstrationen

"Hunderttausende haben ĂŒber Jahrzehnte gegen den Bau und Betrieb des AKW Brokdorf demonstriert", erklĂ€rte der Sprecher von .ausgestrahlt, Jochen Stay. Nun ende endlich der Betrieb des Reaktors. "Uns erfĂŒllt das mit Genugtuung und Freude. Der Einsatz hat sich gelohnt."

1981 war es noch wĂ€hrend des Baus zu einer der grĂ¶ĂŸten Demonstrationen gegen die Atomkraft in der Wilstermarsch nahe demm AKW-GelĂ€nde gekommen. Bis zu 100.000 Menschen hatten sich trotz eines Demonstrationsverbotes auf den Weg gemacht. Dieses Verbot wurde vier Jahre spĂ€ter als verfassungswidrig erklĂ€rt.

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Obwohl der Großteil der Demonstranten friedlich war, lieferte sich einige Radikale Auseinandersetzungen mit der Polizei und dem damaligen Bundesgrenzschutz, der mit Großhubschraubern angerĂŒckt war. Beobachter sprachen damals von "bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen ZustĂ€nden."

Polizeieinheiten rĂŒcken gegen Demonstranten vor (Archivbild): Die Proteste 1981 waren die bislang grĂ¶ĂŸten in der Bundesrepublik.
Polizeieinheiten rĂŒcken gegen Demonstranten vor (Archivbild): Die Proteste 1981 waren die bislang grĂ¶ĂŸten in der Bundesrepublik. (Quelle: localpic/imago-images-bilder)

Zwei weitere Kraftwerke werden abgeschaltet

Abgeschaltet werden am Freitagabend gemĂ€ĂŸ den gesetzlichen Vorgaben neben Brokdorf auch die AKW in Grohnde in Niedersachsen und Gundremmingen C in Bayern. Außerdem vom Netz gehen im Rahmen des beschlossenen Kohleausstiegs drei kleinere Braunkohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen.

In Grohnde demonstrierte am Donnerstag Greenpeace unter dem Slogan "FĂŒr ein atomstromfreies Europa". Die Aktivisten kritisierten PlĂ€ne der EU-Kommission, die Atomenergie und auch Energie aus Erdgas als nachhaltig einstufen könnte. Dies sei "völlig unverstĂ€ndlich", erklĂ€rte Heinz Smital von Greenpeace.

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Den GrĂŒnen als Teil der Bundesregierung empfahl Smital, mit einer Klage gegen die EU-PlĂ€ne vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof in Luxemburg zu drohen. "Die GlaubwĂŒrdigkeit der GrĂŒnen steht auf dem Spiel, wenn sie tatenlos zusehen, wie die Risikotechnologie Atomenergie zurĂŒckkehrt", erklĂ€rte der Aktivist.

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Von Miriam Hollstein
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