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Streeck und Kollegen verteidigen Pandemie-Gutachten


Streeck und Kollegen verteidigen Pandemie-Gutachten

Von dpa
Aktualisiert am 06.07.2022Lesedauer: 3 Min.
Hendrik Streeck spricht bei einer Veranstaltung (Archivbild): Der Virologe wehrt sich gegen Kritik am Corona-Gutachten.Vergr├Â├čern des BildesHendrik Streeck spricht bei einer Veranstaltung (Archivbild): Der Virologe wehrt sich gegen Kritik am Corona-Gutachten. (Quelle: APress/imago-images-bilder)
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Drei Wissenschaftler aus der Corona-Expertenkommission wehren sich gegen Kritik. Karl Lauterbach sieht Fehler bei der Besetzung des Gremiums.

Der Streit ├╝ber das Sachverst├Ąndigen-Gutachten zu den Corona-Ma├čnahmen geht weiter. Drei Mitglieder der Kommission wehren sich in einem Beitrag f├╝r "Zeit Online" gegen Kritik an ihrer Arbeit. "Die Kommission wird eingesetzt, arbeitet, liefert p├╝nktlich. Und muss am Tag der Abgabe von f├╝hrenden Politikerinnen und Politikern lesen, dass man "eh schon alles wisse" und das Gutachten kein "Bremsklotz" sein d├╝rfe", schreiben die Sozialforscherin Jutta Allmendinger, der Wirtschaftsforscher Christoph Schmidt und der Virologe Hendrik Streeck. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte auf Twitter geschrieben, dass das Gutachten wichtig sei, aber kein Bremsklotz sein d├╝rfe.

Kritik aus Politik und eigenen Reihen

Auch der Gr├╝nen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sah die Wirkung der Stellungnahme begrenzt. "Der Bericht liefert erg├Ąnzende Hinweise, aber keinesfalls eine abschlie├čende Bewertung der Wirkung von Corona-Schutzma├čnahmenÔÇť, sagte Dahmen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Die Abwesenheit von Evidenz zur Wirksamkeit ist keine Evidenz f├╝r die Abwesenheit von Wirksamkeit", sagte Dahmen ÔÇô nur weil es keine Beweise f├╝r den Nutzen gebe, bedeute das nicht, dass dieser nicht vorhanden sei. Der Bioinformatiker Lars Kaderali, selbst Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung, hatte die Bewertung der Schutzma├čnahmen durch einen eigens eingerichteten Sachverst├Ąndigenausschuss f├╝r "nur eingeschr├Ąnkt hilfreich"gehalten.

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Kommission zog gemischte Bilanz

Die Expertenkommission hatte am vergangenen Freitag festgestellt, dass die Wirkungen und Nebenwirkungen einzelner bisheriger Schutzma├čnahmen in der Corona-Krise kaum f├╝r sich genommen beurteilt werden k├Ânnen und insgesamt eine gemischte Bilanz gezogen. So h├Ątten einige Ma├čnahmen wie ein Lockdown zu Beginn einen Effekt gehabt, ebenso wie die 2G/3G-Regeln. Letztere h├Ątten aber nicht mehr Menschen ├╝berzeugt, geimpft zu werden, es habe sich sogar ein gegenteiliger Effekt gezeigt. Lesen Sie hier mehr dazu.

Man habe auch konkrete Empfehlungen gegeben: Die Kommission fordere zum Beispiel eindringlich ein auf Pr├Ąvention ausgerichtetes, transparentes Pandemiemanagement mit entsprechender Kommunikation und Aufkl├Ąrung, schreiben die drei Experten.

Sie h├Ątten mit dem arbeiten m├╝ssen, was vorlag, und das sei "ein un├╝bersichtliches Feld an Studien" gewesen, hei├čt es in der aktuellen Stellungnahme. Der Kommission sei fr├╝h klar gewesen, dass sie die "├╝berbordenden Erwartungen" nicht erf├╝llen konnte.

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"Aus dem erwarteten Gegenwind ist bereits vor der Vorstellung des Berichts am vergangenen Freitag ein veritabler Sturm geworden. Das liegt auch daran, dass Kritik von manchen Menschen scheinbar inszeniert wird, offensichtlich ohne wirkliches Interesse an einem Diskurs", argumentieren die Kommissionsmitglieder in ihrem Beitrag. "Wenn Politik und Medien wissenschaftliche Arbeit derart missachten, wie sollen dann die B├╝rgerinnen und B├╝rger Vertrauen in die Wissenschaft haben?", fragen die Kommissionsmitglieder.

"Eine endg├╝ltige Bewertung von einzelnen Ma├čnahmen der Corona-Pandemie ist schlichtweg nicht m├Âglich", schreiben Allmendinger, Schmidt und Streeck.

Lauterbach verteidigt Anmerkungen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verteidigte seine eigenen Anmerkungen zur Arbeit der Kommission am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". "Ich wei├č, wie undankbar das ist", sagte er mit Blick auf die ehrenamtliche T├Ątigkeit der Gutachter. Fehler bei der Besetzung der Kommission ÔÇô etwa mit nicht ausreichend Virologen ÔÇô seien in der vergangenen Legislaturperiode gemacht worden. "Ich hatte mit der Besetzung nichts zu tun."

Das Gutachten sei eines von mehreren Bausteinen bei der Beurteilung der Corona-Vorbereitungen f├╝r den Herbst, die nun mit Tempo vorangebracht werden m├╝ssten, wiederholte Lauterbach.

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