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Lanz klärt: Wer ist der Bremsklotz?

Von Nina Jerzy

Aktualisiert am 06.07.2022Lesedauer: 4 Min.
Karl Lauterbach (SPD): Der Gesundheitsminister gerät derzeit wegen seiner Corona-Politik immer wieder in die Kritik.
Karl Lauterbach (SPD): Der Gesundheitsminister gerät derzeit wegen seiner Corona-Politik immer wieder in die Kritik. (Quelle: Florian Gaertner/photothek.de/imago-images-bilder)
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Warum Lauterbach immer vom Killervirus ausgehe, will Philosophin Flaßpöhler wissen. Der Minister kontert – und hat auch für den Virologen Streeck eine klare Botschaft.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält die Gefahr erneuter Schulschließungen in der Pandemie für "extrem gering", will sie aber nicht ausschließen. Er rechne damit, "dass Schulschließungen mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht mehr zum Einsatz kommen sollten", sagte der SPD-Politiker am Dienstag bei "Markus Lanz".

Der Nutzen stehe nicht im Verhältnis zu den Schäden für die Kinder. Sollte aber eine allgemein extrem ansteckende oder eine besonders für Kinder gefährliche Mutante auftauchen, müsse die Politik auch für dieses unwahrscheinliche Szenario vorbereitet sein. Das rief Svenja Flaßpöhler auf den Plan.

Die Gäste

  • Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister
  • Hendrik Streeck, Virologe
  • Roderich Kiesewetter (CDU), Verteidigungsexperte
  • Svenja Flaßpöhler, "Philosophie Magazin"-Chefredakteurin

Die Philosophin stieß mit ihrer Auslegung seiner Worte bei dem Mediziner sofort auf erbitterten Widerstand. "Wenn man, wie Herr Lauterbach sagt, immer vom Worst Case ausgeht – also, morgen kommt das Killervirus um die Ecke, das auch unsere Kinder schwer gefährdet", hob Flaßpöhler an und erntete ein erstes "Das tue ich nicht" von dem aus Berlin zugeschalteten Minister. Sie fuhr unbeeindruckt fort: "Dann ist natürlich sowieso alle empirische Forschung für die Katz. Dann haben wir es mit einem Virus zu tun, das wieder ganz anders funktioniert."

Lauterbach tadelt Kritikerin

"Frau Flaßpöhler, das stimmt so nicht", wehrte sich Lauterbach wiederholt. Er stellte klar: "Es ist ein Unterschied, ob ich etwas nicht ausschließen kann oder ob ich immer vom schlechtesten Fall ausgehe." Er tue das eben nicht, müsse aber vorbereitet sein. "Das ist einfach nicht seriös, wenn Sie sagen, ich würde davon ausgehen. Denn dann ist man sofort bei der Panikmache", sagte Lauterbach.

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Die Philosophin warf der Politik vor, weitgehend ohne wissenschaftliche Datengrundlage zu handeln. In dieser "empirischen Ungewissheit" erlaube sich die Regierung dann größere Freiheiten und winde sich bei der Bewertung ihrer Corona-Maßnahmen aus der Verantwortung. Schließlich könne ja nichts eindeutig als wirksam oder überflüssig bewertet werden, sagte sie mit Blick auf das Gutachten des Sachverständigenrats, das viele Fragen offengelassen hatte.

"Es hat einfach an Expertise gemangelt", räumte dessen Mitglied, der Virologe Hendrik Streeck, ein. "Wir hatten zu wenig Zeit und zu wenig Ressourcen, um eine wirklich systematische Evaluation durchzuführen." Die Mitglieder hätten aber eine Verantwortung gespürt, der Politik mit einer bestmöglichen Einschätzung eine Hilfestellung zu geben. Umso mehr hat sich der – übrigens ehrenamtlich neben dem Hauptjob als Direktor des Instituts für Virologie am Uniklinikum Bonn tätige Experte – auch über die Reaktion von Lauterbach geärgert.

Streeck contra Lauterbach

Der wurde in einem bei "Zeit Online" von Streeck und Kollegen veröffentlichten Beitrag zwar nicht namentlich erwähnt, aber mit den Worten zitiert, das Gutachten dürfe kein "Bremsklotz" sein. "Wenn Politik und Medien wissenschaftliche Arbeit derart missachten, wie sollen dann die Bürgerinnen und Bürger Vertrauen in die Wissenschaft haben?", kritisierten die Autoren.

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Lauterbach stellte seine Äußerung bei Lanz klar. Die habe sich nicht auf das Gutachten selbst, sondern auf dessen mögliche Instrumentalisierung bezogen – etwa, um Maßnahmen für den Herbst aufzuhalten.

Er habe Verständnis dafür gehabt, dass Justizminister Marco Buschmann (FDP) die Verhandlungen hierüber bis zur Veröffentlichung des Gutachtens aufgeschoben hatte. "Aber: Jetzt muss endlich Tempo kommen. Wenn das Tempo nicht kommt und Leute verstecken sich hinter dem Gutachten oder wollen sich noch lange einlesen, dann wäre das nicht hilfreich. Keine Kritik am Gutachten", sagte Lauterbach und mahnte: "Uns läuft die Zeit weg."

Kiesewetter: "Da stehe ich dazu"

Der Bundesgesundheitsminister verabschiedete sich vor dem Schlussteil der ZDF-Talkshow. Der war dem Ukraine-Krieg gewidmet, speziell dem Appell "Waffenstillstand jetzt!". Neben Flaßpöhler schloss sich auch Lanz' Podcast-Partner Richard David Precht der Forderung an, der Westen möge den Krieg durch Verhandlungen beenden. CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter hatte auf Twitter geradezu mit Abscheu auf die Forderungen reagiert. Lanz ließ den Tweet einblenden. "Da stehe ich dazu", sagte der ehemalige Bundeswehr-Oberst.

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Flaßpöhler gefiel diese direkte Konfrontation gar nicht. "Ich finde es einfach unnötig, jetzt eine Spannung aufzubauen", sagte sie. Für die sorgte die Philosophin aber auch in diesem Teil der Sendung selbst. "Wünschen ist schön, aber Sie müssen die Realität auch sehen", kritisierte sie Waffenlieferungen in die Ukraine angesichts einer vermeintlichen russischen Übermacht. Wer Waffen liefere, trage auch eine moralische Verantwortung für die Folgen, etwa Hunderte von Toten täglich oder Hungersnöte in Afrika. "Das sehe ich komplett anders", warf Lanz ein. Einzig Wladimir Putin sei für die Folgen des Angriffskrieges verantwortlich.

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Wiederholt fragte er Flaßpöhler, ob sie nun für oder gegen Waffenlieferungen sei. Viermal antwortete sie, nötig sei ein "Anpassen in eine Deeskalationsstrategie".

Auf die Frage, wie ein Waffenstillstand mit Putin denn abgesichert werden soll, verwies die Philosophin selbstsicher auf die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die könne aber nur einstimmig Beschlüsse fassen, schränkte Wehrexperte Kiesewetter mit Blick auf das OSZE-Mitglied Russland ein.

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Von Fabian Reinbold
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