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Studie: 12 Euro Mindestlohn würde deutsche Wirtschaft ankurbeln

Forderung von SPD und Grünen  

Studie: 12 Euro Mindestlohn könnte die Wirtschaft ankurbeln

03.09.2021, 15:15 Uhr | AFP

Studie: 12 Euro Mindestlohn würde deutsche Wirtschaft ankurbeln. Wahlplakat des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz: Auch die Grüne fordern einen Mindestlohn von 12 Euro die Stunde. (Quelle: imago images/Revierfoto)

Wahlplakat des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz: Auch die Grüne fordern einen Mindestlohn von 12 Euro die Stunde. (Quelle: Revierfoto/imago images)

12 statt 9,60 Euro Mindestlohn – das fordern SPD und Grüne. Auch eine Studie sieht in der Forderung die Chance auf einen Wirtschaftsaufschwung, raus aus der Corona-Krise. Kritiker aber mahnen zur Vorsicht.

Eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung unterstützt die Forderung von SPD und Grünen nach einer Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro. Eine schnelle Erhöhung des Mindestlohns auf diesen Satz helfe der deutschen Wirtschaft, zitiert die "Süddeutschen Zeitung" aus der Studie der Böckler-Stiftung. Diese werbe dafür, den Mindestlohn von derzeit 9,60 Euro in drei Stufen bis Ende 2022 auf zwölf Euro zu erhöhen.

Bei zwölf Euro Mindestlohn gäbe es in Deutschland erheblich weniger Minijobs, dafür in gleicher Größenordnung mehr Jobs in Teil- und Vollzeit, heißt es laut "SZ" in der Studie. Dies würde Deutschlands Wirtschaftsleistung um 50 Milliarden Euro jährlich steigern, das entspreche etwa 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Studie spricht sich dafür aus, den Mindestlohn von derzeit 9,60 Euro in drei Stufen bis Ende 2022 auf zwölf Euro zu erhöhen. SPD und Grüne fordern einen Stundensatz von zwölf Euro in ihren Wahlprogrammen.

Wirtschaftswissenschaftler: 12 Euro sind "heikel"

Einige Ökonomen sind allerdings dagegen, den Mindestlohn in Krisenzeiten stark und schnell zu erhöhen. Der jetzige Mindestlohn sei kein Problem, sagte Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum. Bei zwölf Euro sehe dies jedoch anders aus: "Es wird heikler, da gehen wir in den kritischen Bereich", sagte Südekum der Süddeutschen Zeitung.

Der gesetzliche Mindestlohn war 2015 eingeführt worden. Am Donnerstag stieg er um zehn Cent auf 9,60 Euro brutto; beschlossen sind bereits schrittweise weitere Erhöhungen auf 9,82 Euro zum 1. Januar 2022 und auf 10,45 Euro zum 1. Juli 2022. Die von der Bundesregierung eingesetzte Mindestlohnkommission hatte diese Sätze empfohlen. In der Kommission sitzen neun Mitglieder: drei von den Arbeitgebern entsandte Vertreter, drei Gewerkschafter, ein Vorsitzender und zwei Wissenschaftler.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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