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Mehr als 100.000: Zahl der Asylanträge in Deutschland steigt wieder

Mehr als 100.000  

Zahl der Asylanträge in Deutschland steigt wieder

17.10.2021, 13:33 Uhr | dpa

Mehr als 100.000: Zahl der Asylanträge in Deutschland steigt wieder. Migraten in einer Erstaufnahmeeinrichtungen in Brandenburg: Die Zahl der Asylanträge steigt wieder. (Quelle: imago images/lausitznews.de)

Migraten in einer Erstaufnahmeeinrichtungen in Brandenburg: Die Zahl der Asylanträge steigt wieder. (Quelle: lausitznews.de/imago images)

Seit 2016 ist die Zahl der Erstanträge von Asylbewerbern stetig gesunken, vor allem 2020 kamen wegen Corona nur wenige Menschen. Nun steigt die Zahl wieder. Vor allem eine Gruppe verzeichnet einen erheblichen Zuwachs. 

Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist in diesem Jahr wieder angestiegen. Wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in seiner Statistik ausweist, nahm die Behörde bis Ende September 100.278 Erstanträge entgegen. Das sind 35,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, das allerdings stark von der Corona-Pandemie, den geschlossenen Grenzen und der weitgehenden Einstellung des Flugverkehrs geprägt war.

Von 2016 bis 2020 waren die Zahlen stetig gesunken. Als Erstes hatte die "Welt am Sonntag" über die Statistik berichtet. Von den Erstantragstellern waren etwa 19,5 Prozent Kinder im Alter von unter einem Jahr, die in Deutschland geboren wurden. Die Zahl der Folgeanträge stieg nach der Übersicht des Bundesamtes um 162 Prozent auf 31 454. Damit nahm das Bundesamt von Januar bis September insgesamt 131.732 Asylanträge entgegen (+ 52,9 Prozent).

Die meisten kommen aus Syrien

Die meisten Asylbewerber, die erstmals um Schutz nachsuchten, kamen auch in diesem Jahr aus Syrien, Afghanistan und Irak. 40.472 Erstanträge stammten von Menschen aus Syrien (+ 57,1 Prozent), 8.531 von Schutzsuchenden aus dem Irak (+ 22,2 Prozent). Besonders stark legte die Zahl der Antragsteller aus Afghanistan zu, insgesamt registrierte das Bamf bis Ende September 15.045 Erstanträge (+ 138 Prozent).

In Afghanistan haben im August die militant-islamistischen Taliban die Macht übernommen. Die Lage galt aber auch vorher schon als äußerst instabil. Im gesamten Jahr 2020 hatte das Bundesamt 9.901 Erstanträge auf Asyl von Afghanen verzeichnet. Die Zahl ist deutlich geringer als etwa im Jahr 2016, als mehr als 127.000 Anträge von Afghanen eingegangen waren, wie aus der Statistik des Bundesamtes hervorgeht.

EU-weite Steigerung

Auch die EU-Asylbehörde (Easo) verzeichnet einen Anstieg. Die Zahl der Asylbewerber habe fast wieder das Niveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie erreicht. Allein im August hätten die EU-Staaten rund 56.000 internationale Schutzgesuche registriert, sagte Easo-Direktorin Nina Gregori den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Sonntag. 

Der Easo-Chefin zufolge ist der August der dritte Monat mit einer deutlich gestiegenen Zahl an Asylanträgen. Grund dafür seien vor allem ein Höchststand bei afghanischen Bewerbern. Allein von afghanischen Staatsangehörigen sei im August eine Rekordzahl von 10.000 Asylanträgen in der EU gestellt worden, das entspreche einer Steigerung um 38 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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