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"Vogelschiss"-Äußerung: Bundesregierung kritisiert AfD-Chef Gauland scharf

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Nach "Vogelschiss"-Äußerung  

Bundesregierung kritisiert Gauland scharf

04.06.2018, 13:24 Uhr

"Vogelschiss"-Äußerung: Bundesregierung kritisiert AfD-Chef Gauland scharf. AfD-Chef Alexander Gauland im Bundestag: Auch aus seiner Partei kommt nun die Forderung, dass er sich für seine "Vogelschiss-Äußerung" entschuldigen soll.  (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

AfD-Chef Alexander Gauland im Bundestag: Auch aus seiner Partei kommt nun die Forderung, dass er sich für seine "Vogelschiss-Äußerung" entschuldigen soll. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Die Bundesregierung zeigt sich beschämt angesichts der Äußerungen von AfD-Chef Alexander Gauland. Ungewöhnlich harte Kritik gab es auch aus der eigenen Partei. 

Die Bundesregierung hat Äußerungen des AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland scharf kritisiert, die den Nationalsozialismus verharmlosen. Die Bundesregierung weise jede Relativierung und Verharmlosung des Nationalsozialismus "ganz entschieden zurück", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

"Es ist beschämend, dass wir uns mit solchen Äußerungen eines Bundestagsabgeordneten befassen müssen", fügte er an und unterstrich, der Holocaust sei ein Menschheitsverbrechen gewesen. Nur weil sich Deutschland und alle Bundesregierungen dazu bekannten, sei Deutschland in der Lage gewesen, wieder ein anerkanntes Mitglied der Staatengemeinschaft zu werden.

Nach der "Vogelschiss"-Äußerung des AfD-Chefs fordern auch Politiker der "Alternative Mitte" eine öffentliche Entschuldigung von ihrem Parteivorsitzenden. "Einem Politiker, der über ein Mindestmaß an Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein für unsere Geschichte verfügt, darf das nicht passieren", erklärte die Gruppierung, die sich als Strömung der Gemäßigten in der AfD versteht, am späten Sonntagabend in Berlin.

Die Alternative Mitte warf Gauland vor, er habe damit das Bild einer am rechten Rand offenen Partei vermittelt. "Als Politiker und Mitglieder der AfD entschuldigen wir uns öffentlich bei allen Opfern des Naziregimes sowie deren Familien für die als unglaubliche Bagatellisierung der Nazizeit empfundene Äußerung unseres Parteivorsitzenden", heißt es in der Erklärung. "Wir bitten auch Alexander Gauland selbst, bei allem Respekt vor seiner Person und seinen Verdiensten für die AfD, sich öffentlich zu entschuldigen."

Meuthen: "Wortwahl unangemessen"

Zuvor hatte sich AfD-Bundesvorsitzender Jörg Meuthen bereits von den Äußerungen seines Parteikollegen distanziert. Gaulands Satz sei "in der Tat ausgesprochen unglücklich und die Wortwahl unangemessen", sagte Meuthen am Sonntag zu "Zeit Online".

Zugleich nahm er Gauland vor Kritik in Schutz: Im Kontext der Rede werde "vollkommen deutlich, dass er dort in gar keiner Weise die entsetzlichen Greueltaten der Nazizeit verharmlost oder relativiert hat, wie ihm nun reflexartig unterstellt wird".

Gauland hatte am Samstag beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative im thüringischen Seebach gesagt: "Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte." Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten. Die Äußerung löste große Empörung aus.

Später hatte Gauland seine Äußerungen verteidigt. "Ich habe den Nationalsozialismus als Fliegenschiss bezeichnet. Das ist eine der verachtungsvollsten Charakterisierungen, die die deutsche Sprache kennt. Das kann niemals eine Verhöhnung der Opfer dieses verbrecherischen Systems sein", erklärte Gauland am Sonntagabend in einer persönlichen Stellungnahme.

Verwendete Quellen:
  • AFP
  • dpa

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