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Juden in der AfD gegründet: Juden kritisieren die Vereinigung

Gruppierung gegründet  

Juden kritisieren jüdische AfD-Vereinigung

08.10.2018, 11:06 Uhr | dpa

Juden in der AfD gegründet: Juden kritisieren die Vereinigung. Ein Entwurf des Logos der jüdischen Vereinigung in der AfD: Die Gründung hat viel Kritik hervorgerufen. (Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst)

Ein Entwurf des Logos der jüdischen Vereinigung in der AfD: Die Gründung hat viel Kritik hervorgerufen. (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa)

Zwei Dutzend jüdische AfD-Mitglieder haben eine Gruppierung gegründet – die Juden in der AfD. Mehrere jüdische Organisationen kritisieren das scharf.

Jüdische Mitglieder der AfD haben eine Bundesvereinigung innerhalb ihrer Partei gegründet – und heftige Kritik von jüdischen Organisationen hervorgerufen. "Ihr bekommt keinen Koscher-Stempel von uns", sagte Dalia Grinfeld, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD). Die Vereinigung hatte zu einer Protestveranstaltung in Frankfurt aufgerufen. Rund 250 Teilnehmer kamen, teilte die Polizei mit.

Mehrere jüdische Organisationen hatten schon vorher mit scharfer Kritik auf die Vereinigung von Juden in der AfD reagiert. Die AfD sei eine Partei, in der Judenhass und die Relativierung bis zur Leugnung der Schoah ein Zuhause hätten, hatte es in einer Erklärung von 17 jüdischen Organisationen geheißen.

Gruppierung hat 24 Mitglieder

Der erste stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Vereinigung, Wolfgang Fuhl, sagte, die Gruppe habe 24 Mitglieder. Die ersten Gespräche zu der neuen innerparteilichen Organisation hätten sich zwischen jüdischen AfD-Mitgliedern vor etwa eineinhalb Jahren ergeben.



Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Joachim Kuhs sagte, es habe dazu keine Initiative des Bundesvorstandes gegeben. Solche Entscheidungen entwickelten sich aus der Partei heraus. Kuhs ist Vorsitzender der Vereinigung "Christen in der AfD".

Die Vorsitzende der Vereinigung "Juden in der AfD", Vera Kosova, sagte, die AfD distanziere sich von Antisemitismus und Rassismus in jeglicher Form. Ihr Stellvertreter Fuhl erklärte, die Bundesvereinigung stehe für einen kritischen Dialog mit dem Zentralrat der Juden bereit. Die AfD sei eine pro-israelische Partei.

Von Storch kritisiert Zentralrat der Juden

Voraussetzung für eine Aufnahme in die Bundesvereinigung sei neben der AfD-Mitgliedschaft eine ethnische oder eine religiöse Zugehörigkeit zum Judentum, sagte Fuhl. Der zweite stellvertretende Vorsitzende der Bundesvereinigung, Artur Abramovych sagte, die Zugehörigkeit zum Judentum sei ein komplexes Thema, dies müsse aus dem Gespräch mit dem Bewerber für eine Mitgliedschaft hervorgehen.

Die Bundesvereinigung will sich nach bisherigen Plänen den Namen JAfD geben, wie der Beisitzer im Vorstand, Leon Hakobian, sagte.

Die AfD-Vizefraktionschefin im Bundestag, Beatrix von Storch, wies die Kritik an der Vereinigung zurück. In der "Welt am Sonntag" hielt sie dem Zentralrat der Juden vor, die AfD unsachlich und unpassend zu kritisieren. Es gebe in der jüdischen Gemeinde viele, die "auf unserer Seite stehen". Für diese Juden sei muslimischer Antisemitismus ein großes Thema. Die AfD sei für sie die natürliche politische Heimat.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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