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SPD-Vorsitz: Chef oder Doppelspitze? Das wollen die SPD-Anhänger

Exklusive Umfrage  

Chef oder Doppelspitze: Das wollen die SPD-Anhänger

Von Daniel Schreckenberg

26.06.2019, 16:45 Uhr
 (Quelle: Reuters)
SPD will mit Doppelspitze aus der Krise finden

Erstmals in der deutschen Parteiengeschichte können sich Teams um den Parteivorsitz bewerben. (Quelle: Reuters)

Neue Wege für neue Vorsitzende: Die kommissarische SPD-Spitze hatte vor Kurzem dazu aufgerufen, sich als Team um den Vorsitz der Sozialdemokraten zu bewerben. (Quelle: Reuters)


Wer führt künftig die SPD? Im Dezember entscheidet sich, ob die Partei einen Chef oder eine Doppelspitze bekommt. SPD-Anhänger haben jetzt schon eine klare Wunschlösung – und sind damit nicht alleine.

Die SPD sucht einen neuen Chef – und hält sich dabei bewusst offen, ob künftig eine Einzelperson oder eine Doppelspitze die Partei leiten soll. Für die Anhänger der SPD ist dagegen bereits jetzt klar, wie die neue Parteiführung aussehen soll: Mehr als zwei Drittel wollen künftig von einer Doppelspitze geführt werden. Das ergab eine exklusive Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey für t-online.de. Vor allem junge Menschen sind der Meinung, dass die Führungsrolle künftig auf mehrere Schultern verteilt werden soll.

Die Frage "Sollte die nächste SPD-Parteiführung Ihrer Meinung nach eher aus zwei gleichberechtigten Personen ('Doppelspitze') oder aus einer Einzelperson bestehen?", beantworteten 35,3 Prozent der SPD-Anhänger mit "Eindeutig eine Doppelspitze". 38 Prozent sind eher für eine Doppelspitze. 15,2 Prozent tendieren dagegen eher zu einer Einzelperson. Lediglich 6,5 Prozent sprachen sich eindeutig für einen alleinigen SPD-Chef oder eine SPD-Chefin aus. 5 Prozent der Befragten SPD-Anhänger wollten sich auf keine der beiden Möglichkeiten festlegen.

Junge Menschen setzen auf Doppelspitze

Die SPD hatte am Montag auf einer Vorstandssitzung beschlossen, dass sich Bewerber um den Posten des Parteichefs einzeln oder in Zweierteams bewerben können. Im Herbst folgen dann Regionalkonferenzen, auf denen sich die Bewerber vorstellen, sowie eine Mitgliederbefragung. Die Entscheidung über den künftigen Vorsitz und eine Doppelspitze fällt der Parteitag im Dezember.

Auch bei der Gesamtbevölkerung kommt eine mögliche Doppelspitze gut an: 46,1 Prozent der Befragten sind "eindeutig" oder "eher" für eine Doppelspitze. Eine Einzelperson präferieren rund 33,6 Prozent. 20,3 Prozent der Befragten wollten sich nicht festlegen.

Insgesamt haben bei der Umfrage zwischen dem 24. Und 26. Juni 5.025 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Personen teilgenommen – darunter 600 Befragte mit der Wahlabsicht SPD. Der statistische Fehler beträgt 2,5 Prozent für das Gesamtergebnis. 

Besonders bei den jungen Menschen kommt das Konzept Doppelspitze, wie es sie bereits bei den Grünen, der Linke und in der AfD praktiziert wird, gut an. 56,1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen wünschen sich eine Doppelspitze – nur 28,1 sind für eine Einzelperson.

Mit zunehmenden Alter nimmt die Begeisterung für eine Doppelspitze zwar ab, als Wunschlösung überwiegt sie dennoch: Bei den 30- bis 39-Jährigen sprechen sich 50,4 Prozent für einen geteilten Chefposten aus, bei den 40- bis 49-Jährigen sind es 41,6 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 46,3 Prozent und bei den über 65 Jähren 42,3 Prozent. In dieser Altersklasse sprechen sich auch die meisten Befragten für eine Einzelperson als SPD-Chef aus: 37,7 Prozent.  

Wollen nicht Chef werden: Die kommissarischen Parteivorsitzenden Thorsten Schaefer-Gümbel, Malu Dreyer und Manuela Schwesig. (Quelle: imago images)Wollen nicht Chef werden: Die kommissarischen Parteivorsitzenden Thorsten Schaefer-Gümbel, Malu Dreyer und Manuela Schwesig. (Quelle: imago images)

In den letzten Tagen hatten sich bereits mehrere Kandidaten für das Amt aus der Deckung gewagt. So kann sich der Fraktionschef der SPD in NRW, Thomas Kutschaty, vorstellen, für das Amt zu kandidieren. Auch die frühere Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin, Gesine Schwan, ist zur Kandidatur für den SPD-Vorsitz bereit – und kann sich sogar eine Doppelspitze zusammen mit Juso-Chef Kevin Kühnert vorstellen.
 

 
Andere führende Genossen haben dagegen bereits abgewunken: So will sich Finanzminister und Vize-Kanzler Olaf Scholz nicht für den Führungsposten bewerben – weder alleine noch als Teil einer Doppelspitze. Auch das kommissarische SPD-Führungstrio um Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig hat eine Bewerbung um den Parteivorsitz ausgeschlossen.

Informationen zur Methodik:

 Die genaue Fragestellung der bevölkerungsrepräsentativen Umfrage lautete: "Sollte die nächste SPD-Parteiführung Ihrer Meinung nach eher aus zwei gleichberechtigten Personen("Doppelspitze") oder aus einer Einzelperson bestehen?", ​mit den Antwortmöglichkeiten "Eindeutig eine Doppelspitze", "Eher eine Doppelspitze", "Weder noch", "Eher eine Einzelperson" und "Eindeutig eine Einzelperson". Das Meinungsforschungsinstitut Civey berücksichtigte für das Gesamtergebnis die Antworten von 5.025 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Befragten vom 24. Juni bis26. Juni 2019. Das Ergebnis ist repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozentpunkte.

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