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Polizei Istanbul nutzt Strahlengewehre gegen Drohnen

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Angst vor Terror aus der Luft  

Polizei Istanbul nutzt Strahlengewehre gegen Drohnen

03.01.2018, 16:50 Uhr | Lars Wienand

Polizei Istanbul nutzt Strahlengewehre gegen Drohnen. Die Strahlenwaffe gegen Drohnen in einem Prospekt des türkischen Herstellers. (Quelle: Aselsan/Screenshot)

Die Strahlenwaffe gegen Drohnen in einem Prospekt des türkischen Herstellers. (Quelle: Aselsan/Screenshot)

Ungewöhnliche Bilder aus der Türkei. Dort waren Sicherheitskräfte mit Ausrüstung unterwegs, die so in der Öffentlichkeit im Einsatz noch nicht zu sehen war: Strahlengewehre gegen Drohnen. Vorkehrungen zum Stoppen von Drohnen gibt es aber auch in Deutschland. 

Blitzlichtgewitter in der Silvesternacht auf dem zentralen Taksim-Platz in Istanbul nicht nur für Politiker und Polizeichef, die den Sicherheitskräften einen Besuch abstatteten. Fotografen und Kameraleute stürzten sich auf Uniformierte, die mit ungewöhnlichen Gewehren im Anschlag auf dem Platz standen. Sicherheitskräfte patrouillierten dort mit Strahlenwaffen im Anti-Drohnen-Einsatz.

Wie die Agentur Dogan berichtet, gab es auch in Istanbul am Taksim-Platz zur Terrorabwehr Zugangskontrollen und umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen. Der AKP-nahen Tageszeitung "Yeni Şafak" zufolge waren dazu auch Einsatzkräfte mit den Antennengewehren des türkischen Herstellers Aselsan auf dem Platz. Die können in verschiedenen Frequenzbereichen elektromagnetische Wellen abschicken.

Energie für anderthalb Stunden

Das soll die Lenkung und GPS-Lokalisierung bei illegal eingesetzten Drohnen übersteuern und eine Landung  erzwingen. Der Anwender trägt einen Rucksack mit den Lithium-Ionen-Batterien. Sie sollen Energie für anderthalb Stunden Betrieb liefern.

Der Hersteller hat die Strahlenwaffe auf einer Militärmesse Ende April vorgestellt, ist damit aber nicht der Vorreiter. Von verschiedenen Herstellern gibt es Geräte mit Namen wie DroneDefender oder DroneGun. Die Funktionsweise ist etwa in einem 2015 veröffentlichten Video des US-amerikanischen Batelle Institutes zu sehen, Kalashnikov hat vor Kurzem eine ähnliche Demonstration gezeigt. 

Auch in Deutschland haben Behörden sich bereits auf die mögliche Abwehr von Drohnen vorbereitet. Bereits beim G7-Gipfel im bayerischen Elmau 2015 war die Firma ESG nach eigenen Angaben mit Technik zur Abwehr von Quadrocoptern beauftragt, auch beim G20-Gipfel in Hamburg griffen die Sicherheitsbehörden wieder auf das Unternehmen zurück. Der FC Bayern berichtete schon 2016 von Gesprächen mit Rheinmetall über elektromagnetische Geräte zum Schutz des Stadions. Die Deutsche Flugsicherung schätzte, dass im vergangenen Jahr alleine in Deutschland 600.000 Drohnen verkauft wurden. 

Adler als Drohnenjäger waren Fehlschlag

Zudem hat etwa das Bundesforschungsministerium fast zehn Millionen Euro für vier Forschungsprojekte zur frühzeitigen Ortung, Identifizierung und Abwehr der kleinen Flugobjekte bewilligt. Auch hierbei geht es um die Störung und Kontrolle der Funksignale, aber auch etwa um das Einfangen mit Netzen.

In den Niederlanden wurden sogar Greifvögel abgerichtet, um für die Polizei Jagd auf die Flugobjekte zu machen. Ein auf Drohnen trainierter Adler wurde auch zum Nato-Treffen in Brüssel gebracht, kam jedoch nicht zum Einsatz. Im Dezember wurde bekannt, dass das Programm eingestellt wird  – die Vögel waren zu unberechenbar.

Quellen:
- Eigene Recherchen
Katalog Hersteller (PDF) 
Bericht Dogan
Bericht Yeni Şafak 
Mitteilung ESG 
Geförderte Forschungsprojekte zur Drohnenerkennung und -abwehr 
Bericht zum Aus der Adler als Abfangjäger

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