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Neue Details zur spektakulÀren Flucht von Ghosn bekannt

Von dpa
Aktualisiert am 07.01.2020Lesedauer: 2 Min.
Carlos Ghosn: Der ehemalige Vorstandschef von Nissan ließ sich den Berichten zufolge von zwei Amerikanern helfen. (Archivbild)
Carlos Ghosn: Der ehemalige Vorstandschef von Nissan ließ sich den Berichten zufolge von zwei Amerikanern helfen. (Archivbild) (Quelle: Eugene Hoshiko/ap-bilder)
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Noch immer wird darĂŒber spekuliert, wie der ehemalige Nissan-Manager aus Japan entkommen konnte. Ermittler haben die Aufnahmen von Sicherheitskameras ausgewertet – mit neuen Erkenntnissen.

Der frĂŒhere Automanager Carlos Ghosn soll laut japanischen Medienberichten in einer Kiste versteckt aus Japan in den Libanon geflohen sein. Dabei hĂ€tten ihm zwei Amerikaner geholfen, hieß es unter Berufung auf Ermittlerkreise. Dies habe unter anderem die Analyse von Aufnahmen mehrerer Sicherheitskameras ergeben.

Der ehemalige Vorstandschef des französisch-japanischen AutobĂŒndnisses Renault-Nissan-Mitsubishi hatte in Japan unter Anklage gestanden, war aber gegen Kaution auf freiem Fuß, als er vergangenen Monat die Flucht ergriff.

Die zwei MĂ€nner erwarteten Ghosn mit einer Kiste

Ghosn habe sein Haus in Tokio am 29. Dezember allein verlassen und sei rund 800 Meter zu einem Hotel gegangen, wo er zwei Amerikaner getroffen habe, berichtete der Fernsehsender NHK. Die beiden Helfer seien an jenem Morgen von Dubai kommend mit einem Privatjet auf dem Internationalen Flughafen Kansai in Osaka gelandet. Sie hĂ€tten in der NĂ€he in einem Hotel eingecheckt und eine große Kiste dabei gehabt.

SpĂ€ter seien sie mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen von Osaka nach Tokio gefahren. Anschließend sei Ghosn mit ihnen per Shinkansen von Tokio zurĂŒck nach Osaka zum Hotel gefahren, hieß es in japanischen Medienberichten weiter.

Zwei Stunden spĂ€ter hĂ€tten die Amerikaner mit zwei großen Kisten das Hotel verlassen. Ghosn sei nicht zu sehen gewesen. Die Kisten seien als Koffer fĂŒr Musikinstrumente deklariert gewesen und am Flughafen nicht durchleuchtet worden. Auch am Zoll seien sie nicht geöffnet worden. Der Privatjet sei gegen 23.10 Uhr Ortszeit Richtung TĂŒrkei gestartet. Japans Behörden nĂ€hmen an, dass Ghosn in einer der beiden Kisten versteckt war. Justizministerin Masako Mori hatte am Montag erklĂ€rt, er habe das Land mit illegalen Methoden verlassen.

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Nun soll Ghosns Frau in Haft

Zudem wurde am Dienstag bekannt, dass die japanische Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen dessen Frau Carole erwirkt hat. Ihr werde vorgeworfen, im vergangenen April bei einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft vor Gericht Falschaussagen gemacht zu haben, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Carole Ghosn hatte immer wieder die Haftbedingungen ihres Mannes in Japan scharf kritisiert und angezweifelt, dass er einen fairen Prozess bekomme. Eine Bedingung fĂŒr Ghosns Entlassung aus der monatelangen Untersuchungshaft gegen Kaution war gewesen, dass er weder Japan verlĂ€sst, noch ohne Erlaubnis Kontakt zu seiner Frau aufnimmt.

Die japanische Staatsanwaltschaft erklÀrte dem Gericht in Tokio, dass Carole Ghosn Personen, die im Zusammenhang mit dem Fall stehen, kontaktiert habe. Sie hatte in der Vergangenheit sogar US-PrÀsident Donald Trump sowie Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron um Hilfe in dem Fall gebeten.

Ghosn will bald weitere Details verraten

Ghosn hat sich bislang nicht dazu geĂ€ußert, wie ihm die Flucht ĂŒber die TĂŒrkei in den Libanon gelang. Er will sich jedoch an diesem Mittwoch in Beirut vor der Presse erklĂ€ren.

Der japanische Renault-Partner Nissan will trotz der Flucht weiter rechtlich gegen Ghosn vorgehen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Man werde angemessene rechtliche Schritte ergreifen, um "Ghosn fĂŒr den Schaden, den sein Fehlverhalten Nissan verursacht hat, zur Verantwortung zu ziehen".

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  • Arno Wölk
Von Hannes Molnår, Arno Wölk
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Justiz & KriminalitÀt




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