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Ein Herrscher mit einem Faible fĂŒr deutsche Architektur

Von t-online, mk

17.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Nursultan Nasarbajew regierte Kasachstan von 1990 bis 2019 – und gilt noch immer als eigentlicher Machthaber im Land.
Nursultan Nasarbajew regierte Kasachstan von 1990 bis 2019 – und gilt noch immer als eigentlicher Machthaber im Land. (Quelle: imago-images-bilder)
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Die jĂŒngsten Proteste in Kasachstan richteten sich auch gegen den "Schattenherrscher" Nursultan Nasarbajew. Dessen Familie bunkert ihr Vermögen offenbar in Luxusanwesen in SĂŒddeutschland.

Über Strohleute und undurchsichtige Firmengeflechte hat die Familie des frĂŒheren kasachischen PrĂ€sidenten Nursultan Nasarbajew offenbar mehr als 100 Millionen Euro in ArchitekturdenkmĂ€ler in Baden-WĂŒrttemberg fließen lassen. Das geht aus einer Recherche der "Deutschen Welle" hervor.

Nasarbajew regierte Kasachstan von 1990 bis 2019, gilt aber nach wie vor als eigentlicher Machthaber im Land. Die Proteste Anfang Januar, bei denen nach offiziellen Angaben mindestens 225 Menschen getötet wurden, richteten sich vor allem gegen Korruption und soziale Ungerechtigkeit. Kasachische Oppositionspolitiker fordern seit Jahren die Sperrung von Konten und Vermögen der Familie Nasarbajew im Westen. Diese Forderungen könnten durch den Bericht der "Deutschen Welle" (DW) Auftrieb erhalten.

Diese Luxusanwesen gehören Familie Nasarbajew

Demnach hat die Familie Nasarbajew seit 2010 vier Anwesen im Raum Baden-Baden erworben, angefangen mit dem in den 1860er-Jahren erbauten Schloss Seelach in Baden-Baden. Mindestens 60 Millionen Euro seien in den Ausbau des Anwesens investiert worden, heißt es unter Berufung auf EintrĂ€ge im Handelsregister.

So seien neben dem Schloss mehrere große WohnhĂ€user entstanden, dazu ein weitlĂ€ufiger Park und ein 1.000 Quadratmeter großer Wellnesstempel. "Da wurde geklotzt, nicht gekleckert", zitiert der Bericht eine mit dem Bau vertraute Person. Der Baufortschritt sei penibel mit Fotos dokumentiert worden, die an die EigentĂŒmer in Kasachstan gingen. "Einmal waren sie mit einem Fresko unzufrieden. Alles musste neu gemacht werden, nachdem 150.000 Euro bereits bezahlt wurden", so die anonyme Quelle.

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Schloss Seelach bei Baden-Baden nach dem Wiederaufbau 2012: "Da wurde geklotzt, nicht gekleckert".
Schloss Seelach bei Baden-Baden nach dem Wiederaufbau 2012: "Da wurde geklotzt, nicht gekleckert". (Quelle: Moritz Grenke/CreativeCommons)

"Baudenkmal liegt im Dornröschenschlaf"

Neben Schloss Seelach gehören den kasachischen Investoren laut "Deutscher Welle" drei weitere Objekte in der Region, darunter die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaute Villa des Architekten Gustav Stroh und das Schlosshotel BĂŒhlerhöhe. Das 1912 erbaute Luxushotel gilt als Kulturdenkmal von ĂŒberregionaler Bedeutung, auch Bundeskanzler Konrad Adenauer gehörte zu den StammgĂ€sten. Die BĂŒhlerhöhe kam 2013 in den Besitz der Nasarbajews, liegt inzwischen aber brach: "Das landschaftsprĂ€gende Baudenkmal mit seiner glanzvollen Geschichte liegt im Dornröschenschlaf", schreiben die "Badischen Neuesten Nachrichten".

Dass die "Deutsche Welle" die Investitionen der Familie Nasarbajew ĂŒberhaupt nachvollziehen konnte, ist dem Transparenzregister zu danken. Das Register wurde 2017 eingefĂŒhrt und basiert auf einer EU-Richtlinie gegen GeldwĂ€sche und Korruption. Einzutragen haben sich dort die "wirtschaftlich Berechtigten" einer Firma.

Schloss BĂŒhlerhöhe bei Baden-Baden: Das 1912 erbaute Luxushotel befindet sich im Besitz der Familie Nasarbajew – und ist seit Jahren geschlossen. (Archivfoto)
Schloss BĂŒhlerhöhe bei Baden-Baden: Das 1912 erbaute Luxushotel befindet sich im Besitz der Familie Nasarbajew – und ist seit Jahren geschlossen. (Archivfoto) (Quelle: image broker/imago-images-bilder)

Nasarbajews Schwiegersohn steht hinter Firmengeflecht

Das ist im Falle des kasachischen Firmengeflechts Timur Kulibajew – der Schwiegersohn von Nursultan Nasarbajew und Ehemann von dessen Tochter Dinara. Dinara und Timur Kulibajew sind Kasachstans reichstes Ehepaar: Das US-Magazin Forbes schĂ€tzt ihr Vermögen auf fast sechs Milliarden US-Dollar. Und das ist wohl nur ein Teil des Gesamtvermögens der Familie, die das öl- und gasreiche Land seit drei Jahrzehnten beherrscht.

So hat das Recherchenetzwerk OCCRP kĂŒrzlich enthĂŒllt, dass Nursultan Nasarbajew ĂŒber vermeintlich karitative Stiftungen weltweit etwa acht Milliarden US-Dollar kontrolliert. Radio Liberty zufolge stecken etwa 800 Millionen US-Dollar der Familie in Luxusimmobilien in den USA und Europa – Deutschland war dabei nicht Teil der Recherche.

Die Villa des Architekten Gustav Stroh in einer Aufnahme von 2012: "Wenn es um Beschlagnahme geht, können nur rechtsstaatliche Methoden in Frage kommen".
Die Villa des Architekten Gustav Stroh in einer Aufnahme von 2012: "Wenn es um Beschlagnahme geht, können nur rechtsstaatliche Methoden in Frage kommen". (Quelle: Moritz Grenke/CreativeCommons)

"Sieht aus, als wĂŒrden sie lediglich Geld bunkern"

Illegal sind die Investitionen der Familie in Deutschland erstmal nicht. Sie wĂŒrden nur dann gegen das GeldwĂ€schegesetz verstoßen, wenn die kriminelle Herkunft der Gelder klar wĂ€re. "Wenn es um Beschlagnahme geht, können nur rechtsstaatliche Methoden in Frage kommen", zitiert der Bericht den Vorsitzenden der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft, Thomas Helm. "Alles muss nachweisbar sein".

Unklar ist, wie es mit den Immobilien der Nasarbajews in Deutschland weiter geht. "Sieht aus, als wĂŒrden sie lediglich Geld bunkern", sagt Hubert Schnurr, BĂŒrgermeister der Stadt BĂŒhl, wo die Nasarbajews außer dem Schlosshotel noch ein zweites GĂ€stehaus kauften. In die Modernisierung sei kein Cent investiert worden, so Schnurr. "Ich bekomme regelmĂ€ĂŸig Anfragen von deutschen Investoren, die die Hotels kaufen wollen. Doch von den Kasachen werden meine E-Mails nicht beantwortet."

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